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Liegerad: Balanceakt auf zwei Rädern

06.06.2014, 13:19 Uhr | DE

Liegerad: rückenschonend und schnell. (Quelle: TROYTEC)

Liegeräder sind nicht nur rückenschonend, sondern zum Teil auch äußerst schnell. (Quelle: TROYTEC)

Liegeräder - vom Falt-Liegerad bis zum Carbon-Renner

Fahrradfahren ist Lebensgefühl. Das Rad ist nicht mehr nur reines Fortbewegungsmittel, es zeigt auch ein wenig wer wir sind. Vom Hollandrad mit wuchtigem Stahlrahmen, dem minimalistischen Single-Speed-Chic bis hin zum High-Tech Rennrad-Fliegengewicht oder dem Downhill-Boliden. Seit einigen Jahren mischen sich auch immer mehr tiefer gelegte Flitzer in das Radbild. Wir geben einen Einblick in die technisch raffinierte Welt der Liegeräder. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Liegeräder - vom Falt-Liegerad bis zum Carbon-Renner.

Liegerad: ein Exot mit langer Tradition

Radfahren boomt. Das Fahrrad steht für Freiheit, Sommer, Umweltbewusstsein und Style – für den Athleten wie für den Hipster. Dabei wird der Radweg zum Laufsteg. Und beim Schaulauf der Drahtesel darf ein exotischer Vertreter nicht fehlen: das Liegerad. Von den Mächtigen des Radrennsports verbannt und oftmals belächelt, kann das Liegerad auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts baute der Franzose Charles Mochet ein Mobil, das er der Pariser Bourgeoisie als Alternative zum Auto verkaufte – show and shine! Außen schick, innen Schweiß!

Rekorde mit dem Liegerad zählen nicht

Doch nicht nur die Pariser Mittelschicht wollte er erreichen. Sein erklärtes Ziel war der Radsport. So verkleinerte Mochet sein Vélocar und schuf erste Liegeräder mit aerodynamischer Verkleidung. Diese Rennmaschinen brachen reihenweise Geschwindigkeitsrekorde – allerdings wurde keiner von ihnen anerkannt.

Schnell schoben die Union Vélocipédique Française und der Weltradsportverband unzählige Riegel vor und verabschiedeten eine Flut an Vorgaben, die diktieren wie ein Fahrrad auszusehen hat. Das Maß: der Diamantrahmen. So kommt es, dass die innovativen, tiefen Flitzer lange eine Randerscheinung und von offiziellen Radrennen ausgeschlossen waren.

Erst als sich Mitte der 70er Jahre einige Verbände zusammenschlossen, um die Entwicklung muskelbetriebener Fahrzeuge aller Arten zu fördern, erlebte das Liegerad ein Comeback. Seitdem gibt es auch wieder Wettbewerbe – der aktuelle Geschwindigkeitsrekord liegt bei unglaublichen 132,5 km/h. Wer sich auch liegend in den Geschwindigkeitsrausch pedalieren möchte, muss sparen. Weil sich für die kleinen Bike-Schmieden keine Massenproduktion in Asien lohnt, sondern vor Ort getüftelt, entwickelt und produziert wird, muss man etwas tiefer in die Tasche greifen, als beim Kauf eines aufrechten Fahrrads. Die Preise beginnen bei rund 1500 Euro – nach oben sind kaum Grenzen gesetzt.

Liegerad kaufen: vom Reiserad bis zum Stadtrad

Liegeräder sind im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern also eher eine kostspielige Angelegenheit. Deshalb sollten einige Punkte beachtet werden. Das Rad muss natürlich erst einmal zum jeweiligen Fahrer passen. Ansonsten zahlen sich die ergonomischen Vorteile nicht aus. Unterschiedliche Modelle besitzen unterschiedliche Fahreigenschaften, die über den Einsatz des Liegerades entscheiden. Deshalb sollte man sich vor dem Kauf im Klaren sein, wozu man das Rad hernehmen möchte. Ein Reiserad muss anderen Anforderungen Stand halten als ein Stadtrad. Wichtig ist eine professionelle Beratung beim Fachhändler, wo man auch verschiedene Modelle testen kann.

Highracer oder Tieflieger? Oberlenker oder Unterlenker?

