
09.01.2013, 17:53 Uhr | Brigitte von Imhof
Am Kronplatz in Südtirol kommen Genussskifahrer genauso auf ihre Kosten wie technisch anspruchsvollere Wintersportler. (Quelle: Martin Schönegger )
Der Kronplatz in Südtirol gibt sich im Gegensatz zu den dramatischen Dolomiten eher unspektakulär. Seine weiße, runde, baumfreie Kuppe, die sich über einem dichten Waldgürtel erhebt, hat ihm den Beinamen "Glatzkopf" eingebracht. Doch der hat's in sich: In 2275 Meter Höhe eröffnet sich von dem Skiberg ein 360-Grad-Panorama mit Gänsehautfaktor. Im Norden und Westen geht der Blick hinüber nach Österreich auf die Stubaier, die Ötztaler und die Zillertaler Alpen sowie auf den mächtigen Ortler. Auf der gegenüberliegenden Seite erheben sich die zackenbewehrten Zinnen der Dolomiten. Doch als Skigebiet braucht sich der Kronplatz nicht zu verstecken. Von seinem kahlen Scheitel streben unzählige Genussabfahrten, aber auch höchst anspruchsvolle Pisten in drei Himmelsrichtungen in drei Täler. Eine der langen Talabfahrten endet in der Gemeinde Olang, wo "Wetten, dass...?"-Moderator Markus Lanz groß geworden ist und das Skifahren gelernt hat. Wir stellen Ihnen das Skigebiet am Kronplatz auch in unserer Foto-Show vor.
Auch wenn der Showmaster und Talkshow-Gastgeber offiziell nicht als PR-Lokomotive für sein Heimat-Skigebiet fungiert, kommt er doch regelmäßig nach Hause zu Familie und Freunden. Hier hat er sich einen Berghof gekauft. Und wann immer sich die Gelegenheit ergibt, zieht er einige Schwünge auf dem Kronplatz, seinem Hausberg.
Südtirols Skiberg Nummer 1 kann mit 114 Pistenkilometern aufwarten, die von 32 modernen Liftanlagen erschlossen werden. Sie können zu 100 Prozent beschneit werden und garantieren auch in schneearmen Wintern ungetrübten Pulverschneegenuss. Gleich acht hochmoderne Gondel- und Sesselbahnen schaufeln Skifahrer und Snowboarder vom Tal aus in alle Richtungen auf das weitläufige Gipfelplateau, dessen Ehrfurcht-verströmender Mittelpunkt die Concordia bildet, eine 18,1 Tonnen schwere Friedensglocke mit drei Metern Durchmesser. Ihr Klang ist täglich von Mittwoch bis Sonntag um 12 Uhr zu vernehmen. Auf dem Rondell darunter können sich die Skifahrer an einem aus Bronze gegossenen Rundum-Panorama, auf dem die markantesten Gipfel eingezeichnet sind, einen Überblick verschaffen.
Unzählige Menschen und Restaurants finden sich auf dem riesigen Areal, und die Gedanken schweifen zu vermutlich hoffnungslos überfüllten Pisten. Doch siehe da: Die Vielzahl der Abfahrten sorgt dafür, dass sich die Skifahrer gut auf den Pisten verteilen. Die meisten bevorzugen die Genuss-Schneewiesen auf der Ost- und Südseite, die auch von Einsteigern problemlos zu bewältigen sind. Über St. Vigil reicht ein Arm des Skigebiets sogar bis zum Piz des Plaies, der mit seinen anspruchsvollen Abfahrten etwas abseits liegt.
Sportlich geht es auch auf der Nordseite des Kronplatzes zu. Die Talabfahrten Sylvester und Herrnegg schlängeln sich durch schmale Waldschneisen talwärts, ein Steilhang geht in den nächsten über. Weiter unten ist die Neigung wieder moderater, so dass man einmal tief durchatmen kann, bevor es mit der Bergbahn wieder nach oben geht.
Zwei Snowparks machen den Kronplatz zur begehrtesten Winterdestination in ganz Südtirol. Der Easy Park unterhalb der Belvedere-Bergstation und der Jib Park auf der Piste Korer in der Nähe der Talstation Bruneck/Reischach sind mit allen erdenklichen Features ausgestattet, die Boarder glücklich machen.
Zeit für den Einkehrschwung. In der Graziani Hütte (bei der Abfahrt Nr. 12) kann man bei Livemusik seine Hirtenmakkaroni, Speckknödel oder Spinatspatzn mit Waldpilzen genießen. Verführerisch nach deftigen Pfandl-Spezialitäten duftet es vor der Herzl Alm an der Mittelstation der neuen Riedbahn. 40 Hütten und Bergrestaurants machen die Suche nach einer gemütlichen Einkehr zu einem Kinderspiel.
Apropos Kinder: Sie sind am Kronplatz die Könige. Im Talbereich von Reischach wurde speziell für sie die Achterkabinenbahn CroniExpress gebaut, die das ideale Übungsgelände für Kids und Skianfänger erschließt. Croniworld auf dem Gipfel ist ein Kinderparadies mit Kinderrestaurant, Indoor-Spielfläche, Zauberteppich und Kinderschloss. Für Erwachsene heißt es: Wir müssen draußen bleiben. Grämen müssen sie sich deswegen nicht, sie können stattdessen in die Après-Ski-Szene an den Talstationen und in den Kronplatz-Gemeinden eintauchen, wo es schon nachmittags recht lustig wird. Ein Klassiker ist das K 1; etwa ab 15 Uhr geht hier die Post ab. Von Freitag bis Sonntag kann man nahtlos ins Disco-Nachtleben schunkeln - aus deftig mach stylisch, nichts einfacher als das.
Nicht nur als Notprogramm für einen Schlechtwettertag sollten Urlauber einen Besuch in Bruneck einplanen, dem Hauptort der 14 Kronplatz-Gemeinden und des gesamten Pustertals. Die Stadt mit ihrem historischen Stadtkern und den mittelalterlichen Häuserreihen punktet mit hervorragenden Restaurants und tollen Shopping-Möglichkeiten. Hier atmet man das Flair, das ganz Südtirol so unwiderstehlich macht: alpine Bodenständigkeit, kongenial gemixt mit italienisch-mediterraner Leichtigkeit.
Weitere Informationen:
Preisbeispiele: 7 Übernachtungen für Personen im 4-Sterne Sporthotel Winkler in Stefansdorf inklusive Skipass ab 1382 Euro, Stefansdorf 28a, I-39030 St. Lorenzen, Tel. 0039/0474 549020, sporthotel@winklerhotels.com;
Hotel Mühlgarten in St. Lorenzen, 4 Nächte ab 356 Euro Ü/HP, Stefansdorf 31, I-39030 St. Lorenzen, Tel: 0039/0474 548330, www.muehlgarten.com;
Info: Tourismusverband Ferienregion Kronplatz, Tel. 0039/0474 555447, www.kronplatz.com
Quelle: srt
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