
11.12.2012, 14:33 Uhr
Skigebiete der Extreme: Die höchste Höhedifferenz, 2690 Höhenmeter, überwindet man am Grat der Aiguille du Midi und dem Auslauf in den Wäldern am Rand von Chamonix. (Quelle: Robin L. /SRT )
Skifahrer und Snowboarder können sich weltweit in Tausenden von Skigebieten austoben. Eine kleine Minderheit hebt sich dabei von der Masse der Skiregionen ab, denn sie haben etwas, was andere nicht haben: Weltrekorde. Höher, größer oder schwerer geht es einfach nicht. Eine ganze Reihe dieser Skigebiete der Superlative liegt natürlich in den Alpen oder Nordamerika, aber Sie werden staunen, wo man noch überall in der Welt Skifahren kann. Wir stellen die Rekordhalter der weltweiten Skigebiete auch in unserer Foto-Show vor.
Die längste durchgehend präparierte, markierte und gesicherte Skiabfahrt Nordamerikas ohne Zwischenanstieg führt vom kanadischen Blackcomb Mountain (2284 Meter) hinunter nach Whistler Village (675 Meter) und misst 13,5 Kilometer. Wer Kurven fährt, der kann da noch eine Schippe drauflegen (www.whistlerblackcomb.com).
Genau 2690 Höhenmeter liegen zwischen dem Startpunkt der Abfahrt durch das Vallée Blanche hoch oben am Grat der Aiguille du Midi und dem Auslauf in den Wäldern am Rand von Chamonix. Mehr geht für den gemeinen Seilbahnnutzer nirgends. Aber Achtung: Es handelt sich um eine hochalpine Tourenabfahrt durch Gletscherbrüche und über das spaltenreiche Mer du Glace (www.compagniedumontblanc.fr).
Eine von der französischen Firma Poma 2005 fertig gestellte Gondelbahn führt am Berg Apharwat oberhalb von Gulmarg in der indischen Provinz Kashmir bis auf 3980 Meter Höhe. Sie erschließt Terrain, das in der Freeriderszene Kultstatus genießt. Berüchtigt ist allerdings auch die Störanfälligkeit der Bahn, also zur Sicherheit Tourenausrüstung einpacken (www.gulmarg.org).
Wer schon immer mal schlecht schlafen wollte: Die Chancen dafür sind im chilenischen Valle Nevado am höchsten. Die Hotels des Nobelresorts klammern sich in 3025 Meter Höhe auf einen Felssporn inmitten 5000 Meter hoher Andengipfel und des größten Skigebiets der südlichen Halbkugel (113 Kilometer Pisten), der Tres Valles (www.vallenevado.com).
Ebenso hoch liegen die Chalets von Afriski, dem einzigen Skigebiet in Lesotho. Das liegt im südlichen Afrika auf 28°49' und damit näher am Äquator als alle anderen Skigebiete weltweit. Auch die Sonne scheint dort ziemlich regelmäßig. Vorletzten Winter hat es nicht einmal geschneit, aber zum Glück gibt's für das Skifahren eine Beschneiungsanlage (www.afriski.net).
Das im amerikanischen Bundesstaat Utah gelegene Alta versinkt geradezu im Schnee und zwar ziemlich verlässlich jeden Winter. Flaumleicht sind die 12,7 Meter Schnee zudem, die durchschnittlich zwischen Oktober und Mai auf die Pilgerstätte von Pulverfreaks aus aller Welt niedergehen (www.alta.com).
Mit der größten Neuschneemenge glänzt der Mount Baker im US-Staat Washington. Es gibt dort keine Unterkünfte, aber immerhin zehn Lifte. Der lediglich 1551 Meter hohe Skiberg verbucht die laut Guinness Buch der Rekorde größte jemals während einer Saison gefallene Neuschneemenge: 2896 Zentimeter, gemessen im Winter 1998/99 (www.mtbakerskiarea.com).
Schneereich heißt noch lange nicht schneesicher. Der einzige Ort der Welt, der außerhalb einer Halle Skifahren auf Schnee an 365 Tagen im Jahr garantiert, ist Zermatt in der Schweiz. Selbst im August liegt auf dem Gletscher des Plateau Rosa zwischen 3424 und 3885 Metern verlässlich Schnee, und von Oktober an kann man dank temperaturunabhängiger Beschneiungstechnik bereits bis auf 2905 Meter Höhe abfahren (www.zermatt.ch).
Der Silverton Mountain in Colorado sprengt alle gängigen Vorstellungen von einem Skigebiet: keine präparierten Pisten, keine Unterkünfte, nur ein Lift, der drei sensationell steile Bergflanken zum Skifahren erschließt. Die leichteste Abfahrt hat 35 Grad Neigung und ist damit steiler als die schwersten Hänge in ungefähr 99 Prozent aller anderen Skigebiete dieser Welt (www.silvertonmountain.com).
Wer meint, auf den Pisten der Alpen wäre es wegen der ganzen Expresslifte inzwischen zu voll zum Skifahren, der weiß nicht, wie es in Südkorea zugeht. Im Daemyung Vivaldi Park sieht man den Schnee vor lauter Menschen kaum: 2605 Skifahrer baggern die zehn Lifte hier stündlich auf jeden Pistenkilometer, wenn alle Sessel besetzt sind, also eigentlich immer (www.daemyungcondo.com).
Noch nicht überfüllt sind die Pisten von Rosa Khutor, dem Skigebiet, in dem 2014 die alpinen Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele von Sotschi stattfinden werden. Es ist nämlich ein junges Skigebiet, das erst für die Saison 2010/11 eröffnet wurde. An den Start ging es mit vier Liften: Olympia, National Forest, Caucasus Express und Wolf Rock. Den Skiurlaubern stehen derzeit 15 Pistenkilometern zur Verfügung. Im Endausbau soll das Skigebiet 80 Kilometer Pisten zwischen 570 und 2.300 Meter Höhe bieten (www.rosaski.com).
Quelle: t-online.de
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