
05.04.2013, 13:42 Uhr
Radfahrer aufgepasst! Demnächst könnten bei Verkehrsverstößen härtere Strafen auf Sie zukommen. (Quelle: dpa)
Radfahrer müssen bei Verkehrsverstößen bald mit härteren Strafen rechnen. Am 01. Februar soll ein vom Verkehrsministerium neu aufgelegter Bußgeldkatalog durch den Bundesrat beschlossen werden. Demnach sollen die Strafen für Verstöße von Radfahrern generell um fünf bis zehn Euro angehoben werden. Sehen Sie die bisher geltenden Bußgelder bei Verkehrsverstößen von Radfahrern in unserer Artikel-Show.
Radfahrer müssen bei Verkehrsverstößen nach Informationen der "Bild"-Zeitung künftig mit härteren Strafen rechnen. Wie das Blatt in seiner Mittwochsausgabe (30. Januar 2013) unter Berufung auf das Bundesverkehrsministerium berichtet, wurde der Bußgeldkatalog überarbeitet. Demnach werden die Strafen für Verstöße von Radfahrern generell um fünf bis zehn Euro angehoben. Ein normaler Regelverstoß kostet dann 15 statt bisher zehn Euro. Mit dem neuen Bußgeldkatalog sollen dem Bericht zufolge auch Autofahrer, die Radfahrer behindern oder gefährden, künftig stärker zur Kasse gebeten werden. Am Freitag, 01. Februar, solle der geänderte Bußgeldkatalog den Bundesrat passieren.
Es ist auch der Tag, an dem der Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar endet. Dessen Präsident Kay Nehm gab zur Eröffnung der Konferenz am 24. Januar zu Protokoll, dass die "offensichtliche behördliche Duldung lebensgefährlicher Verhaltensweisen" vieler Radler ein Skandal sei. Autofahrer müssten in der dunklen Jahreszeit höllisch aufpassen: "Kaum ein Radler fährt mit vorgeschriebener Beleuchtung, kaum ein Radler kümmert sich um Fahrtrichtung oder um Ampeln".
Auch die Mehrheit der Deutschen scheint für eine härtere Bestrafung von Rad-Rowdys zu sein. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa (befragt wurden vom 21. Januar bis zum 23. Januar 2013 in einer bundesweiten Online-Umfrage 1100 Menschen) sprachen sich 82 Prozent der Deutschen für mehr Polizeikontrollen und teurere Strafen für Rüpel-Radler aus. Als Autofahrer fühlten sich 81 Prozent bedroht, wenn Radfahrer ohne Licht fahren, rote Ampeln missachten und falsch in Einbahnstraßen einbiegen würden. Nehm sagte, die Misere werde nicht dadurch gemildert, "dass uns die Lichtmuffel nach den Vorstellungen der Verkehrspolitik künftig unter dem Helm begegnen sollen".
Darauf reagierte der Radfahrerverband ADFC mit Empörung. Fahrradfahrer verstoßen nach dessen Ansicht nicht häufiger gegen Verkehrsregeln als Autofahrer. "34 Millionen Menschen fahren fast täglich Fahrrad. Selbstverständlich benehmen sich die allermeisten davon im Verkehr sehr vernünftig", sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork nach Verbandsangaben. In der Summe begingen Radler nicht mehr Verkehrsverstöße als Autofahrer.
- Fahren auf dem Fußweg: zehn bis 20 Euro (statt fünf bis 20 Euro)
- Nichtbenutzen des Radwegs: 20 bis 35 Euro (statt 15 bis 30 Euro)
- Fahren ohne Licht: 20 Euro (statt 15 Euro).
- Parken auf dem Radweg: 20 bis 30 Euro (statt 15 bis 20 Euro)
- Nichtbeachten von Radfahrern beim Ein- und Aussteigen: 20 Euro (statt zehn Euro)
Quelle: dpa, AFP
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