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Mobilheime und Mietzelte: Campingurlaub ohne Camping?

07.05.2013, 11:25 Uhr | Johanna Uchtmann

Mobilheim zum Mieten auf dem Campingplatz. (Quelle: dpa/tmn\Eurocamp)

Auch das ist für viele Urlauber Camping: Eine gemietete Behausung auf dem Campingplatz. (Quelle: Eurocamp/dpa/tmn)

Mobilheime und Mietzelte - Campingurlaub ohne Camping?

Zum Camping fährt, wer die Natur unmittelbar erleben will, wer das Einfache sucht, das Ursprüngliche. Wirklich? Mittlerweile haben sich Trends herauskristallisiert, die für die klassischen Campingurlauber nicht mehr viel mit Zelten zu tun haben. Auch Camping soll komfortabel sein, der Aufbau keine Nerven kosten, und die Finanzkasse nicht unbedingt sprengen. Daher greifen Urlauber vermehrt auf Wohnmobile, Mobilheime und Zelte zurück, die auf dem Campingplatz zu mieten sind. Ob des Komforts wegen oder einfach, weil es sich finanziell nicht lohnt, eigenes Campingzubehör für die wenigen Campingurlaube zu kaufen - Mietcamping ist in, Dauercamping dagegen out. Noch immer sind es aber die klassischen Touristikstellplätze, die auf den Campingplätzen den meisten Platz einnehmen. Keine Vorstellung von Mietcamping? Sehen Sie Beispiele von Mobilheimen und Zelten zum Mieten in unserer Foto-Show.

Campingurlaub ohne Camping?

Ein nicht besonders luxuriöses Wohnmobil kostet 40.000 Euro - da kommt beim Besitzer schnell ein schlechtes Gewissen auf, wenn das Gefährt mal einen Sommer lang unbenutzt in der Garage steht. Und auch ein Urlaub im eigenen Zelt hat seine Tücken - vor allem beim Aufbau des mobilen Heims. Doch deshalb gleich auf das Camping-Gefühl verzichten?

Zu mieten: Mobilheime, Zelte, Bungalows, kleine Hütten

In diese Kerbe schlagen Unternehmen, die Mietcamping anbieten. Eurocamp ist so eines. Die Kunden wollen das campingtypische Naturerlebnis, aber ohne den Stress, ein Zelt aufbauen zu müssen, oder viel Geld für die Anschaffung eines Wohnmobils auszugeben. Zwischen 40 und 160 Euro zahlen drei Personen für einen Tag in einer Eurocamp-Unterkunft. Der Preis hängt unter anderem von der Reisezeit und dem gebuchten Quartier ab. Unterkommen können Mietcamper etwa in Zelten, Bungalows, kleinen Hütten oder Mobilheimen. Das Unternehmen mietet Standplätze auf verschiedenen Campingplätzen Europas, stellt seine Quartiere dort auf und vermietet sie an Touristen, erklärt Geschäftsführer Martin Rodenbeck.

Campingplätze in Deutschland hängen dem Camping-Trend nach

"Das ist aber nicht die Regel", sagt Dirk Dunkelberg vom Deutschen Tourismusverband (DTV). Die meisten Mietunterkünfte gehören den Campingplatzbetreibern, die sie dann selbst an Urlauber vermieten. "Die Campingunternehmer lassen sich das eher ungern aus der Hand nehmen." Allerdings sei nur ein kleiner Anteil der Parzellen auf den Plätzen für Camper ohne eigenes Equipment reserviert, den Großteil belegten die klassischen Zelt-, Caravan- oder Wohnmobilbesitzer.

In Deutschland sei das Phänomen des Mietcampings noch recht jung, sagt Viktoria Groß vom Deutschen Camping-Club (DCC). Vorbilder sind laut Dunkelberg vor allem die Benelux-Länder und Südeuropa, wo Campingplätze schon länger und in größerem Ausmaß Unterkünfte vermieten.

