
05.12.2012, 13:37 Uhr | Sybille Boolakee
Snowkiten in der Schweiz: Mit vollem Karacho schießen Kiter durch den lockeren Pulverschnee. (Quelle: dpa)
"Arme lang!" ruft der Snowkite-Trainer seinen Schützlingen zu. Mit vollem Karacho schießen sie durch den lockeren Pulverschnee. Bloß nicht an der Lenkstange des Drachens, dem Bar, festklammern, sondern die Arme schön strecken, und schon wird die wilde Fahrt durch den Schnee langsamer. Snowkiten ist die winterliche Variante vom Kitesurfen, die jeder lernen kann, der Snowboard oder Ski fährt, und hat sich in den vergangenen Jahren zum trendigen Wintersport gemausert. So schön ist Snowkiten - klicken Sie sich durch die Foto-Show.
Snowkiter lassen sich auf ihrem Snowboard oder ihren Ski von einem Lenkdrachen mit Hilfe der Windkraft über verschneite Wiesen ziehen, und mit etwas Mut und Muskelkraft können sie ein Stück weit fliegen, spektakuläre Sprünge meistern und Tiefschneehänge sogar bergauf gleiten. Zum Snowkiten braucht man keine aufwendig präparierten Pisten und teuren Liftanlagen, sondern nur einen Kite-Schirm, Ski, Schnee und Wind. Anfänger sollten jedoch nicht auf eigene Faust erste Erfahrungen sammeln, sondern einen Snowkite-Kurs besuchen. Snowkiten ist leichter zu lernen als Surfen auf dem Wasser und macht einfach viel Spaß.
Zu einem Snowkite-Paradies hat sich in den vergangenen Jahren der Bayerische Wald entwickelt. Dort, rund um St. Englmar und Philippsreut, finden Snowkitefans ein geeignetes Terrain, um stundenlang sanft mit dem Gleitschirm über verschneite Wiesen zu cruisen. Ein Vierstunden-Grundkurs ist eine schöne Abwechslung im Winterurlaub und kostet bei Kite-Bar 150 Euro (www.kite-bar.de, Tel. 0171/2760555).
Auch im Salzkammergut eignen sich der beständige Wind und die leicht hügelige Voralpenlandschaft perfekt zum Snowkiten. In Thalgauberg, dem ersten und größten Snowkitepark Österreichs, hat der Kite-Pionier Hardy Brandstötter eine Snowkite-Schule aufgebaut und schwärmt von der spektakulären Anlage. Nicht nur technisches Können steht bei den Kursen in Thalgau im Vordergrund, sondern auch eigenverantwortliches und sicheres Verhalten. Ein Vierstunden-Grundkurs kostet im Snowkitepark Thalgauberg 130 Euro (www.snowkiting.at, Tel. 0043/676/84102411).
Noch leichter lässt sich die Trendart des Wintersports auf zugefrorenen Seen erlernen - keine Bäume, keine Hochspannungsleitungen und unübersichtlichen Kuppen stören beim Snowkiten. Der Reschensee in Südtirol ist bei den Sportlern aufgrund der guten Windverhältnisse sehr beliebt. Dort haben sich Kitefans aus vielen Nationen auch zur ersten Europameisterschaft im Snowkiten vom 20. bis zum 22. Januar getroffen. Auf dem schneebedeckten, gefrorenen Stausee werden in den Wintermonaten täglich Kurse der Kitesurfschule Reschen angeboten. Ein Zweitages-Grundkurs mit einer Übernachtung mit Frühstück kostet ab 209 Euro pro Person (www.kiteschool.it, Tel. 0039/335/6026836).
Ab Mitte Januar treffen sich Snowkiter alljährlich im Oberengadin in der Schweiz - und jedes Jahr werden es mehr. Auf dem Berninapass und dem Silvaplanasee finden die Kite-Piloten attraktive Reviere mit beständigem Wind und viel Platz für gewagte Sprünge. Mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde flitzen sie mit vollem Karacho über den Schnee. Bereits seit 1994 bietet die Snowkite-Schule Silvaplana Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Ein Dreistunden-Grundkurs kostet 120 Schweizer Franken, das sind etwa 100 Euro (www.kitesailing.ch, Tel. 0041/81/8289767).
Auf dem Rittner Horn bei Bozen in Südtirol mit seinen weiten, schneebedeckten Flächen können Snowkiter den grenzenlosen Sport zwischen Himmel und Schnee vor der atemberaubenden Kulisse der Sarntaler Alpen erleben. Erfahrene Kiter springen dort bis zu 100 Meter weit und mehr als 10 Meter hoch. Die Kiteschule Skywalker, die auch am Feldberg im Schwarzwald und in Zell am See in Österreich Kiteschulen betreibt, bietet einen Vierstunden-Grundkurs ab 120 Euro und einen intensiven Tageskurs "Kite in a day" für zwei Personen mit einem Lehrer für 190 Euro pro Person (http://it.kiteschule-skywalker.de, Tel. 0711/67349891).
Das gelobte Land aller Snowkiter ist jedoch das Gebirgsdorf Geilo in Norwegen. Viele Snowkite-Profis verbringen auf dem Hardangervidda-Hochplateau den ganzen Winter in dem vermutlich besten Snowkite-Spot der Welt. Dort trifft sich die Elite des neuen Trendsports zum "Cruisen" und "Sliden" und zu gewagten Sprüngen bei sekundenlangen "Airtimes". Keine Frage, Kiten ist cool. Reiseveranstalter "Ski und mehr" bietet sieben Übernachtungen in Geilo, zwei Übernachtungen auf der Fähre inklusive Pkw-Stellplatz von Kiel nach Oslo im Achtbett-Appartement ab 279 Euro pro Person an (www.snowkiten-norwegen.de, Tel. 0431/2597030).
Quelle: srt
Wenn sie sich hinab stürzen, stockt einem schon beim Zuschauen der Atem. zum Video
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