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Urlaub in Spanien: Skifahren in den Pyrenäen

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Skiurlaub Spanien: von Tradition und Moderne

03.01.2013, 16:33 Uhr | Ute Müller

Skigebiet Formigal in den spanischen Pyrenäaen. (Quelle: dpa/tmn\ARAMON)

Formigal ist zwar ein Skigebiet der Moderne, doch nebenan wartet die Wiege des spanischen Skisports. (Quelle: ARAMON/dpa/tmn)

Skifahren in den Pyrenäen

Spanien ist nicht gerade als Reiseziel für den Skiurlaub bekannt, dabei gibt es in den Pyrenäen wundervolle Skigebiete, die mit einer spannenden Mischung aus Tradition und Moderne aufwarten können. Dazu gehört ein idyllisches Bergdorf auf der Iberischen Halbinsel, das als Wiege des spanischen Skilaufs gilt, zusammen mit dem nahe gelegenen Fomigal, dem größten Skigebiet Spaniens. Ski gefahren wird im Tena-Tal seit 1912 - in unserer Foto-Show sehen Sie, wie das Skigebiet in den Pyrenäen heute aussieht.

Damals im Tena-Tal: 1912 kamen die Skier

Die ganze Nacht hat es geschneit, aber der starke Wind hat einen Teil des Neuschnees einfach wieder weggeweht. Trotzdem wird Mariano Fanló Basail heute nach Formigal hochfahren und auf die Bretter steigen. "Von dem bisschen Wind lasse ich mich nicht abhalten, heutzutage gibt es doch moderne Ausrüstung", sagt der 81-Jährige. Früher habe er noch mit Baskenmütze, Wollpullover und Gamaschen der Kälte trotzen müssen, erzählt er.

Viele Skigebiete rund um den Globus hat er in seinem langen Leben schon ausprobiert. Aber hier in seiner Heimat, dem Tena-Tal, gefällt es ihm am besten. Das Tal liegt in der spanischen Region Aragonien, die einst ein Königreich war. Don Mariano ist eine Legende in der Gegend, ein Luis Trenker der Pyrenäen, auch in seinem hohen Alter noch rüstig und kerngesund. Sein Vater war der erste Spanier, der Skier besaß. Das war 1912. Die ungewöhnlichen Bretter bekam der damals 14-Jährige von einem Freund der Familie, einem Geologen aus dem südfranzösischen Pau. Er kam über die nahe gelegene Grenze in das kleine Bergdorf Sallent de Gállego, um die Gebirgsseen Aragoniens zu studieren und nebenbei Ski zu fahren.

Sallent de Gállego: Wiege des Skilaufs in den Pyrenäen

"Damals lebten fast alle von der Schafzucht, keiner hatte je diese seltsamen Holzbretter gesehen", erzählt Mariano. "Es war eine Sensation im Dorf, als mein Vater sie auf unseren verschneiten Wiesen ausprobierte." Lange dauerte es nicht, bis die ersten Bewohner die Skier für ihre Kinder nachbauten. Sie nahmen Eschenholz, der Dorfschmied brachte eine simple Bindung an, eine Halterung aus Drähten. "Wir mussten damals mit einem Stock lenken, Kurvenfahren war extrem kompliziert", erinnert sich Mariano an seine ersten Versuche. Später wurde er Skilehrer und einer der erfolgreichsten Hoteliers in Sallent de Gállego. Marianos Bergdorf wurde zur Wiege des Skilaufs in den Pyrenäen. Viele berühmte spanische Skifahrer stammen von dort.

Erst kürzlich feierte man den hundertsten Geburtstag der ersten Skifahrt in Spanien. Das Fernsehen war dabei, als sich der Pionier Mariano ein Schaffell überzog und mit alten Brettern von früher durch das Dorf zog.

Das Skigebiet Formigal ist das größte Spaniens

Sallent hat sich die Beschaulichkeit von einst bewahrt. Anders geht es auf der nur fünf Autominuten entfernten Skistation Formigal zu, wo schon morgens die Musik aus einer Après-Ski-Bar auf die Piste schallt. Zahlreiche Hotels wurden auf den einstigen Bergwiesen errichtet und brachten vielen der oft armen Bauern Geld ein. "Wir haben in den letzten Jahrzehnten eine unglaubliche Entwicklung hingelegt", sagt Toño Gericó. Sein Großvater war der Dorfschmied, der einst die ersten spanischen Skier verdrahtete. Toño ist Direktor der Skistation, die Formigal mit 137 Pistenkilometern zum größten Skigebiet in Spanien macht.

