
| Wanderlust / Steffen Potratz
Wer die Wahl hat, hat die Qual: Welche Outdoorjacke eignet sich für welchen Einsatz? (Quelle: Wanderlust Magazin/trax.de)
Auch unbeständiges Wetter schreckt richtige Outdoorer nicht ab wandern zu gehen - egal ob im Herbst, Frühling oder sogar im Winter. Doch welche Jacke zieht man in welcher Situation an? Benötigt man nur eine dünne wetterschützende Schicht wie bei der Hardshell oder doch die dick gefütterte Daunenjacke? Das Wanderlust Magazin gibt Tipps zur richtigen Wahl und hat zwölf Modelle von der Softshell über die Hardshell bis zur Doppeljacke unter die Lupe genommen. Die ausführlichen Ergebnisse des Outdoorjacken-Tests finden Sie in der Foto-Show.
Die Wanderlust-Tester waren rundum zufrieden mit den Testmodellen. Es gab nur wenig Kritikpunkte und mindestens ein "gut" für Funktion und Tragekomfort bekam jede Jacke. Besonders gefallen hat die isolierende Jacke Powderhorn "Cosmic X-Press" für Damen beziehungsweise das Herrenmodell "Corbez X-Press": Mit gerade mal 392 beziehungsweise 404 Gramm bekommt sie das Prädikat "Top-Tipp Gewicht". Mit rund 220 Euro liegt die Jacke am unteren Ende der Preisspanne. Dagegen muss man für das Vaude-Modell "Velan 3in1 Jacket"mit 300 Euro tiefer in die Tasche greifen, bekommt dafür aber quasi zwei Jacken und den Top-Tipp Allrounder: Die Doppeljacke ist mit vielen praktischen Details ausgestattet und punktet mit einer guten Kombination zwischen Gewicht und bestem Klimamanagement.
Wer es sportlicher mag, sollte auf die "Trollveggen Flex3 Jacket" von Norröna zurückgreifen. Die Sofshell ist winddicht, hält warm und bleibt dabei trotzdem flexibel, so dass sie jede Bewegung mitmacht. Der Top-Tipp Sport ist daher für den ambitionierten Wintersportler perfekt, und mit 199 Euro die günstigste Jacke im Test. Nur um weniges teurer ist die "Cosset Component Jacket" (Damen) beziehungsweise die "Ridgetop Component Jacket" (Herren) von Marmot.
Für nur 30 Euro mehr als die Norröna-Softshell bietet die Doppeljacke laut den Testern einiges mehr an Funktion: Taschen, Unterarmbelüftung, Verstell- und Anpassmöglichkeiten und die herausnehmbare Innenjacke mit Taschen machen die Marmot zum Top-Tipp Preis/Leistung. Nur das Gewicht (1165 beziehungsweise 1474 Gramm) stört hier ein wenig. Die teuerste Jacke im Test ist die Hardshelljacke von Bergans. Die "Glittertind Jacket" schlägt mit 440 Euro zu Buche, dafür überzeugte sie die Tester mit geringem Gewicht (380 beziehungsweise 448 Gramm), bequemer Passform und guten Klimakomfort.
Vielfältig: Wanderjacken mit eingezippter Innenjacke lassen sich bei den verschiedensten Witterungen einsetzen. Wenn der kühle Herbstwind dem Wanderer die bunten Blätter entgegenfegt, ist es an der Zeit, die Sommerbekleidung in den Schrank zu packen und die Multifunktionsjacke herauszuholen. Bei der Wahl des richtigen Modells muss man sich allerdings schon vor dem Tourenstart über einige Dinge im Klaren sein: Wo soll es mit der Wanderjacke hingehen, und wie extrem wird die Wanderung werden? Eine für alles?
Das heißt natürlich nicht, dass man gleich zehn verschiedene Modelle im Schrank haben muss. Grob unterscheidet man zwischen einem Hardshell, einem Softshell, einer Daunen- oder Kunstfaserjacke und einem Modell mit eingezippter Innenjacke, also einer doppellagigen Jacke. Und hier beginnt die Qual der Wahl.
Wer sich nach dem Zwiebelprinzip ankleidet, für den empfiehlt sich ein Hardshell. Der große Vorteil der Jacken: Sie sind wind- und wasserdicht. Allerdings haben sie auch einen Nachteil: Da sie nicht gefüttert sind, ist die Isolationswirkung der Hardshelljacken relativ gering. Nur mit der passenden Unterbekleidung aus Unterwäsche und Isolationsschicht, also dem Zwiebelprinzip, wird der Träger gewärmt.
Wer nicht oder nur mit leichtem Regen rechnet und gerne eine Jacke hat, die atmungsaktiver ist als ein Hardshell, der sollte auf ein Softshell zurückgreifen. Die weiche Hülle gibt es teilweise auch in gut isolierenden Winterausführungen. Ebenso wie das Hardshell ist die Jacke ohne das passende „Darunter“ allerdings nicht für extreme Kälte geeignet.