Dauercamping sinkt zugunsten des Mietcamping

Während das Mietcamping zunimmt, geht die Zahl der Dauercamper zurück. Die aktuellsten Zahlen stammen aus einer Studie des Wirtschaftsministeriums zum Campingmarkt in Deutschland im Jahr 2009/10. Vergleichsdaten stammen aus einer Erhebung aus dem Jahr 2003. Demnach ist die Zahl der Dauerstandplätze pro Campingplatz in diesem Zeitraum um durchschnittlich knapp 8 Prozent gesunken, die der Mietunterkünfte um mehr als 15 Prozent gestiegen. Die Zahl der übrigen Plätze, der sogenannten Touristikstandplätze blieb fast konstant. Allerdings spielen Dauerstandplätze mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent an allen Standplätzen absolut gesehen noch immer eine deutlich größere Rolle als Mietunterkünfte mit einem Anteil von etwas mehr als 2 Prozent.

Einzelne Parzelle auf den Campingplätzen wird größer

Das eine bedingt das andere zwar nicht, aber es profitiert davon. Das sagt Gunter Riechey, der Präsident des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD). Denn auf die ehemaligen Dauerstandplätze stellen heute viele Platzbetreiber Mietunterkünfte, sagt Dunkelberg. Die freigewordenen Plätze belegen laut Riechey außerdem einen weiteren Trend der Branche: Die einzelnen Standplätze werden größer. Eine Parzelle war noch vor einigen Jahren durchschnittlich 80 Quadratmeter groß, heute dagegen 120. "Das ist auch notwendig, um komfortabel ein 7 oder 8 Meter langes Wohnmobil zu stellen", sagt Riechey.

Was unterscheidet Mietcamping vom Urlaub im Hotel?

Kein übertriebener Luxus, die Natur vor der Haustür haben, aber trotzdem mit leichtem Gepäck reisen - was unterscheidet das Mietcamping vom Urlaub im Ferienhaus? Ein Hauptvorteil der gemieteten Campingunterkunft ist laut Groß die Natur. Direkt am Seeufer oder mitten im Wald - das gibt es ihrer Ansicht nach eben nur auf einem Campingplatz und nicht in Pensionen, Ferienhäusern oder Hotels. Der Grund: Die ersten Campingplätze entstanden in Deutschland in den 50er und 60er Jahren. Meistens waren die Betreiber Bauern, die Camper auf ihre schön gelegenen Wiesen ließen und sich damit ein Zubrot verdienten. "Ein Hotel hat oft nicht die Möglichkeit gehabt, einen Grund zu kaufen, der derart in der ersten Reihe ist."

Zelten mit Komfort oder Camping in günstig

Mietcamping sei außerdem eine gute Möglichkeit für Camper, die Gäste bekommen, sagt Dunkelberg. Großeltern, die ihre Kinder und Enkel auf dem Campingplatz besuchen, nächtigen entspannter im Mietquartier als bei der jungen Familie im Wohnmobil. Auch finanziell ist Mietcamping für viele vorteilhaft: Wer nur ab und zu campen will, mietet lieber, statt zu kaufen. Gleiches gilt laut Riechey für Urlauber, die nur ein Zelt haben, aber gelegentlich doch etwas mehr Komfort wollen. Außerdem sparen sie sich den Aufwand, einen Caravan zu transportieren, und damit auch die hohen Spritkosten.

Camping in Mobilheimen und Mietzelten

Auch wenn Camper, die nur einziehen statt aufzubauen, weniger mit sich herumschleppen müssen: Ganz so leicht wie beim Urlaub im Hotel oder im Ferienhaus darf das Reisegepäck von Mietcampern dann doch nicht sein. "Sie müssen sich gründlich informieren, wie die Unterkunft ausgestattet ist", rät Groß. Geschirr oder Schlafsack müssen Urlauber in Mietheime manchmal selber mitbringen. Zudem sollte man früh buchen. "Denn ein Platz hat meistens keine 50 Mietunterkünfte, sondern eher nur 5."

Quelle: dpa-tmn

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