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Höhenkrankheit: Formen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung

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Höhenkrankheit: Der Tod, der in der Höhe lauert

11.06.2012, 16:38 Uhr | Till Gottbrath

Höhenkrankheit. (Quelle: Till Gottbrath)

Auf Bergsteiger wartet in den großen Gebirgen nicht nur überwältigende Schönheit, sondern oft genug auch eine tödliche Gefahr - die Höhenkrankheit. (Quelle: Till Gottbrath)

Höhenkrankheit - Der Tod, der in der Höhe lauert

Viele träumen den Traum vom ersten Fünf- oder Sechstausender. Oder gar gleich vom Mount Everest. Die Bilder der Schlange, die sich den höchsten Berg der Welt emporzieht, gingen erst vor kurzem wieder durch die Medien. Und vielen von ihnen mangelt es dabei an alpinistischem Können und der Erfahrung mit der Höhe. Auch Trekker und Wanderer begeben sich – nicht nur in Nepal, Tibet oder Südamerika, sondern auch in den heimischen Alpen – in ernste Gefahr. Unwissenheit, fehlende Erfahrung und Ignoranz können die Höhenkrankheit im schlimmsten Fall zur Todesgefahr machen. Anzeichen Ihres Körpers sollten Sie immer ernst nehmen und Gegenmaßnahmen bei Eintritt der Höhenkrankheit einleiten. Damit es gar nicht erst zum Ernstfall kommt, beachten Sie bereits vor, aber auch während der Tour die 10 besten Tipps zur Vermeidung der Höhenkrankheit.

Was genau ist Höhenkrankheit?

In der Höhe herrscht ein geringerer Luftdruck und damit verbunden ein geringerer Sauerstoffpartialdruck. Der menschliche Körper erleidet einen Sauerstoffmangel und versucht, diesen mit einer höheren Atemfrequenz und einem gesteigerten Ruhepuls auszugleichen. Das kann er sofort – aber auch nur innerhalb gewisser Grenzen. Außerdem bildet er vermehrt rote Blutkörperchen, die mehr Sauerstoff transportieren können. Das nennt sich Akklimatisation und dauert eine Weile. Nachteil: Der erhöhte Anteil fester Blutkörperchen behindert die Fließeigenschaften des Blutes und die Gefahr von Thrombosen steigt (Verstopfen von Gefäßen durch verklumpte Blutkörperchen).

Kann sich der Körper nicht schnell genug bzw. nicht ausreichend adaptieren, droht die Höhenkrankheit. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Höhenmedizin leiden ab etwa 3000 Meter 25 bis 30 Prozent aller Menschen an einer milden Form der Höhenkrankheit. Bei einem schnellen Aufstieg (nicht aus eigener Kraft) haben sogar über 75 Prozent Probleme – also in Höhen, die man mit Liften und Bergbahnen in den Alpen schnell erreicht. Von Orten wie Lhasa, La Paz oder Leh ganz zu schweigen…

Oberhalb von 5500 m ist eine vollständige Anpassung an die Höhe bzw. den Sauerstoffmangel nicht mehr möglich. Hier kommt es zu einem kontinuierlichen Abbau der körperlichen und auch der geistigen Leistungsfähigkeit.

Welche Formen der Höhenkrankheit gibt es?

Mediziner unterscheiden die akute Höhenkrankheit, das Höhenlungenödem und das Höhengehirnödem.

Akute Höhenkrankheit (AMS = acute mountain sickness) hört sich gefährlich an, ist jedoch am wenigsten bedrohlich. Man leidet an Kopf- und Gliederschmerzen, Kurzatmigkeit (auch in Ruhe), Husten (oft mit bräunlichem Auswurf), Schlaf-, Appetit- und Lustlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie an verringerter bis fehlender Harnproduktion. Der Harn selbst ist dunkelgelb. Wer AMS als Warnsignal ignoriert und weiter aufsteigt, dem drohen Höhenlungen- und / oder Höhenhirnödem.

Beim Höhenlungenödem (HAPE = high altitude pulmonary edema) tritt Flüssigkeit aus den Lungengefäßen ins Lungengewebe und in die Lungenbläschen über. Dies beeinträchtigt den Gasaustausch zusätzlich, was den Sauerstoffmangel im Körper weiter verstärkt. Patienten mit HAPE zeigen alle Symptome der AMS, ihre Haut färbt sich bläulich-rötlich, ihre Lungen „rasseln“ bei jedem Atemzug, der Auswurf beim Husten wird schaumig, und die Leistungsfähigkeit sinkt drastisch.

Die gefährlichste Form der Höhenkrankheit ist das Gehirnödem (HACE = high altitude cerebral edema). Das Gehirn schwillt dabei stark an und es kommt neben massiv ausgeprägten Symptomen der AMS zusätzlich zu Bewusstseinstörungen, Apathie, völliger Antriebslosigkeit sowie massiven Koordinationsstörungen. Menschen mit HACE meinen oft, alles wäre in Ordnung und wissen nicht, dass sie sich in Todesgefahr befinden.

HAPE und HACE können ohne den Abstieg in geringere Höhen und unbehandelt innerhalb weniger Tage – im Extremfall sogar Stunden – zum Tod führen.

Wer kann höhenkrank werden?

Grundsätzlich kann jeder Mensch höhenkrank werden, wobei Völker, die seit jeher in großen Höhen leben, eine geringere Veranlagung haben. Bei uns Mitteleuropäern ist die Veranlagung unterschiedlich stark – und man kann sie vorab nicht überprüfen lassen. Schnelle Aufstiege, hohe körperliche Belastung, Alkoholkonsum, Flüssigkeitsmangel, diverse Medikamente oder Infekte im Körper begünstigen das Auftreten der Höhenkrankheit. Und wer schon mal höhenkrank war, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit erneut daran leiden. Wichtig zu wissen: Ein intensives Ausdauertraining kann Höhenkrankheit nicht verhindern. Man kann Höhe nicht trainieren – außer in der Höhe (oder allenfalls in einer Unterdruckkammer). 

Weiterführende Links:

www.bexmed.de

www.alpinmedizin.org

www.mountainmedicine.ch

www.alpinmedizin.org

www.trekkingguide.de

www.auswaertiges-amt.de

Quelle: KGK

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