Der erste Lift wurde im Jahr 1964 gebaut, heute sind vier Täler miteinander verbunden. Toño arbeitet in der futuristisch designten Talstation Sextas, die auf 1550 Metern liegt und in Grellgrün gestaltet ist. "Wir haben keine Mühen gescheut, unsere Station zur modernsten Spaniens auszubauen", sagt Toño. Er weiß nur allzu gut, dass Formigal im ewigen Wettstreit mit dem zwei Autostunden entfernten, kleineren, aber berühmteren Baqueira Beret steht, wo der Jetset und Spaniens Könige Ski fahren.

Skifahren mit Blick auf die Pyrenäen

Die Formigaler legen sich für den Wettbewerb ins Zeug: Mit vier künstlichen Seen und 440 Schneekanonen sorgen sie dafür, dass ihre Pisten stets befahrbar sind. Schlangen bilden sich an den Liften so gut wie nie, ein achtsitziger Lift, der einzige seiner Art weit und breit, bringt die Gäste nach oben. Am Fuß des Pico Tres Hombres (2276 Meter) angekommen, brauchen Skifahrer etwa eine Stunde, um ins Valle de Portalet zu gelangen, das letzte der vier Täler. Den Blick dominiert dort einer der markantesten Berge der Pyrenäen, der 2574 Meter hohe Anayet.

Vom Espelunciecha-Lift hat man zur Rechten einen atemberaubenden Blick auf die französischen Pyrenäen, vor allem auf den 2884 Meter hohen Midi d'Ossau, dessen Spitze an ein geöffnetes Fischmaul erinnert. Von jeher waren die Spanier, die hier in der Abgeschiedenheit der Bergwelt lebten, enger mit den französischen Nachbarn verbunden als mit den eigenen Landsleuten. "Die Franzosen kommen gerne über die Grenze, zum Beispiel um in Spanien billiger Liköre und andere Spirituosen zu kaufen", erklärt Yolanda Julián, die mit Toño zusammenarbeitet.

Mit Ski und Snowboard von einer Pistenraupe gezogen

Oben in Portalet geht es links zum Ski-Ratrak, einem besonderen Service, den es nur in Formigal und im benachbarten Cerler gibt. Hier herrscht fast immer Andrang, aber das Anstellen lohnt sich: Eine Pistenraupe zieht pro Tour bis zu 30 Skifahrer und Snowboarder hinter sich her in ein Seitental. Die Wintersportler verteilen sich auf zwei Seile, die mit Sitztellern bestückt sind. Während das schwere Gefährt den Berg hinaufzuckelt, können sie die weiße Märchenlandschaft bestaunen - müssen aber aufpassen, dass sich ihre Skier nicht verhaken. Nach etwa zwei Kilometern, werden die Abenteurer oberhalb des Gebirgssees Espelunciecha entlassen und düsen ins Tal.

Kulinarisch anspruchsvolles Formigal: Sushi im Iglu

Auf halber Strecke liegt die Hütte La Glera, die einzige im gesamten Skigebiet, die eine österreichisch-schweizerische Gemütlichkeit ausstrahlt. Dort gibt es zum Beispiel den für die Region typischen Eintopf Potaje aragonés, mit weißen Bohnen und Chorizo. Sonst bemüht sich Formigal aber um ein avantgardistisches Image und wartet mit allerlei Kuriositäten auf. So servieren zum Beispiel Gastronomen in einem Iglu auf der Izas-Piste Sushi. Am anderen Ende des Skigebiets erhebt sich an der Rinconada-Abfahrt aus dem Schnee eine stilecht nachgebaute Jurte, in der Sekt ausgeschenkt wird. In zwei Indianerzelten, dem Poblado Indio, geht es mit Tapas immerhin noch etwas klassischer zu.

Vom Pistenstress erholen können sich erschöpfte Wintersportler abends im nahe gelegenen Thermalbad von Panticosa. Es ist eines der ältesten in Spanien. Seine sechs Quellen nutzten schon die alten Römer. Deshalb heißen sie auch Thermen des Tiberius. Belén Moneo, die Tochter eines der berühmtesten spanischen Architekten, hat das in eine Bergwelt eingebettete Resort vor wenigen Jahren vollständig umgebaut und in eine luxuriöse, weitläufige Spa-Anlage verwandelt. Zu den Stammgästen zählte schon König Alfons XIII. Wer Glück hat, kann vom Fitnessraum aus Hirsche und andere Wildtiere beobachten. Fast surrealistisch ist die Umgebung: ein verlassenes Grand Hotel neben einem pittoresken, eingefrorenen See - das wäre die perfekte Kulisse für eine Neuverfilmung von Doktor Schiwago.

Weitere Informationen: Skifahren in den Pyrenäen

Reisezeit: Die Skisaison in den Pyrenäen in der Provinz Huesca beginnt Ende November und dauert bis Mitte April. Wer mit dem Flugzeug anreist, fliegt am besten nach Saragossa oder Toulouse.

Informationen: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstrasse 14, 60323 Frankfurt (Tel.: +49/69 - 72 50 38).

Quelle: dpa-tmn

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