
31.01.2012, 15:22 Uhr | Sissi Pärsch
Der Rucksack gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen für Outdoor-Trips, egal ob beim Wandern, Radfahren oder auf Skitouren. Wer jedoch seine Siebensachen ohne System in den Rucksack stopft, trägt schwerer, muss auf Tour umständlich nach Dingen suchen und kann obendrein leichter aus dem Gleichgewicht geraten. Mit dieser Anleitung zum Rucksackpacken bleiben Sie gut organisiert und die Last im Lot.
Schränken Sie sich ein! Ganz grundsätzlich sollte man seine Ausrüstung auf ein Minimum reduzieren und alles Überflüssige zu Hause lassen. Überlegen Sie bei jedem einzelnen Teil vorher, ob Sie es unterwegs tatsächlich benötigen. Natürlich sollten Sie keinesfalls an der Notfall- und Schutzausrüstung sparen.
Man sagt üblicherweise: ein durchtrainierter Mensch kann maximal 20 bis 25 Prozent seines Körpergewichts über einen längeren Zeitraum tragen. Je mehr man schleppt, desto schneller wird man schlapp - und ausgehende Kraft bedeutet in den Bergen auch ein höheres Sicherheitsrisiko.
Generell sollte der Schwerpunkt des Rucksacks möglichst nah am Körper liegen. Dann zieht die Last weniger nach hinten. Das spart Kraft, denn bei falscher Lastverteilung muss der Körper sich konstant gegen das Gewicht stemmen, worunter auch die Schultern leiden.
Wichtig ist auch, dass der Rucksack kompakt am Körper sitzt und nicht herumwackelt. Das erhöht nicht nur den Tragekomfort, sondern auch die Sicherheit. Wenn ein Bergsteiger in schwierigem Gelände aus dem Gleichgewicht gerät, kann das fatale Folgen haben. Ähnliches gilt auch für Biker oder Skifahrer.
Während man bei Touren im Flachen den Gepäckschwerpunkt eher höher packt, sollte man im Gebirge und auf schwierigem Terrain (wie auf Hochtouren oder Klettersteigen) darauf achten, dass er etwas tiefer, also näher beim Körperschwerpunkt, liegt. Das bedeutet zwar, dass man ein wenig nach vorne gebeugt laufen muss, aber ein tiefer sitzender Schwerpunkt bedeutet besseres Gleichgewicht und das ist auf unwegsamem Gelände und Gratwanderungen wichtiger.
Was gilt es bei der Packtechnik im Detail zu beachten? Bei kleinen Rucksackmodellen spielt es keine so große Rolle, was wo eingesteckt wird. Dennoch sollte man geschickt vorgehen und vermeiden, spitze bzw. harte Gegenstände direkt am Rücken zu verstauen.
Clever packen bedeutet in erster Linie, dass man einen schnellen Zugriff auf wichtige Sachen hat, allem voran das Sicherheits-Equipment, wie Handy und Erste-Hilfe-Set (bei Schneetouren abseits der Piste natürlich auch die Lawinenausrüstung). Auch andere Kleinigkeiten wie Brotzeit, Riegel, Sonnencreme, Sonnenbrille oder Trinkflasche sollten im Deckelfach oder den Außentaschen griffbereit sein. Damit erspart man sich ein lästiges In-den-Sachen-wühlen. Für Landkarten haben einige Hersteller inzwischen sogar gesonderte Einschubtaschen in ihre Rucksäcke integriert.
Wer auch innen im Rucksack den Überblick behalten will, der bringt seine Sachen in unterschiedlich farbigen Tüten oder Packbeuteln unter. So kann man beispielsweise die Essenssachen schnell herauspicken.
Größere Rucksäcke (ab circa 30 Liter) packt man sehr bewusst und achtet sorgfältig auf eine sinnvolle Gewichtsverteilung. Das betrifft den Innenraum genauso wie die Außentaschen. Die leichten Sachen kommen nach unten: Schlafsack, Daunenjacke etc. verstaut man im Bodenfach. Das kann man ruhig richtig auffüllen, denn ein prall ausgestopftes Bodenfach verbessert die Stabilität des gesamten Packs.
Ausrüstung, die ins Gewicht fällt (Proviant, technisches Equipment wie Kocher etc.) sollte hingegen möglichst im Schulterbereich und nah am Rücken platziert werden. Hier befinden sich die schweren Sachen in der ruhigsten Position und können den Träger nicht so leicht aus dem Gleichgewicht bringen.
Mittelschwere Ausrüstung kommt eher nach oben, während man weitere leichte Gegenstände hinten und seitlich verstaut.
Vermeiden Sie es außerdem, Utensilien außen an den Rucksack zu schnallen. Das mag zunächst praktisch erscheinen, birgt aber viele Nachteile beziehungsweise regelrechte Gefahren: Zum einen sorgt außen angebrachte - womöglich wild herumbaumelnde - Ausrüstung für schlechtere Trageeigenschaften. Die Sachen können an Felsen oder Ästen hängen bleiben, sie vergrößern die Angriffsfläche für den Wind und sie sind der Nässe direkt ausgesetzt.
Erst wenn drinnen akute Platznot herrscht, ist es die letzte Wahl. Aber schnallen Sie die Ausrüstung so kompakt wie möglich fest und am besten gleich im Wetterschutz eingehüllt.
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Quelle: KGK
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