
20.03.2013, 11:30 Uhr | AK
Für gute Wanderschuhe muss man ziemlich tief in die Tasche greifen, aber es lohnt sich. Das richtige Schuhwerk sorgt schließlich für Sicherheit. Es gibt den Füßen Halt beim Wandern, schützt sie vor Steinen, Dornen, Schmutz und Wasser. Und mit der richtigen Pflege halten gute Wanderschuhe beinahe ewig. Wie man sie nachhaltig reinigt, imprägniert und lagert erklären wir hier. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Tipps für die Pflege von Wanderschuhen.
Schlamm und Dreck stören nicht nur den optischen Eindruck, sondern sorgen auch dafür, dass die Wanderstiefel anfälliger für Feuchtigkeit sind, langsamer trocknen und einen Teil ihrer Atmungsaktivität einbüßen. Deshalb gehört ihre Reinigung nach jeder Wanderung zum Pflichtprogramm – auch wenn man vom Berggang schon ausreichend erschöpft ist. Damit es Ihnen nicht zu schwer fällt, hier eine kleine Anleitung:
Zunächst einmal nimmt man auf jeden Fall die Einlegesohlen heraus, bei starker Verschmutzung auch die Schnürsenkel. Der gröbste äußere Schmutz lässt sich meist einfach abbürsten. Was sich trocken löst, gibt spätestens unter fließendem Wasser allen Widerstand auf. Nur bei ganz hartnäckigen Verschmutzungen muss man zu speziellen Reinigungsmitteln greifen. Aber aufpassen: Nicht geeignet ist Seife. Sie schadet den meisten Ledersorten und greift die Imprägnierung an, so dass die Wanderstiefel nicht mehr wasserdicht sind. Auch das Futter reinigt man am schonendsten mit klarem Wasser und einem Schwamm oder einer weichen Bürste.
Beim anschließenden Trocknen lauern zwei große Gefahren: Wie andere Lederschuhe auch, dürfen Wanderstiefel keinesfalls am offenen Feuer, auf der Heizung, dem Ofen oder in der prallen Sonne getrocknet werden. Selbst das robusteste Leder hält der Kombination aus Feuchtigkeit und Hitze nicht lange stand. Es wird trocken, spröde und rissig – der Schuh ist dahin.
Genauso schädlich für die Wanderschuhe ist es, wenn sie nicht ausreichend trocknen. Nass im Kofferraum vergessen, in einer Plastiktüte zur Seite gestellt oder einfach zu früh weggeräumt, beginnt das Naturprodukt Leder zu gammeln und zu verrotten. Eventuelle Stockflecken sind das kleinste Problem, im schlimmsten Fall sind auch hier die guten Treter unwiederbringlich zerstört.
Wer also keine bösen Überraschungen erleben möchte, öffnet die Lasche der Stiefel möglichst weit und stellt sie an einen luftigen Ort zum Trocknen. Bei Schuhen mit Lederfutter kommt das berühmte Zeitungspapier als Stopfmaterial zum Einsatz. Damit sich die Nässe nicht im Schuh staut, muss es regelmäßig ausgetauscht werden, sobald es ein wenig feucht geworden ist. Ein GORE-TEX® Futter trocknet hingegen ohne Papier schneller.
Eine regelmäßig aufgefrischte Imprägnierung schützt die Wanderstiefel langanhaltend vor Feuchtigkeit und Schmutz. Auf einem gut imprägnierten Wanderschuh perlt das Wasser einfach ab. Hier muss man zunächst wissen: Ist das Obermaterial ein Textil, rauhes Nubuk oder doch glattes Rindleder?
Bei textilen Materialien gestaltet sich das Ganze recht simpel. Spezielle Imprägniersprays trägt man einfach großzügig auf den noch feuchten Schuh – inklusive Schnürsenkel und aller verdeckten Stellen – auf. Als besonders empfehlenswert gelten dabei sogenannte Nanosprays. Nach dem Trocknen bilden sie eine „gezackte“ Oberfläche auf dem Material, von der Wasser leicht abperlt und auf der Schmutz sich nur schwer absetzen kann.
Auch „Wildleder“, wie Nubuk und Velours im Alltag oft bezeichnet werden, kann mit Spray imprägniert werden. Besser geeignet ist jedoch ein flüssiges Pflegemittel, das das Leder nicht nur wasser- und schmutzabweisend macht, sondern auch zusätzlich pflegt. Damit Nubuk anschließend wieder aussieht wie neu, reicht es, das imprägnierte Leder mit einer weichen Bürste wieder aufzurauen.
Die dritte Möglichkeit ist, wie auch bei Glattleder, eine Behandlung mit speziellem Wachs. Dünn aufgetragen und ins Material einmassiert, imprägniert es den Schuh nicht nur, sondern „nährt“ vor allem auch das Leder und hält es geschmeidig. Überflüssiges Wachs entfernt man anschließend wieder mit einer Bürste. Wer diese Methode für Nubuk wählt, darf sich nicht wundern: Es dunkelt durch Wachs immer ein wenig nach. Bei GORE-TEX® Schuhen muss man besonders aufpassen. Das Wachs darf nicht auf die feinporige Membran geraten, die ansonsten ihre atmungsaktive Eigenschaft verliert.
Die meisten Imprägniermittel beinhalten Fluorcarbone oder Silikone. Sie sorgen zwar für hervorragende wasserabweisende Eigenschaften, doch vor allem die Fluorprodukte sind in ihrer Umweltverträglichkeit stark umstritten. Deshalb sollte man nach ökologisch unbedenklichen Produkten Ausschau halten. Das kleine deutsche Unternehmen Fibertec beispielsweise stellt seine Reinigungs- und Imprägniermittelprodukte ausschließlich aus natürlichen Wirkstoffen her, frei von sämtlichen Mineralölprodukten oder Silikon.
Alle Pflege- und Imprägniermaßnahmen machen nur Sinn, wenn die Wanderstiefel auch richtig gelagert werden. Sie sollten immer an einem trockenen und belüfteten Ort stehen. Mit einem Schuhspanner bestückt bleibt das Material in Form. Und noch ein Tipp der Profis: Hat man die Schuhe über einen längeren Zeitraum nicht benutzt, kann man die Profilsohle mit einer groben Bürste oder feinem Schleifpapier leicht anrauen.
Quelle: KGK
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