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Nostalski in der Hochsteiermark - Skifahren wie zu Opas Zeiten

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Nostalski: Skifahren wie zu Opas Zeiten

21.02.2013, 16:51 Uhr | Heiko Truppel

Skifahren in historischer Ausrüstung. (Quelle: Nostal!Ski!Team! Mürzzuschlag)

Skifahren in historischer Ausrüstung: Für echte Wintergaudi braucht es kein modernes Material. (Quelle: Nostal!Ski!Team! Mürzzuschlag)

Nostalski - Skifahren wie zu Opas Zeiten

Von Mürzzuschlag in der Hochsteiermark haben selbst langjährige Skifahrer oft noch nicht gehört. Dabei bezeichnet sich der Wintersportort nicht ganz zu Unrecht als die Wiege des Skifahrens in den Alpen - schließlich fand in der Heimat der Ski-Pioniere Max Kleinoscheg und Toni Schruf vor 120 Jahren der 1. Internationale Skiwettlauf in Mitteleuropa statt. Wir haben uns im Mürztal in historischer Originalausrüstung auf die Spuren der Geschichte begeben. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Nostalski - Skifahren wie zu Opas Zeiten.

Skisport-Geschichte hautnah erleben

"Hooolz-Ski!" Die beiden Mädchen an der Mittelstation trauen ihren Augen nicht. Die urigen Gestalten, die da mit dem Sessellift angefahren kommen, müssen für sie aussehen wie Zeitreisende aus längst vergangenen Tagen. Und so ganz verkehrt ist der Eindruck nicht, denn zumindest unsere Ausrüstung hat die Anfänge des Skisports im wahrsten Sinne des Wortes hautnah miterlebt und bereits ein betagtes Alter erreicht.

Ausgestattet wurden wir im Winter!Sport!Museum! in Mürzzuschlag, neben den anderen offiziellen FIS-Museen in Oslo, Lahti und New Hampshire eines der größten Ski- und Wintersportmuseen der Welt. Obwohl die Ausstellungsfläche inzwischen auf rund 1000 Quadratmeter angewachsen ist, findet hier nur ein kleiner Bruchteil der riesigen Sammlung Platz. Die Mürztaler - nicht auf den Kopf gefallen - haben kurzerhand aus der Not eine Tugend gemacht: Ein Teil der Stücke kommt seit 1997 durch das Nostal!Ski!Team! auf den Hängen des Mürztals wieder aktiv zum Einsatz. "Bevor die Stücke im Lager verrotten, nutzen wir sie lieber, um die Geschichte lebendig zu machen", erklärt Mag. Hannes Nothnagl, rühriger Leiter des Museums und selbst Mitglied der Gruppe, dem man die Leidenschaft für das, was er tut, auf Anhieb anmerkt.

Auf die Piste! Fertig! Los!

Doch für uns wird es ernst. Der Lift nähert sich der Endstation, eine gewisse Nervosität überlagert das anfängliche Hochgefühl. "Fesch!" habe ich schon seit dem Einkleiden beinahe im Minutentakt gehört und der Eitelkeit hat es geschmeichelt. Doch zwischen all den grellfarbigen Pistenoutfits fallen wir in unseren gedeckten Gewändern auf wie bunte Hunde und ich habe keine Ahnung, wie sich das ungewohnte Material fahren wird. Die Angst wächst, gleich unter Dutzenden neugieriger Blicke schon nach den ersten Metern auf der Nase zu liegen.

Ausstieg - und schon einmal die erste Erleichterung: Die Ski lösen sich zwar mit einem spürbaren Ruck, aber sie laufen, auch wenn in meinem Kopf unvermittelt das Bild von einem Stapel Schmirgelpapier entsteht. Die Ausfahrt aus dem Lift dürfte nicht flacher sein, sonst würde ich wahrscheinlich einfach stehen bleiben. Umso besser, die geringe Geschwindigkeit hilft mir ja vielleicht, einen einigermaßen eleganten Abschwung am Treffpunkt hinzubekommen... Oweh! Drehfreudigkeit ist etwas anderes. Mit den langen Latten der frühen 80er großgeworden, gelingt mir jedoch immerhin ein sturzfreier Pflugbogen - noch so eine Art Zeitreise, eine ganz persönliche in alte Skischultage.

Erste Schwünge auf dem Übungshang

Wie früher, als es noch keine Lifte gab, stapfen auch wir aus eigener Kraft den abgesperrten Übungshang hoch. Und hier zeigt das Gerät echte Vorteile: Auf den flachen Stücken kann man gehen, als hätte man Steigfelle aufgezogen - kein Wunder, die Kanten sind geschraubt und die Köpfe schauen wie Spikes ein kleines Stück heraus, während die lediglich knöchelhohen Lederstiefel dem Fuß auch bei fixierter Bindung viel Spielraum geben. Dort, wo es steiler wird, fällt der Grätschritt mit den langen Brettern allerdings sehr breitbeinig aus.

