
08.05.2012, 10:03 Uhr | Susanne Kern
In einigen Städten sind spezielle Trainingsgeräte für das Workout an der frischen Luft installiert. (Quelle: Trimmfit)
Drinnen hat man Maschinen – draußen wird man zu einer! Liegestützen, Rumpfbeugen, Dips und Sit-Ups kann man bestens an der frischen Luft machen und das Outdoor-Fitnesstraining ist ein großer Trend. Inzwischen werden an vielen Orten (ob in der Stadt oder im Wald) Spezialgeräte für das Outdoortraining installiert. 1970 lockte noch Trimmy, der kleine Mann mit dem dicken Kopf, die Deutschen auf den Trimm-Dich-Pfad zum Robben, Springen, Hangeln und Pumpen. Heute sind es Six-Pack-Models wie Rob Riches. Der "World Fitness Model Champion" von 2009 arbeitet sich vorzugsweise auf den Straßen von Los Angeles ab. Wir erzählen mehr über das Outdoor-Workout im städtischen Raum auch in unserer Foto-Show.
Zum Workout in der Stadt braucht es nicht viel: eine Parkbank reicht. In der Schweiz auch liebevoll „Bänkli-Tour“ genannt, besteht das Freilufttraining aus Rumpfmuskelübungen, Liegestützen, Dips und seitlichen Stützübungen mit und auf einer Bank. Mit Anleitung wird es die Parkbank-Tour in Kürze in ganz Deutschland geben: Das neue Konzept Nao (www.do-it-nao.de) macht mittels aufgeklebter Trainingsvorschläge jede beliebige Parkbank deutschlandweit zum Fitnesscenter. Viele Kommunen und Krankenkassen unterstützen die Ideen zur Aktivierung des Sportsgeistes und bieten in öffentlichen Parks und Wäldern solche Konzepte an. Mit etwas Phantasie braucht man für ein Training draußen nicht einmal die Parkbank. Man kann sich auch einfach Kinder zum Vorbild nehmen und ‚natürliche Hindernisse’ wiederentdecken: Geländer zum Entlanghangeln, Steine, Bäume, Bäche, Pfützen, über die man springen oder sprinten kann.
Die verschärfte Version der urbanen Outdoor-Fitness wird bei Bootcamp-Kursen betrieben, wie sie zum Beispiel Boris Beuke in München anbietet: Der ehemalige Bundeswehr-Ausbilder scheucht mit seiner Firma Urban Fitness GmbH zahlende Kunden durch den Englischen Garten. Teil des Konzeptes ist die konsequente Bekämpfung des „inneren Schweinehundes“ – der mentale Aspekt kommt deutlich stärker zum Zuge als in der Wellness-Umgebung des Fitness-Studios. Hier kämpft man sich bei Wind und Wetter durch das Programm. Man schleppt Baumstämme oder Mitkämpfer werden Huckepack Treppen hoch getragen. Der Reiz liegt hier auch gerade im Ausloten und Ausbauen der eigenen körperlichen Grenzen. Auch am Bodensee gibt es ein sogenanntes "Bootcamp": www.facebook.com/Bootcamp-Konstanz. Trainieren unter freiem Himmel mit Blick auf den Bodensee - das ist das Motto vom "Bodensee Bootcamp". Richtig fit werden, Kalorien verbrennen, oder einfach nur an die eigenen Grenzen gehen wollen. Dabei geht es vor allem darum, keine monotonen Übungsabfolgen sondern abwechslungsreiche Körpergewichtsübungen und dynamische Kraftübungen in motivierender Gruppenatmosphäre zu trainieren.
Ganz das Gegenteil ist das Konzept von Spezialanbietern wie Trimmfit oder Saysu. Sie installieren Freiluft-Fitnessgeräte für jedes Alter – vom Generationenspielplatz bis zum sportlichen Campus der Universität Duisburg Essen. Während die Trimmfit-Geräte sich eher an ein jüngeres, athletischeres Publikum richten, ist Saysu auf die Bewegungserhaltung bei Älteren spezialisiert: „Schon bald werden 30% der Deutschen über 60 Jahre alt sein, darauf müssen sich die Gemeinden einstellen und ein entsprechendes Fitnessangebot bereitstellen. Wenn der Opa mit seinem Enkel auf dem Spielplatz ist, sollte er nicht eine Stunde auf der Bank sitzen und dann wieder nach Hause gehen“, meint Arno Bodin von Saysu. Und so gibt es mittlerweile in Deutschland schon 130 „Mehrgenerationenplätze“ mit Sportangeboten für alle.
Aber auch der Deutsche Olympische Sportbund, der jüngst den guten alten Trimmy wieder herausgeholt und für die Neuzeit fit gemacht hat, ist auf dem Outdoor-Fitness-Trip. „Die Parcours' der Neuzeit haben nur wenig gemein mit den Trimm Dich-Pfaden der 70er Jahre“, erklärt Dr. Karin Fehres, Direktorin Sportentwicklung des DOSB. Waren die damaligen Pfade oftmals noch in den Wäldern rund um die Städte positioniert, so liegen die heutigen Parcours' zentrumsnah. „Die Trimm Dich-Idee ist mit der Zeit gegangen. Sie hat in ihrer Entwicklung nichts von ihrem Aufforderungscharakter verloren. Aber jetzt kommt der Parcours zu den Menschen in die Stadt. Die kompakten Anlagen entsprechen modernsten sportmedizinischen Erkenntnissen und sind für jedermann zu bewältigen“, so Fehres. Infos zu Standorten von Trimm-Dich-Pfaden finden sich zum Beispiel auf der Website www.trimm-dich-pfad.com.
Belegt ist: Die klimatisierte Luft in Fitness-Studios ist häufig sehr trocken, was die Schleimhäute austrocknet und zu höherer Infektanfälligkeit führt. Dazu ist ihr Sauerstoffgehalt deutlich niedriger als an der frischen Luft. Der Körper kann mit jedem Atemzug mehr Sauerstoff aufnehmen – die Muskeln werden leistungsfähiger. Das Training nach draußen zu verlegen, ist also nicht nur finanziell, sondern auch gesundheitlich ratsam.
Vorgemacht haben es uns die Asiaten: Das chinesische Schattenboxen Tai Chi ist in China seit Jahrhunderten Volkssport für Geist und Körper und wird auch von sehr alten Menschen täglich gemeinsam praktiziert. Der Trend hat auch hier – vor allem in den Großstädten – Fuß gefasst. Entsprechende Freiluftkurse gibt es in vielen Städten, in München zum Beispiel bei Tai Chi Pasing (www.taichi-pasing.de). Viele Tai Chi Zentren bieten auch Freiluftseminare an – in eigenen Räumen oder in buddhistischen Zentren mit Unterkunftsmöglichkeit.
Ganz gleich ob Sie die harte Tour beim Bootcamp oder die sanfte Bewegung im Tai Chi-Stil bevorzugen: Tun Sie’s draußen!
Weiterführende Links:
Quelle: KGK
Bernhard Witz zeigt sein Können bei einer ganz besonderen Aktion. zum Video
Entdecken Sie Zelte in allen Größen von Top-Herstellern
zu günstigen Preisen.
bei eBay.de
Der Materialguide erklärt die wichtigsten Begriffe aus der Outdoor-Welt.
... mit den Packlisten für Ein- oder Mehrtagestouren im Zelt oder in der Hütte.
Für jede Jahreszeit ein schönes Motiv: Tolle Bilder für Ihren PC jetzt herunterladen.