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Geheimtipp unter den Skitouren: Sierra High Route in Kalifornien

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Skitour-Geheimtipp: die Sierra High Route

31.01.2013, 13:26 Uhr | Barbara Munker

Skitour "Sierra High Route" in Kalifornien. (Quelle: dpa/tmn\Barbara Munker)

Die "Sierra High Route" ist ein Geheimtipp für Abenteurer, die menschenleere Wildnis erleben möchten. (Quelle: Barbara Munker/dpa/tmn)

Die "Sierra High Route" ist ein Geheimtipp für Skitourengänger

Das ist der Geheimtipp für alle Abenteurer, denen die "Haute Route" in den Alpen - als Königin der Skitouren bekannt - einfach zu überlaufen ist: die "High Route" durch die Sierra Nevada in Kalifornien. 60 Kilometer durch die Wildnis, keine Hütten, kein Lift, kein Handy - nur der Schnee, die Skier und das Zelt. Eine Woche lang geht es durch die verschneite Bergwelt, zumeist auf einer Höhe von über 3500 Metern. Erleben Sie einen faszinierenden Streifzug durch die menschenleere Wildnis der Sierra Nevada - auch in unserer Foto-Show.

"Sierra High Route" durch die Wildnis der Sierra Nevada

Wie ein erhobener Zeigefinger ragt der schroffe Milestone Mountain in den blauen kalifornischen Himmel. Knapp 4160 Meter hoch, mitten in der Wildnis der Sierra Nevada. Ein perfekter Wegweiser in der verschneiten Bergwelt, der schon von weitem mulmige Gefühle auslöst. Über den 4000 Meter hohen Milestone Pass, knapp unterhalb des Gipfels, führt die "Sierra High Route". Es ist der höchste und gleichzeitig am meisten gefürchtete Punkt auf der klassischen Skitour.

Da gibt's kein Entweichen. Von hier zum nächsten Ort sind es 40 Kilometer zurück gen Westen oder 20 Kilometer vorwärts Richtung Osten. Das Handy funktioniert in der weißen Einöde längst nicht mehr, von menschlicher Zivilisation keine Spur. Keine Pisten, keine Skilifte, erst recht keine Hütten, in denen man gemütlich Zuflucht suchen könnte. Die einwöchige Durchquerung der kalifornischen Sierra Nevada auf Skiern ist Abenteuer pur in einsamer Natur.

Kein Vergleich zur vielbegangenen "Haute Route" in den Alpen

Sie ist längst nicht so bekannt wie die berühmte "Haute Route" in den Alpen von Chamonix nach Zermatt, die jährlich von tausenden Skitourengängern bezwungen wird. Der "Hohe Weg" vor der Kulisse von Mont Blanc, Matterhorn und Monte Rosa geht an bewirtschafteten Hütten vorbei und führt durch Täler, von denen man schnell in Ortschaften abfahren kann.

"Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen", meint Bergführer Bela Vadasz. Der 59-jährige gebürtige Ungar, den es als Kind nach Kalifornien verschlug, kennt beide Routen wie seine Westentasche. Dutzende Male hat er die Alpen und die Sierra Nevada auf Skiern durchquert. "Die Alpenroute hat faszinierende Bergkulissen und fantastische Abfahrten. Aber man sieht viele Leute, man fährt mit Bergbahnen hoch, sitzt in Hütten, kann telefonieren und duschen. Die Sierra Nevada dagegen bietet echte Wildnis. Hier ist man total frei, baut sein Zelt irgendwo auf und ist ganz auf sich gestellt".

