(Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Startseite powered by t-online

Sie sind hier: Ratgeber > Sicherheit >

Sicherheit am Berg: Der DAV gibt Tipps

...
Drucken Drucken
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Sicherheit am Berg: Alpenverein gibt Tipps

22.01.2013, 11:09 Uhr

In den Bergen lauern viele Gefahren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Egal ob im Winter oder im Sommer: In den Bergen lauern viele Gefahren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein tragisches Unglück ist Auslöser der Debatte um die Sicherheit auf Bergtouren. Am 04. Juni waren fünf deutsche Bergsteiger vom Gipfel des Lagginhorn im Kanton Wallis in den Tod gestürzt; ein Ausrutscher auf dem glatten Schnee war vermutlich der Auslöser. Experten des Deutschen Alpenvereins (DAV) warnen davor, als leicht geltende Berge zu unterschätzen, und geben Tipps, wie man eine Bergtour sicher durchführt. Auch der Österreichische Alpenverein (OeAV) gibt Sicherheitstipps für Bergtouren - hier zum Durchklicken.

Bergtouren: Nicht nur auf die Schwierigkeitseinstufung verlassen

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat Wanderer davor gewarnt, sich bei Bergtouren ausschließlich auf die offiziellen Schwierigkeitsgrade der Routen zu verlassen. "Der Berg kann zwar als einfach zu besteigen gelten, bei ungünstigen Witterungsbedingungen sage dies aber nicht viel aus", betonte Chris Semmel aus der DAV-Abteilung Sicherheitsforschung.

Die Einstufung von Bergen in Schwierigkeitsskalen berücksichtige lediglich die technischen Anforderungen, die Länge der Routen sowie die grundsätzliche Beschaffenheit des Weges, zum Beispiel ob Kletterpassagen vorhanden sind. Als einfach ausgewiesene Routen könnten bei schlechtem Wetter aber gerade für Laien erhebliche Probleme darstellen. Das zeigt auch das Bergunglück vom 04. Juni: Obwohl der Berg Lagginhorn in den Walliser Alpen als "mäßig schwierig" beurteilt wird, verunglückten an dem Tag fünf deutsche Alpinisten auf einer Tour tödlich.

Trügerische Sicherheit an "leichten" Bergen

Der Bergunfall am Lagginhorn gibt auch Experten Rätsel auf. Gerade einfache Berge wie der 4010 Meter hohe Gipfel würden oft unterschätzt, erklärt der DAV-Bergführer und Ausbildungsleiter Robert Mayer. "Das Lagginhorn gilt als relativ leichter, einfacher Viertausender, als einer der einfachsten Viertausender überhaupt. Aber auch auf ihm gibt es Stellen, wo man abstürzen kann". Das Bergdrama ist der tragische Beweis dafür. "Es ist so, dass an den einfachen Bergen vielleicht sogar am meisten passiert, weil an den schwierigen Bergen konsequent gesichert wird - im Gegensatz zu den einfachen", sagt Mayer. Dass fünf Menschen einer Gruppe in den Tod stürze, sei allerdings ungewöhnlich.

Seil richtig fixieren

Mayer warnt vor einer vermeintlichen Sicherheit am Seil. "Die Leute meinen, sie sind angeseilt und denken, damit sind sie sicher. Das ist ein Irrglaube. Das Seil täuscht eine falsche Sicherheit vor." Es biete nur Sicherheit, wenn es mit Sicherungspunkten am Fels fixiert sei. Andernfalls könne das Gehen am Seil sogar gefährlicher sein als ohne. "Wenn man gleichzeitig am Seil geht, muss man sich eigentlich im Klaren sein, dass sich mit jeder Person am Seil das Risiko vervielfacht; dass eine Person die anderen mitreißt."

Unfälle in den Bergen: Zahlen und Gründe

Viele Bergunfälle passieren nach Ansicht von Experten, weil Wanderer ungenügend ausgerüstet, unaufmerksam, schlecht vorbereitet und körperlich überfordert sind. Zu Unglücken kommt es oft auch, wenn sich in den Bergen das Wetter ändert. Viele Wanderer versuchen dann, überhastet abzusteigen und gehen dabei ein hohes Risiko ein. Auch die sogenannte Blockierung ist eine Unfallursache: Dabei können in Not geratene Bergsteiger ihre Tour nicht aus eigener Kraft beenden - meist, weil sie überfordert sind.

Häufigstes Unglücksursache in den Bergen ist nach der Statistik des DAV über Unfälle seiner Mitglieder das Stolpern; oft auch als Auslöser dafür, dass ein Bergsteiger eine Seilschaft mitreiße. 2008 und 2009 registrierte der DAV unter seinen Mitgliedern neun solcher Mitreißunfälle mit 23 Beteiligten, sechs davon kamen ums Leben.

Die Zahl aller tödlichen Unfälle sowie aller Unglücke in den Bergen insgesamt gingen - wie in den Vorjahren zuvor - zurück: Wurden im Jahr 2009 noch 65 Unfälle von Mitgliedern des DAV in den Bergen gemeldet, so waren es 2010 noch 35, teilte der Verband mit. 2010 starben 40 DAV-Mitglieder in den Bergen, 2009 waren es 41. Gründe dafür sind eine bessere Ausrüstung und die Chance zu einem schnelleren Notruf per Handy. Aber auch schlechtes Wetter habe eine Rolle gespielt: So habe es in den österreichischen Alpen im Sommer 2010 häufig geregnet, in den Schweizer Bergen gab es viele Gewitter. Hochtouren waren also seltener möglich.