Hinsichtlich der Sitzhöhe unterscheidet man Highracer, Semitieflieger und Tieflieger. Ist die Tretkurbel vor dem Vorderrad montiert, spricht man von einem Kurzlieger – bei Langliegern befindet sie sich hinter dem Vorderrad. Prinzipiell erlauben alle Typen zwei Lenksysteme. Die Entscheidung zwischen Ober- oder Unterlenker ist Geschmackssache.

Ein Unterlenker garantiert freie Sicht nach vorn, weil die Arme entspannt auf dem Lenker aufliegen. Sie sind schmal, weshalb sich ein Rad mit Unterlenker leichter transportieren lässt als eines mit Oberlenker. Weil kein Lenkgestänge nötig ist, ist das Lenkgefühl bei Oberlenkern immer direkter. Muss man einmal absteigen und schieben, so ist man mit einem Oberlenker besser beraten, weil man das Rad aufrecht und nicht gebückt schieben kann.

Wer auf Tempo setzt, ist mit einer leichten Rahmenkonstruktion, einer extrem tiefen Sitzposition und besonders großen Rädern gut beraten. Sie bietet den geringsten Fahrwiderstand, so dass der Fahrer schnell auf Geschwindigkeit kommt. Anfänger hingegen greifen besser zu Modellen mit stabiler Kurvenlage, um das Verletzungsrisiko zu verringern.

Gesundheitsfaktor: Vorteile des Liegerads

Liegeradfahren ist rückenfreundlich. Wer mit Bandscheibenproblemen kämpft, wird von der Sitzposition eines Liegerades begeistert sein. Der Fahrer sitzt in einem Winkel zwischen 100 bis 160 Grad. Der Druck auf die Zwischenwirbelköper ist dadurch nur halb so groß wie beim aufrechten Radfahren. Durch die großflächige Gewichtsverteilung kommt es nur selten zu Druckstellen an den Sitzbeinhöckern. Auch die Schultern, Arme und Hände sind entlastet, weshalb sich Liegeräder besonders als Reiseräder eignen. Meist braucht die Nackenmuskulatur einige Eingewöhnungszeit. Wer weit und steil bergauf fährt, sollte eine Kopflehne montieren. Neben der Beinmuskulatur werden beim Treten auch die Bauchmuskeln gefordert, weil einen diese stabil auf dem Rad halten.

Klickpedale sind Gold wert! Durch die Zugbewegung am Pedal, wird auch die Oberschenkelrückseite trainiert und der Tritt ist gleichmäßiger. Besonders an Steigungen dankt man der fixen Verbindung zwischen Schuh und Pedal. Eines sollte einem nämlich klar sein: Die Wiegetechnik, die man beim aufrechten Radfahren an Steigungen einsetzt, fällt beim Liegerad weg. Während der Rumpf im Sitz liegt, müssen die Beine pumpen. Zwar bieten Schalensitze einen guten Widerstand, wodurch man viel Kraft aufs Pedal bekommt. Dennoch hat die Lunge an Anstiegen meist Probleme, genug Sauerstoff ins Blut zu transportieren.

Einsatzgebiete von Liegerädern begrenzt

Leider sind Liegeräder nicht besonders geländetauglich, was zum Großteil auf die kleineren Räder zurückzuführen ist. Selbst Bordsteine stellen für einige Modelle unüberwindbare Hindernisse dar. Im Gegensatz zum normalen Fahrrad kann man zudem in gefährlichen Situation vom Liegerad nicht abspringen. Vergleicht man die Zahl der Unfälle von Normal- und Liegerädern, stellt man dennoch keine wesentlichen Unterschiede fest. Das Risiko einer Kopfverletzung ist geringer als beim aufrechten Fahrradfahren, weil Beine und Rahmen als Knautschzone dienen und sich ein Liegerad so gut wie nicht überschlagen kann. Auf einen Helm, eine Fahne und gesunden Menschenverstand sollte man dennoch nicht verzichten.

Links verschiedener Hersteller:

www.liegeradmagazin.de
www.hasebikes.com
www.toxy.de
www.nazca-ligfietsen.nl
www.hpvelotechnik.com
www.troytec.de

Quelle: KGK

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