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Mit dem Sportgepäck ins Flugzeug

14.06.2012, 16:10 Uhr | Rainer Krause

Fahrrad, Surfbrett, Kanu oder Gleitschirm: Als Fluggepäck entstehen extra Kosten. (Quelle: SRT \Lufthansa)

Fast alles findet im Bauch des Fliegers Platz. (Quelle: Lufthansa/SRT )

Sportler, die ihre Ausrüstung in die Ferien mitnehmen wollen, sollten sich die Preislisten der Fluggesellschaften genau ansehen. Denn fast alle Airlines haben an der Preisschraube gedreht. Vergessliche werden zusätzlich mit einer Strafgebühr belegt: Wer sein Sportgerät nicht rechtzeitig anmeldet, der zahlt am Flughafen bis zum Dreifachen der eigentlichen Gebühr. Eine Ausnahme macht Lufthansa. Sie hat ihr seit Juni geltendes neues Regelwerk für Sportgepäck stark vereinfacht und vor allem auf Fernstrecken die Preise reduziert. Wir haben die Sportgepäck-Tarife der wichtigsten Urlauber-Fluggesellschaften verglichen.

Air Berlin

Air Berlin berechnet für große Sportgeräte auf der Kurz- und Mittelstrecke pauschal 50 Euro pro Strecke, Fernreisende zahlen 75 Euro. Das gilt inzwischen auch für die Golfausrüstung. Die Gewichtsgrenze für das getrennt vom übrigen Gepäck verpackte Sportgerät liegt bei 32 Kilogramm, darüber werden bis 32 Kilogramm Übergepäck pauschal nochmals 50 Euro (Langstrecke 100 Euro) fällig. Vielflieger mit Topbonus-Card und Inhaber der Topbonus-Service-Card (119 Euro im Jahr) können ein Sportgepäckstück ohne Aufpreis mitnehmen. Schnäppchenflieger mit Just-Fly-Tarif können dagegen gar kein Sportgerät mitnehmen, auch nicht gegen Bezahlung. Und Kanu- und Kajakfahrer müssen bei Fernreisen auf das eigene Gefährt verzichten. Alle Sportgeräte müssen bis spätestens 48 Stunden vor Abflug online angemeldet werden. Wer das vergisst, der zahlt eine empfindlich hohe "Strafgebühr" von 100 Euro, bei Langstrecken 125 Euro.

Condor

Auch bei Condor kostet das Sportgepäck auf der Kurz- und Mittelstrecke 50 Euro und auf Fernstrecken 75 Euro pro Flug. Es darf allerdings nur 30 Kilogramm wiegen und die Maße von 400x70x55 Zentimeter (bei Gleitschirmen 130x90x70 cm) nicht überschreiten. Größere Sportgeräte kosten das Doppelte. Jedes weitere Sportgepäckstück wird mit der regulären Übergepäckgebühr pro Kilo berechnet und ist ebenfalls separat zu transportieren. Ausdrücklich weist Condor darauf hin, dass "im Sportgepäck keine anderen Gegenstände enthalten sein dürfen, als diejenigen, die unmittelbar zur Ausübung des Sports zählen, insbesondere keine Bekleidung." Das werde von den Mitarbeitern am Check-in stichprobenartig überprüft. Ohne Anmeldung (48 Stunden vor Abflug) erhöht sich die Sportgepäckgebühr um 50 Euro pro Strecke. Gäste in der Comfort Class können ein Sportgepäck bis 30 Kilogramm ohne Aufpreis mitnehmen.

Easyjet

Kompliziert und auch teuer wird es bei Easyjet. Der Billigflieger kassiert für jedes Gepäckstück ab dem ersten Gramm - nur ein Handgepäckstück können die Passagiere ohne Zusatzkosten mitnehmen. Wie viel das "Aufgabegepäck" kostet, das erfährt der Passagier erst bei der Online-Buchung des Flugs. Das Gepäckstück darf nicht mehr als 20 Kilogramm wiegen. Für die Beförderung von Sportgeräten erhebt Easyjet eine Gebühr von 30 Euro bei Vorauszahlung oder 35 Euro am Flughafen. Damit erhöht der Passagier allerdings nur das zulässige Höchstgewicht für Aufgabegepäck (einschließlich des zusätzlichen Gepäckstücks) auf 32 Kilogramm. Wiegt das gesamte Gepäck mehr, sind Gebühren für Übergepäck in Höhe von zwölf Euro pro Kilogramm fällig. Viel Spaß beim Rechnen!