Oben angekommen, sammeln wir uns - genauso wie die Schaulustigen auf der anderen Seite des Zauns, was der mehr und mehr steigenden Laune jedoch keinen Abbruch tut. Einer nach dem anderen wagt sich die sanft abfallende Piste hinunter und versucht, es so elegant aussehen zu lassen, wie es die Männer vom Nostal!Ski!Team! auf dem gut präparierten Hang vorgemacht haben. So ganz kann ich mich nicht vom Pflugbogen lösen, von Kurve zu Kurve verbessert sich allerdings die Technik und lässt sich am Ende wohl am ehesten als Umsteigeschwung bezeichnen. Dazwischen liegt jedoch eine Reihe von Stürzen. Die fallen bei der niedrigen Geschwindigkeit aber recht erträglich aus und - oh Wunder! - die besten Skifahrer aus unserer Gruppe schmeißt es mindestens genauso oft wie die anderen. Wir lachen miteinander, übereinander und überhaupt ohne konkreten Grund. Eine Riesengaudi!

Nagelprobe auf der Piste

Beflügelt von den ersten Erfolgen, wagt sich ein Teil von uns schließlich auf die reguläre Piste. Wieder beschleicht mich ein flaues Gefühl, aber Kuschen gilt nicht. Schon auf den ersten Metern wird klar: Das hier ist nochmal eine ganz andere Nummer. Der vielbefahrene Hang zeigt am fortgeschrittenen Nachmittag deutliche Gebrauchsspuren. Mit "normalen" Skiern sicher immer noch ein Top-Untergrund, aber für mich die reinste Variantenabfahrt. Auf den blankgeschrubbten Stellen bieten die Kanten nur ein Minimum an Halt und dort, wo der Schnee zu Häufchen zusammengeschoben ist, verreißt es die Latten. Die Schuhe, beim Laufen fast so bequem wie ein robuster Wanderschuh, geben lediglich begrenzt Kontrolle. Die Hänge sind hier deutlich steiler und immer wieder frage ich mich, ob ich mit den Skiern fahre oder umgekehrt.

Aber egal, nie wird es zu schnell, um sich nicht mit einem gezielten Sturz zu retten und mittlerweile habe ich auch keine Probleme mehr damit, dass sich dabei jedes Augenpaar auf mich richtet - genauso wie sämtliche Fotoapparate, Handykameras und sogar das Tablet, das ein Snowboarder aus dem Rucksack gezogen hat. Die anderen Wintersportler sind nämlich schlichtweg begeistert, bei jedem Halt werden wir angesprochen, genießen gleichermaßen bewundernde wie interessierte Blicke und Kommentare.

Mit voller Konzentration und ständigem Sondieren der Piste geht es dem Tal entgegen. Geschafft! Die Muskeln melden ein Pensum, das in keinem Verhältnis zu den paar Pistenkilometern steht, beschweren sich aber nicht wirklich. Stolz auf die eigene Leistung wärmt mich von innen, was gar nicht nötig wäre, die dicken Wollklamotten haben erstaunlich gut vor der Kälte geschützt und das, ohne mich im eigenen Schweiß zu garen. Mein Fazit fällt kurz aus: So viel Spaß im Schnee hatte ich schon lange nicht mehr!

Hochsteiermark: Skispaß ohne Skizirkus

Zwar erheben auch andere Wintersportorte den Anspruch, dass hier der Skisport in Mitteleuropa seinen Ausgang nahm, aber wo bietet sich eine bessere Kulisse, um sich in die Pionierzeiten hineinzuversetzen, als in der Hochsteiermark? Alles wirkt ein bisschen beschaulicher, riesige Hotelburgen und ausladende Skigebiete für die Massen sucht man vergeblich. Etwas verschlafen haben die Steirer den großen Boom im Skitourismus, wie ein einsames Leuchtfeuer wirkt die Dachsteinregion mit Schladming, dem diesjährigen Austragungsort der alpinen Ski-Weltmeisterschaft, in deren Rahmenprogramm auch das Nostal!Ski!Team! zu sehen war.

Aber gerade die Ursprünglichkeit macht heute den Reiz der Region aus. Die großen Skigebiete mögen fehlen, dafür lockt die Möglichkeit, jeden Tag ein anderes kleines, aber feines Pistenrevier zu erkunden, wie das Stuhleck am Semmering - 1891 der erste Gipfel der Alpen, der mit Skiern bestiegen wurde - oder das schneesichere Niederalpl am Pass nach Mariazell hinüber. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Region Wiedereinsteigern, Tourengeher dagegen freuen sich über die Tatsache, dass nicht jeder skibare Hang zur Piste ausgebaut wurde. Und so stressfrei wie auf den Hängen geht es nach dem Skifahren weiter, die Steirer zelebrieren den Genuss und lassen ihre Gäste gerne daran teilhaben - lieber aufmerksam statt professionell, lieber herzlich statt höflich und das zu Preisen, zu denen man woanders gerade mal einen kleinen Snack bekommt.

Weitere Informationen:

Winter!Sport!Museum! Mürzzuschlag, Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 9 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr, Telefon: 0043/3852 3504, Fax: 0043/3852 3504-32, office@wintersportmuseum.com, www.wintersportmuseum.com

Das Museum bietet Interessierten die Möglichkeit, in Originalausrüstung an geführten Nostalskitouren teilzunehmen, die das Museum gemeinsam mit einem staatlich geprüften Berg- und Skiführer zum Teil auf Originalrouten der Skipioniere in den Bergen um Mürzzuschlag anbietet.

Quelle: trax.de

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