In diesem Fall sollte man eher eine Daunen- oder Kunstfaserjacke wählen. Denn mit zunehmender Kälte muss auch die Jacke dicker werden. Die Modelle aus Daune und Kunstfaser wärmen in der Regel sehr gut und sind auch verhältnismäßig leicht. Gefüllt sind die Jacken, wie der Name schon sagt, mit Natur- oder Kunstfasern. Dank der Innovationen vieler Hersteller reichen Kunstfasern wie beispielsweise PrimaLoft mittlerweile nahe an die Wärmeleistung einer Daune heran. Zudem trocknen sie schneller und lassen sich auf ein minimales Packmaß zusammenstauchen. Gut, wenn man die Jacke bei anstrengenden Touren im Rucksack verstauen will!
Ein echter Tausendsassa unter den Jacken ist das doppellagige Modell. Diese Jacken kombinieren eine Isolationsschicht - meist aus Fleece oder einer anderen Kunstfaser - mit einer wetterfesten Außenjacke. Toll ist, dass sie dadurch sehr variabel einsetzbar sind. Ist es noch recht warm und das Wetter bescheiden, reicht es, die Außenjacke zu tragen. Will man nur eine Isolation, greift man zum Fleece, und wenn es kalt wird und das Wetter nicht mitspielt, kann man die Isolationsschicht per Reißverschluss oder Knopfsystem in die Jacke einfügen. Allerdings haben die Modelle auch einen kleinen Nachteil: Sie sind in der Regel recht schwer und eignen sich deshalb nur bedingt für sehr sportliche Wanderungen.
Grundsätzlich sollte man neben dem Wetter auch beachten, wie schwer die Tour werden wird. Es nützt natürlich nichts, wenn man eine dicke Daunenjacke anzieht, sich aber sehr viel bewegt. Dadurch heizt sich der Körper schnell auf, und es kann zu Problemen kommen.
Eine gute Jacke zeichnet sich jedoch nicht nur durch das gute Material aus. Es kommt auch auf die vielen kleinen und manchmal sehr unscheinbaren Details an. Diese machen das Wandern sehr viel komfortabler und erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Jacke. So ist es beispielsweise von großem Vorteil, wenn sich die Arme und der Saum der Jacke verschließen lassen. Meist geschieht dies durch einen Klettverschluss oder einen Gummizug. Damit verhindert man, dass Wind und auch Kälte durch die Öffnungen an den Körper gelangen.
Getapte Reißverschlüsse sind vor allem dann von Nutzen, wenn es regnet oder schneit. Sie dichten den Reißverschluss ab und sorgen dafür, dass auch an diesen Stellen kein Wasser eindringen kann. Über viele Taschen freuen sich vor allem Wanderer, die auf kurzen Touren unterwegs sind und nicht unbedingt einen Rucksack mitnehmen wollen. Auf längeren Touren mit dem „Lastesel“ auf dem Rücken sind Napoleontaschen vorteilhaft. Diese sind in Brusthöhe angebracht und lassen sich auch bei aufgesetztem Rucksack gut erreichen.
Da es vor allem im Herbst und Winter gerne auch mal windig und damit extrem kalt werden kann, ist eine gut isolierende Kapuze mit einem hohen Kragen von Vorteil, denn der Kopf kann schnell auskühlen und gibt viel Körperwärme ab. Die Kapuze muss natürlich verstellbar sein, denn nur so ist gewährleistet, dass sie den Kopf perfekt umschließen kann. Zu guter Letzt ist vor allem die Passform der Jacke wichtig, denn nur wenn die „Auserwählte“ optimal sitzt, kann sie ihre volle Funktion entfalten.
Auch im Winter sollte die Jacke möglichst häufig gewaschen werden, da sich durch das Schwitzen Salze in den Funktionsfasern ablagern, die die Funktion der Fasern einschränken. Dazu möglichst ein rückstandsfreies Waschmittel benutzen und auf Weichspüler verzichten. Zudem darf die Jacke keiner großen Hitze ausgesetzt werden, da dies schädlich für die Funktionsfasern ist. Für Daunenjacken gibt es einen speziellen Waschball.
Gibt man diesen mit in die Wäsche, verhindert er, dass die Federn der Daune verkleben. Alle Jacken können ruhig ein zweites Mal durchgespült werden, um zu verhindern, dass Rückstände bleiben. Im Anschluss geht es ans Trocknen der Jacke. Die Modelle können alle auf der Leine getrocknet werden. Alternativ kann man die Jacken auch in den Trockner geben, allerdings maximal 15 Minuten auf niedrigster Stufe. Wie beim Waschen gilt auch hier: Zu viel Hitze schadet.
Daunenjacken sollte man während des Trocknens häufiger schütteln, um diese bauschig zu halten. Vorteil der leichten Wärme: Sie aktiviert die Imprägnierung. Diese kann alternativ auch per Sprühimprägnierung erneuert werden.
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