
02.01.2013, 11:58 Uhr | Sibylle von Kamptz
Im Sommer am Meer campen oder mit dem Wohnmobil durch die Alpen - das können sich viele Urlauber vorstellen. Aber wer verbringt im Winter freiwillig seine Ferien auf einem Campingplatz? Doch die Zahl der Wintercamping-Fans wächst - und die sind keineswegs besonders hart im Nehmen, sondern durchaus auf Komfort bedacht. Denn in modernen, wintertauglichen Caravans und Wohnmobilen macht Campen auch bei Eis und Schnee Spaß. Sehen Sie hier einige Impressionen von Wintercampingplätzen, die in unmittelbarer Nähe zu Skigebieten, Lifts und Rodelbahnen liegen.
Ist das nicht furchtbar kalt? Das ist die erste Frage, die Wintercamper zu hören bekommen. "Die Heizleistung und Isolation bei modernen Caravan-Anhängern und Wohnmobilen ist sehr gut", erklärt Viktoria Groß vom Deutschen Campingclub. Sie schätzt, dass mittlerweile drei Viertel der 1,5 Millionen in Deutschland zugelassenen Anhänger und Mobile auch in der kalten Jahreszeit genutzt werden: "Bei den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten sind immer weniger Besitzer bereit, ihr Gefährt ein halbes Jahr stillzulegen."
Wer sich im Winter mit seinem mobilen Heim auf den Weg macht, der sollte sich vorab um die Reservierung eines Standplatzes kümmern: Nicht jede Anlage ist im Winter offen. Nach Auskunft des Bundesverbandes der Deutschen Campingwirtschaft (BVCD) in Berlin sind jedoch über 220 Campingplätze zwischen der Insel Sylt bis zu den Alpen durchgehend in Betrieb. In den Campingführern des ADAC, des Europa Camping Caravaning (ECC) und des Campingclubs sind die Plätze aufgelistet, die auch bei Eis und Schnee geöffnet haben oder speziell für Wintersportler geeignet sind.
Einer davon ist der Campingplatz Hopfensee in Füssen, den der ADAC 2012 zum Komfort-Stellplatz gekürt hat. Der Einstieg in ein 60 Kilometer großes Loipennetz ist ebenso direkt am Platz möglich wie das Skifahren an einem Anfängerlift. Auf dem Gelände direkt am See befinden sich zudem ein Hallenbad, Wellnesseinrichtungen wie Zirbensauna und Dampfbad sowie ein großzügiges Spielhaus mit Kletterwand, Trampolin und Indoor-Sportplatz für Kinder. Und wie weit ist es zu den Duschen und Toiletten? Nur einen Schritt: Für einen Aufpreis von 9,50 Euro parkt man sein Gefährt neben einer kleinen Holzhütte - in der "Waschkabine" befinden sich Dusche oder Badewanne, Waschbecken, WC, Fön und Handtuchtrockner. Ähnlich komfortabel geht es auf dem Alpen-Caravanpark Tennsee zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald zu: Zum Skigebiet am Kranzberg verkehrt ein kostenloser Skibus, der Barmsee-Schlepplift für Anfänger ist rund 500 Meter entfernt, Winterwanderwege und Loipen starten am Campingplatz.
Vom Platz "Ötztaler Naturcamping", ebenfalls vom ADAC ausgezeichnet, sind die Skizentren Sölden und Obergurgl bequem per Gratis-Skibus zu erreichen. Urlauber, die lieber Langlaufen oder Rodeln gehen, können direkt vor ihrer Campertür starten. Auch auf dem Caravan Park Schnals in Kurzras/Corteraso in Südtirol befinden sich die Stellplätze unweit der Bergbahnen des Skigebiets Schnalstaler Gletscher und einer drei Kilometer langen Rodelbahn. Diesen Komfort bietet auch der Campingplatz Arlberg im österreichischen Pettneu. Von dort können Wohnmobilurlauber per Bus gratis in die Arlberg-Skiarena mit 260 Pistenkilometern fahren - und nach einem Tag an der frischen Luft bei Massagen und Sauna im benachbarten Hallenbad entspannen. Über einen Skiraum mit Skischuhtrocknern verfügt der Camping Hochzillertal; auch dort befinden sich Bergbahnen, Eisplatz und Loipen in unmittelbarer Umgebung.
Beliebt sind aber nicht nur Schneeziele in den Alpen, sondern auch in Skandinavien. Ein großes Angebot bietet Schweden: "Isaberg Camping och Fritidsby" liegt beispielsweise in unmittelbarer Nähe des gleichnamigen Skigebiets mit acht Pisten - angegliedert sind ein Skiverleih und eine Skischule. Winteraktivitäten wie Hundeschlitten-Touren, Eisangeln und Schneeschuhwanderungen organisiert "Camping 45". Wer einen Tag beim Rodeln oder beim Langlaufen verbracht hat, der wärmt sich auf dem "Växjö SweCamp Evedal" in der Sauna oder in einer mit holzbefeuerten Badewanne wieder auf.
Vor der Fahrt in die Berge sind allerdings einige Dinge zu beachten: Winterreifen und eventuell Schneeketten sind Pflicht, ein wintertaugliches, kleines Vorzelt ist praktisch als Wärmepuffer und die Wassertanks müssen frostsicher sein. Wer Wintercamping einmal ausprobieren möchte, der muss dazu nicht zwingend sein eigenes Wohnmobil aus dem Winterschlaf wecken oder in Extraausstattungen investieren. Zum einen besteht die Möglichkeit, Fahrzeuge zu mieten, zum anderen kann man auf zahlreichen Campingplätzen Schnuppertage buchen. Viktoria Groß: "Viele Betreiber bieten Mietcaravans an oder haben auch Hütten und Zimmer im Angebot."
Quelle: srt
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