Der DAV gibt Sicherheitstipps für Bergtouren

Der DAV schätzt das Risiko, auf einer Hochtour tödlich zu verunglücken, trotz des Bergunglücks am Lagginhorner Gipfel als "sehr gering" ein. Laut Bergunfallstatistik des DAV kamen im Jahr 2011 insgesamt sieben DAV-Mitglieder auf einer Hochtour ums Leben - bei insgesamt rund 950.000 Mitgliedern. Der DAV gibt Tipps, um Unfälle zu vermeiden:

- Die für Hochtouren nötigen Sicherungsmethoden sollten in speziellen Kursen erlernt werden.

- Über die übliche Bergsteigerausrüstung hinaus sind steigeisenfeste Schuhe, Pickel und Steigeisen nötig. Außerdem sind Seil, Gurt sowie Schlingen und Karabiner erforderlich.

- An Bergtouren auf hohen, vergletscherten Bergen sollte man sich langsam herantasten - von leichten und kurzen über längere und schwierigere Bergwanderungen. In diesen Schritten erlangt man auch die für Hochtouren nötige körperliche Fitness.

- An Höhen oberhalb von rund 3500 Metern muss sich der Körper gewöhnen. Wer also eine Hochtour plant, sollte sich vor Ort genug Zeit nehmen und zunächst kleinere Gipfel bezwingen. Erst nach ein paar Tagen sollte man sich an die hohen Berge wagen.

Wichtig: genaue Informationen zur Strecke einholen

Bergsteiger sprechen vor einer Tour am besten mit dem Hüttenwirt über die aktuellen Wetter- und Schneeverhältnisse. "Der ist immer ein sehr guter Ansprechpartner", rät der Sicherheitsexperte Semmel. Auch andere Bergsteiger, die am Vortag auf der gleichen Route unterwegs waren, wüssten meist genau über die zu erwartenden Schwierigkeiten Bescheid. Einschlägige Internetforen seien dagegen oft nicht aktuell. "Die Verhältnisse ändern sich innerhalb einer Woche bei entsprechendem Niederschlag oder Wetter einfach gravierend."

Das Wetter entscheidet über die Machbarkeit einer Tour

Die objektiven Schwierigkeiten einer Route allein sagen daher wenig aus. Über die Machbarkeit entscheiden die Witterungsbedingungen. Touren, die bei Sonne nicht schwierig sind, können bei Schnee und Nebel ernste Probleme machen: "Ich stehe in den Wolken und weiß nicht mehr genau, wo geht es jetzt genau runter oder hoch oder hin", erläutert Semmel. Bergsteiger kämen dann leicht in ein Gelände, das sie nicht mehr beherrschen. Zudem könne unerwarteter Schneefall die eigenen Fähigkeiten überfordern. "Dann wird es schnell grenzwertig."

Quelle: dpa, dapd

Kommentare
Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Drucken Drucken
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an

Artikel versenden

Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Sicherheit am Berg: Der DAV gibt Tipps" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Sicherheit am Berg: Der DAV gibt Tipps" gefallen hat.

 
Der Berg ruft!
Trekking- und Wanderschuhe bei ebay.de

Trekking- und Wanderschuhe von Topmarken zu günstigen Preisen. bei eBay.de

Volle Fahrt voraus
Im Trend: E-Bikes für lange Fahrradtouren - jetzt entdecken!

Entspanntes Fahrradfahren
mit hochmodernen E-Bikes.
zu den Angeboten

GPS Uhr Garmin fenix
Garmin fenix - die GPS Outdooruhr (Quelle: Hersteller)

Die Outdoor-Uhr mit
vollwertiger GPS Funktion.
schon ab 346,-- EUR


Anzeige
Perfekte Bilder
Digitalkameras bei ebay.de

Für besonders schöne Erinnerungen: Digital- kameras und Objektive.
bei eBay.de

Weg mit dem Speck
Alles fürs Jogging bei ebay.de

Alles für den Laufsport: Schuhe, Bekleidung, Pulsuhren u.v.m. jetzt günstig. bei eBay.de

Ausflüge planen leicht gemacht!
Mit dem Tourenplaner die nächste Wanderung oder Radtour planen. (Quelle: trax.de)

Mit dem Tourenplaner aus über 500 Wander- und Radtouren wählen.  

Von A wie Apex bis Z wie Zelt
Materialguide (Quelle: trax.de)

Der Materialguide erklärt die wichtigsten Begriffe aus der Outdoor-Welt.  

Garantiert nichts mehr vergessen...
Packlisten - zum Download: Das dürfen Sie bei der nächsten Tour nicht vergessen. (Quelle: trax.de)

... mit den Packlisten für Ein- oder Mehrtagestouren im Zelt oder in der Hütte.  

Kennen Sie Europas höchste Gipfel?
Matterhorn in der Schweiz. (Quelle: Reuters)

Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz.  

Fitnessübungen für zwischendurch
Fitnessübungen für zwischendurch (Screenshot: dpa)

Ganzkörper-Workout in der Natur. zum Video

Fitness Guide: Viele Tipps von A - Z
Nicht nur das richtige Schuhwerk ist wichtig für ein verletzungsfreies Lauftraining. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mehr erfahren von Adrenalin über Body-Mass-Index bis Zirkeltraining.  



© Deutsche Telekom AG 2014

Anzeige