Mit Zelt auf Skitour

Das spürt man, wenn man den Rucksack schultert. Da ist alles Notwendige für eine Woche im Schnee drin. Zelt, Schlafsack und Gaskocher, gefriergetrocknete Mahlzeiten und Energieriegel, Kompass, GPS, Karten, Lawinenpiepser, Schaufel und ein Erste-Hilfe-Set. Auch ein Satellitentelefon für den Notfall, wenn Hilfe herbeigerufen werden muss. "Die Haarbürste bleibt auf alle Fälle hier", beschließt Mark Chin. Mit fünf Freunden trifft der Biotech-Ingenieur und begeisterte Tourenskiläufer in der Wuksachi-Lodge, am Eingang des Sequoia National Park, die letzten Vorbereitungen. Jedes unnötige Gramm wird aussortiert.

Aufstieg mit Skiern: 60 Kilometer weit über der Baumgrenze

Goodbye von der Zivilisation: Eine letzte heiße Dusche, ein deftiges Frühstück mit Eiern und Speck an der Westseite der Sierra Nevada. Mit 15 Kilogramm im Rucksack und die Skier obendrauf geschnallt kann das Abenteuer beginnen. In Skistiefeln geht es am Wolverton-Wanderweg auf 2200 Metern Höhe los. Zunächst über braunen Waldboden, der mit den Nadeln riesiger Sequoia-Mammutbäume übersät ist. Mehr Schwitz- als Skitour beim stundenlangen Aufstieg in der warmen Mai-Sonne. Mit der Seilbahn in den Alpen wäre man im Handumdrehen im Schnee.

Doch die Mühe lohnt sich. Schritt für Schritt passt sich der Körper keuchend an die Höhe an. Auf 3000 Metern glitzert es endlich. Das schneebedeckte Tableland-Plateau ist ein Vorbote für das Naturerlebnis, das die Sierra-Bezwinger in den nächsten sechs Tagen erwartet: zackige Granitberge und steile Felsschluchten neben weiß verschneiten Tälern mit endlosen Abfahrten.

Neun hohe Pässe werden auf der über 60 Kilometer langen High Route überquert. Die meiste Zeit verbringt man auf einer Höhe von über 3500 Metern, weit über der Baumgrenze, um einiges höher als die Alpenroute. Am Ende ist der zackige Grat von Mount Whitney, mit 4421 Metern der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas, zum Greifen nah.

Die High Route wird erschlossen

Die "Haute Route" in den Alpen wurde 1903 erstmals auf Skiern bezwungen. In Kalifornien leistete der gebürtige Österreicher Otto Steiner in den 1930er Jahren Pionierarbeit. Er tourte alleine von Wolverton mit den Skiern zum Mount Whitney. Der kalifornische Bergführer David Beck machte es ihm 1970 nach. Zehn Jahre später nahmen Bela Vadasz und seine Frau Mimi die Route in ihr Touring- Programm auf.

"Damals waren es vor allem Bergwanderer, die sich damit auskannten, in der Wildnis zu übernachten. Wir mussten ihnen nur beibringen, mit Skiern und Steigeisen umzugehen", erinnert sich der Bergführer. Mit etwas Wehmut in der Stimme räumt er ein: "Heute haben wir eine Menge gute Skiläufer, aber viele Leute können sich nicht vorstellen, im Schnee zu campen, auf ihr Handy und auf Komfort zu verzichten".

Ohne den Komfort der Alpen, dafür noch Geheimtipp

Während sich auf der Route von Chamonix nach Zermatt im späten Frühjahr tausende Tourengänger drängeln, ist die Sierra Nevada ein Geheimtipp geblieben. Mit Anbietern wie "Alpine Skills International (ASI)" in Truckee oder "Sierra Mountain Center" in Bishop - oder auf eigene Faust - sind jede Saison kaum mehr als 200 Skiwanderer unterwegs. Das Zeitfenster ist knapp bemessen. Ideal ist Ende April oder Anfang Mai, wenn die Winterstürme vorbei sind, die Lawinengefahr abnimmt und butterweicher Firnschnee die Berge überzieht.