Germanwings

Einfacher macht es die Lufthansa-Billigflugtochter Germanwings. Pro Gepäckstück bis 20 Kilogramm, das online oder via Call Center angemeldet wird, fällt ein Zuschlag von zehn Euro an. Bei der Anmeldung am Flughafen werden 20 Euro pro Gepäckstück berechnet. In den Tarifen Best und Flex ist Gepäck inklusive. Online angemeldete Sportgeräte bis 30 Kilogramm kosten zusätzlich 40 Euro pro Strecke, nur Skigepäck ist gratis.

Lufthansa

Lufthansa hat zum 1. Juni 2012 das Konzept für Sondergepäck geändert. Für Sportler wird es vor allem auf Langstrecken erheblich günstiger. Die umfangreiche Sportgepäckliste von der Angelausrüstung bis zum Windsurfbrett mit Zubehör kennt nur noch zwei Preiskategorien: Kleineres Equipment kostet auf Europastrecken 50 Euro, interkontinental 100 Euro, für größere Geräte wie Fahrräder, Reitausrüstung und Boards werden innerhalb Europas 100 Euro, bei Fernflügen 200 Euro berechnet. Kostenlos ist eine Skiausrüstung auf allen Strecken mit Ausnahme der Nordatlantikrouten. Das Sondergepäck muss 24 Stunden vor Abflug angemeldet werden. Gewichtsgrenzen gibt es nicht, es gibt nur eine verbindliche Liste der Bestandteile des Sportgeräts. Die Freigepäckmenge für das normale, kostenlose Gepäckstück liegt bei 23 Kilogramm, in der Business Class sind es zwei Stück à 32 Kilogramm, jeweils auf allen Strecken. Sportgepäck ist in den Freigepäckbestimmungen enthalten, wenn die jeweiligen Begrenzungen nicht überschritten werden.

Ryanair

Bei Ryanair kostet ein bei der Buchung angemeldetes Gepäckstück bis maximal 15 Kilogramm Gewicht je nach Saison und Strecke zwischen 15 und 50 Euro. Kommt man ohne Anmeldung zum Check-in, verteuert sich das Köfferchen auf 60 bis 120 Euro. Sportgeräte dürfen nur 20 Kilogramm wiegen (Fahrräder 30 Kilogramm) und kosten pro Stück und einfachem Flug 50 Euro bei Online-Buchung zusammen mit dem Flug, 60 Euro bei Bezahlung am Flughafen. Jedes weitere Kilogramm kostet 20 Euro.

Sun Express

Am günstigsten kommen Sportler bei Sun Express weg. Nur 25 Euro kosten große Sportgeräte wie Fahrräder, Surfboards, Tauchgepäck oder Golftaschen pro Strecke, die Gewichtsgrenze liegt bei 30 Kilogramm. Das zusätzliche Sportgepäck muss bis drei Tage vor Abflug angemeldet werden. Die Gewichtsgrenze für den Koffer liegt bei 20 Kilogramm. Darüber werden, auch für schweres Sportgepäck, zehn Euro pro Kilogramm berechnet.

TUIfly

Bei TUIfly kostet Sportgepäck bis 30 Kilogramm pauschal 50 Euro. Kostenlos ist die Online-Anmeldung, die telefonische Anmeldung im Servicecenter kostet fünf Euro. Ohne Anmeldung werden am Flughafen zehn Euro extra verlangt, außerdem gibt es keine Mitnahmegarantie. An Freigepäck darf man ein Stück mit maximal 20 Kilogramm mitnehmen, die Koffer von Inhabern der "TUI Card Gold" dürfen 30 Kilogramm wiegen. Jedes weitere Gepäckstück kostet zehn Euro oder am Flughafen 20 Euro, die Freigepäckgrenze von 20, bzw. 30 Kilogramm erhöht sich dadurch allerdings nicht. Dafür muss man ein Übergepäckpaket kaufen: Bis fünf Kilogramm kosten 35 Euro, bis zehn Kilogramm 65 Euro, bis 20 Kilogramm 100 Euro.

Quelle: srt

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