
05.11.2012, 15:37 Uhr | AllMountain Magazin / Susa Schreiner
Gerade bei Rettungen ist oft keine Zeit zum Umziehen. Die Primaloft-Kunstfaser wärmt auch noch im feuchten Zustand. (Quelle: AllMountain Magazin / Daniel Simon)
Ob bei klirrender Kälte im Schichtbetrieb unter einer Dreilagenjacke oder bei mäßigeren Temperaturen nur mit einem Funktionsshirt kombiniert: Leichte Isolationsjacken schützen vor Auskühlung und trumpfen neben ihrem geringen Gewicht durch ein kleines Packmaß auf - ideale Wegbegleiter für das ganze Jahr. Das Magazin "AllMountain" hat zehn Modelle einem harten Praxistest unterzogen. Bei einem Bergwacht-Kurs für Notfallmediziner mussten die Testkandidaten Funktionalität und Tragekomfort unter Beweis stellen. Sehen Sie die Ergebnisse des Isolationsjacken-Tests in unserer Foto-Show.
Angefangen mit dem „Ultralight-Jacket“ von Patagonia: Die leichte Daunenjacke kombiniert Design und Funktion in Perfektion. Outdoor Research punktet mit seinem „Aria-Jacket“ bei den Details. Haglöfs und Mountain Hardware liefern superwarme Leichtgewichte. Die „Belay“ von Directalpine eröffnet die Runde der Primaloft-Jacken und erntet Lob bei Tester Florian: „… tolle Jacke für kühle Tage – sie macht alles mit, ist leicht und hat kaum Packmaß … “.
Weitere Primaloft-Modelle präsentieren Bergans, Norrøna und Rab. Marmot und Powderhorn setzen bei Ihren Füllungen auf alternative Kunstfasern wie zum Beispiel Thermal R Eco oder Toray Airtastic. Ob Daune oder Kunstfaser sollte vom Einsatzbereich abhängig gemacht werden - dazu drei Fragen zum Thema Isolationsjacken an den Experten.
Allwetter-Sportler werden eine gute Kunstfaserjacke bevorzugen. Warum? Kunstfasern behalten ihre thermischen Eigenschaften auch im nassen Zustand. Das Material trocknet schnell und ist strapazierfähig. Ultralight und ultraklein gibt es dagegen nur bei Daunenfüllungen. Auch die Wärmeeigenschaften sind beim Naturprodukt unschlagbar. Allerdings sollte man wegen Qualität und Herkunft die Materialanleitung genau lesen. Daune ist nicht gleich Daune.
Tester waren Teilnehmer des Kurses "Transalp Notarzt Reise- und Höhenmedizin“ der Bergwacht Bayern. Die dreitägige Fortbildung für Notfallmediziner fand im Schnalstal/Südtirol statt. Im Theorieteil vermittelte unter anderem Dr. Wolfgang Schaffert, einer der renommiertesten Höhenmediziner, Wissenswertes zu Höhenkrankheiten.
Im Praxisteil wurden unter anderem wichtige Berge- und Sicherungstechniken trainiert. Die letzte Nacht fand im Biwak auf gut 2000 Meter Höhe statt. Das Wetter präsentierte sich sowohl sonnig als auch regnerisch und windig – ideale Prüfungsvoraussetzungen für unsere leichten Isolationsjacken.
Eine weitere Testarena war das Oberraintal. Auf langen Alpinrouten in schattigen Kalkwänden konnten Daune und Primaloft ihr Können unter Beweis stellen. Folgende Kriterien wurden im Bewertungsbogen schriftlich abgefragt: Passform (Kragen-, Bund- und Ärmelabschluss), Tragekomfort, Taktilität und Schnitt gesamt; Funktion (winddicht, atmungsaktiv, Wärmeleistung bei moderaten, herbstlich-kühlen Temperaturen, Packmaß); Verarbeitung (Reißverschlüsse, Nähte, Applikationen). Neben der numerischen Beurteilung auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht), waren die Tester angehalten, ihre persönlichen Bemerkungen und einen Gesamteindruck abzugeben.
Das AllMountain-Urteil setzt sich aus den Beurteilungen in den Bewertungsbogen zusammen. Das AllMountain-Urteil ist preisunabhängig. AllMountain-Urteil: super, sehr gut, gut, befriedigend, ungenügend. Maximale Punktzahl ist fünf. Sämtliche Modelle wurden nachgewogen. (M/W) – Men/Women: Zum abgebildeten Modell gibt es jeweils ein vergleichbares Damen- oder Herrenmodell.
Mehr Testberichte und aktuelle Reportagen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von AllMountain.
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