
18.03.2013, 15:39 Uhr | SP
Gegen nicht enden wollenden Fußschmerz beim Skifahren hilft nur eins: die individuelle Skischuhanpassung. (Quelle: Fischer)
Gibt es das? Skifahren ohne Fußschmerzen? Ohne Druckstellen, Taubheitsgefühle, ohne ein „zu eng“, „zu weit“? Den meisten von uns hat die harte Schale schon so manch einen Skitag zur Qual gemacht. Doch es geht auch anders: Wer statt Tragetortur den Tragekomfort genießen will, sollte sich an Profis wenden. Die Wahl der Skischuhe erfordert Aufmerksamkeit und Zeit – doch es lohnt sich! Inzwischen gibt es nicht nur die unterschiedlichsten Modelle für die jeweiligen Einsatzzwecke und Fahrertypen, sondern auch diverse individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Wir verraten Ihnen, wie Sie von der harten Schale bis zum Fußbett das optimale Bindeglied zwischen Ihnen und dem Ski finden. Wie das individuelle Anpassen von Skischuhen aussehen kann, zeigen wir in unserer Foto-Show.
So ein Skischuh, der kann echte Schmerzen bereiten. Mal passt der ganze Schuh nicht und die natürliche Form des Fußes erfährt insgesamt eine Einengung. Mal drücken „nur“ bestimmte Problemstellen. Oder man scheuert sich den Fuß wund, weil der Schuh zu wenig Halt gibt. Was man auch häufig zu spüren bekommt: Blutfluss und Sensorik sind beeinträchtigt und der Fuß schläft ein. Nicht gerade die optimale Voraussetzung für einen schönen, aktiven Skitag, bei dem man sich auf den Sport- und Schneegenuss konzentrieren möchte...
Wer sich bisher immer wieder mit Skischuhproblem gequält hat, sollte sich die Skischuhe von Spezialisten anpassen lassen. Einst musste man nach ihnen suchen, heute gibt es zahlreiche Spezialfachgeschäfte, die das Handwerk beherrschen und auch die Hersteller kommen mit immer neuen Innovationen auf den Markt, die die optimale Passform versprechen. Individuell auf den Fuß zugeschnitten, sind die Skischuhe nicht länger ein schmerzender Klotz am Bein, sondern tragen sich angenehm und sorgen für die richtige Verbindung zwischen Mensch und Ski.
Bei der individuellen Skischuhanpassung geht man ähnlich vor wie bei der Anpassung orthopädischer Schuhe oder Einlagen - es wird Maß genommen. Das funktioniert längst nicht mehr nur in den kleinen, versteckten Werkstätten, zu denen einst selbst die Skirennfahrer pilgerten. Gute Fachgeschäfte bieten inzwischen einen detaillierten Service an und haben die richtigen Utensilien vor Ort. Das beginnt bei der Bestimmung der Anatomie des Fußes sowie einer Analyse der Fußstellung – natürlich auch unter der Berücksichtigung des fahrerischen Könnens. So kann die Sohle als ‚Fundament’ millimetergenau angepasst werden. Beim Innenschuh kann dank Schäumung eine ideale Fuß-Schuh-Einheit erreicht werden und die harte Schale kann (durchaus auch nachträglich) individuell geweitet oder ausgefräst werden.
Natürlich schlafen auch die Skischuhhersteller selbst nicht. Eine Technologie, die sich bei guten Skisport-Händlern findet, ist zum Beispiel das Vacuum Fit-System der österreichischen Firma Fischer. Bei ihrem „Bootfitting“ geht es in mehreren Arbeitsschritten zur (hoffentlich) optimalen Harmonie zwischen Fuß und Schuh. Man beginnt mit dem Einheizen: Das geschulte Personal wärmt die Skischuhschale in einem speziellen Ofen. Der Kunde steigt dann in den erwärmten Schuh, der mit einer Art Druckluft-Sack umhüllt wird. Man begibt sich in die Position, die man normalerweise beim Skifahren einnimmt. Als letzten Schritt erhöht der Fachhändler schließlich per Kompressor den Luftdruck und formt den Schuh so von außen an den darin steckenden Fuß an. Das Ganze lässt sich obendrein mit gängigen Innenschuh-Anpassungen wie geschäumten Innenschuhen oder Ausgleichsmaßnahmen bei X- oder O-Beinen problemlos kombinieren. Man muss nur etwas Zeit mitbringen: Rund zwanzig Minuten dauert das ganze Prozedere.
Beim Ski- und Schuhhersteller Salomon setzt man ebenfalls auf die Anpassung von Innenschuh und Schale, allerdings geschieht das von innen heraus. Custom Fit beziehungsweise Custom Shell nennt die Marke das. Zunächst wird auch hier die Schale im Ofen erwärmt und man steigt hinein. Durch die per Wärme gewonnene Flexibilität des Außenmaterials dehnt sich der Schuh an den notwendigen Stellen entsprechend. Wichtige Voraussetzung ist hier aber, dass der Schuh bereits von der Leistenbreite her sitzt, denn die Schale kann sich zwar ausdehnen, doch verengen funktioniert auf diesem Weg nicht. Anschließend wird auch der Innenschuh angepasst, der sich durch thermoformbaren Schaum an die Fußkontur anschmiegt.
Gewissermaßen in Echtzeit und nur bei Bedarf funktioniert Atomics Live Fit-Konzept. Eine Ausbuchtung auf der Schuhaußenseite im Bereich der Fußballen gibt, wenn nötig, etwas nach und dadurch zusätzlichen Platz für den Vorfuß frei. Gleichzeitig sorgt eine durchgängige Kunststoffschale an der Innenseite für die notwendige Kraftübertragung. Das Ergebnis: hoher Fahrkomfort bei gleichzeitiger Kontrolle. Wenn da nur die Missstände beim Skifahren selbst nicht wären....
Zu guter Letzt gibt es natürlich auch die Möglichkeit, seinen Schuh vom Spezialisten in Handarbeit von der Schale bis zum extra angefertigten Innenschuh anpassen zu lassen. Man muss vorweg sagen, dass das natürlich kostet, aber: Wer ernsthafte Probleme hat, die auch durch mehr oder minder umfangreich angepasste Schuhe wie oben beschrieben nicht zu beheben sind, der wird das Geld gerne in die Hand beziehungsweise an die Füße nehmen.
Quelle: KGK
Wenn sie sich hinab stürzen, stockt einem schon beim Zuschauen der Atem. zum Video
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Kollisionsgefahr zwischen Skifahrern und Tourengehern droht. zum Video
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