
30.01.2012, 17:23 Uhr | Hanna Engler
Verloren in der Wildnis? Sie wissen nicht, wo Sie sind, und wann Sie gerettet werden können? Jetzt auf keinen Fall auf eigene Faust losziehen! Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an dem Ort Ihres Unfalls oder Verlorengehens wieder gefunden werden, ist sehr viel größer, als wenn Sie ins Ungewisse ziehen und sich hoffnungslos verlaufen. Richten Sie lieber an Ort und Stelle ein sicheres Lager mit einer Notbehausung ein. Sehen Sie in der Artikel-Show, wie leicht der Bau eines Notunterschlupfs ist.
Sehen Sie sich in Ihrer Umgebung um: Wo lässt sich in der Nähe Ihres Standorts, der Unglücksstelle oder Ihres Autos zur Not nächtigen? Infrage kommen sowohl Höhlen, kleine Erhöhungen als auch Talsenken oder flache Mulden. Solche Vertiefungen bieten Windschutz. Hier aber darauf achten, dass Sie nicht am tiefsten Punkt der Talsenke campieren, da die Gefahr besteht, dass dieser durch herabstürzenden Regen oder Überflutung eines nahen Flusses vollläuft.
Höhlen erst mit großer Vorsicht kontrollieren. Hausen vielleicht schon andere Bewohner - vom Bär bis zur Fledermaus - darin, die ihren Schlafplatz nicht teilen wollen? Suchen Sie daher den Boden vor der Höhle und die Höhle selbst auf Tierspuren und Nester ab. Bei Atemproblemen, Schwindel und Übelkeit verlassen Sie sofort die Höhle – mangelnder Sauerstoff und/oder zu viel Kohlendioxid können der Grund dafür sein. Auch eine bläuliche oder schrumpfende Flamme weist auf riskante Luftgasgemische hin. Wenn Sie in der Höhle Feuer machen, dann nie am Eingang. Im ungünstigsten Fall haben Sie das Feuer nicht unter Kontrolle und können nicht mehr aus der Höhle fliehen. Zündeln Sie also nur am hinteren Ende und stellen Sie sicher, dass der Rauch aus der Höhle abzieht. Achten Sie außerdem darauf, das Feuer nicht auf mit Fledermauskot bedeckten Boden anzulegen, da dieser leicht entzündbar ist.
Ist in der näheren Umgebung keine Höhle oder trockene Senke auszumachen, beachten Sie bei der Auswahl des Standorts möglichst folgende Kriterien: Suchen Sie sich einen trockenen, weitestgehend ebenen und waagrechten Boden. Lagern Sie in der Nähe einer Wasserquelle – der Durst ist in Survival-Situationen Ihr ärgster Feind! Ist ein Wald in der Nähe, wählen Sie einen Standort am Rand, um kurze Wege zum Brenn- und Baumaterial Holz zu haben. Von dort kann man außerdem auf die freien Flächen schauen und so Wetter und alle dortigen Aktivitäten gut beobachten. Auf der offenen Fläche kann man auch Signalzeichen für Rettungstrupps errichten. Gleichzeitig bietet der Wald einen besseren Schutz und Tarnung gegen Raubtiere. Möglichst nicht auf den freien Flächen oder Wiesen übernachten, da sich dort morgens Tau sammelt und es stark windig ist.
Um den Windchill-Effekt (Wind nimmt warme Luftschicht um die Körperhaut weg, so dass man die Temperatur kälter empfindet als sie tatsächlich ist) entgegen zu wirken, sollte man sein Nachtlager immer auf der windabgewandten Seite des Waldes oder sonstigen schützenden Barrieren wie ein Busch oder Felsen aufschlagen. Auch den Eingang des Notunterschlupfs sollte man schräg zur Windrichtung bauen, so dass es durch diesen nicht reinzieht, aber auch kein Sog entstehen kann, der den Rauch Ihres Feuers in den Unterschlupf hineinweht.
In einer Notsituation ist schon mit minimalem Einsatz ein angenehmer Hort zu errichten. In Frage kommen viele verschiedene Möglichkeiten. Die Wahl des Bautyps ist einerseits abhängig von der Umgebung, in der man sich befindet, von dem vorherrschenden Klima und der zur Verfügung stehenden Zeit. Andererseits kommt es ebenso auf die vorhandenen Möglichkeiten und die eigenen Survival-Fähigkeiten an. Die einfachste und schnellste Methode, für die man nicht viel Material braucht, ist wohl der Notunterkunft à la Bieberbau oder Lean-To. Dazu braucht man im günstigsten Fall kein Werkzeug. Einfacher ist es allerdings mit Messer, Taschensäge und Schnur. Sehen Sie in der Artikel-Show, wie Sie eine einfache Notbehausung bauen.
Quelle: trax.de
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