"Man muss kein Ski-Experte sein, um die Sierra zu durchqueren", meint Bela Vadasz. "Teamgeist und Fitness sind wichtiger. Und die Bereitschaft, viele Meilen zurückzulegen. Hier geht es nicht um die steilsten, längsten Abfahrten, sondern darum, die Schönheit der Wildnis zu erleben".

"So weit weg von Straßen, Telefonen und den üblichen Geräuschen, da muss man sich erst mal an die Stille gewöhnen", meint der Wahlkalifornier James Parker. "Das krempelt total deine Sinne um und öffnet dir eine völlig andere Welt", schwärmt der kanadische Elektroingenieur. Mit dicker Daunenjacke und Eispickel hockt er am Rand des zugefrorenen Glacier Sees. Auf 3500 Metern das höchste Camp, umgeben von steilen Bergflanken. Er muss ein Loch in die Eisdecke schlagen und Wasser holen, die anderen bauen die Zelte auf.

Vorbei am Pass "Nicht so steil, wie er aussieht"

Beim Abendessen, mit gefriergetrocknetem Boeuf Stroganoff und Teriyaki-Hühnchen aus der Tüte, mitten in der Schneewildnis, kommt Pioniergeist hoch. Wie war das damals mit der Donner-Party? Als 1847 eine Gruppe von Siedlern auf dem Donner-Pass in der Sierra Nevada von schweren Schneestürmen überrascht und monatelang eingeschlossen war. Dutzende verhungerten und erfroren, erst nach Monaten kam Rettung.

Auf der High Route ist noch keiner ums Leben gekommen, beruhigt Bela Vadasz. Die Lawinengefahr ist im späten Frühjahr verhältnismäßig gering. In den kalifornischen Bergen gibt es keine tückischen Gletscherspalten wie in den Alpen. Aber an vielen Stellen rutscht das Herz doch in die Hose. Etwa am Deadman Canyon (der "Schlucht des toten Mannes") mit einer langen, steilen Traverse. Oder wenn man den schroffen Colby-Pass aus weiter Ferne erspäht. Er hat den Spitznamen "Nicht so steil, wie er aussieht" weg. An den steilsten Pässen kommen die Skier auf den Rucksack. Dann geht es mit Steigeisen und Eispickel weiter.

High-Gefühl am tiefsten Punkt der Sierra High Route

Fast geschafft. Tracy Krakowski steht am Rand des über 3600 Meter hohen Shepherd-Pass. Der hat seinen Namen von den Schäfern, die im Sommer ihre Tiere hoch in die Berge treiben. "Bei der letzten Abfahrt hatte ich Tränen in den Augen", gesteht die Computerfachfrau. Nicht etwa von dem Wind, der am letzten Tag scharf weht. "Es ist das tolle Gefühl, etwas auf den ersten Blick Unmögliches geschafft zu haben", strahlt die gebürtige Kanadierin.

Nun sind es nur noch 1800 Meter bergab, vom Schnee ins trockene Owens-Tal, im Zick-Zack-Kurs den Shepherd-Wanderweg hinunter. Endpunkt ist der Symmes-Creek-Parkplatz, nahe der kleinen Ortschaft Independence an der Ostseite der Sierra Nevada. Anfangs zählt man die Serpentinen noch mit, doch nach drei Dutzend Kehrtwenden schwirrt der Kopf. Der Rucksack mit den aufgeschnallten Skiern ist kaum noch zu spüren. Die Blasen an den Füßen sollten brennen, die Zehen in den Skistiefeln auf dem steilen Abstieg drücken. Doch irgendwie fühlt man sich total "high". Auch am tiefsten Punkt der Sierra High Route.

Weitere Informationen zur Sierra High Route in Kalifornien

Reiseziel: Die Skitour führt durch die kalifornische Sierra Nevada. Dabei werden Gebiete wie der Sequoia-Nationalpark und das John-Muir-Wildnisschutzgebiet durchquert. Die Route verbindet den Wolverton Wanderweg auf der Westseite der Sierra Nevada mit dem Shepherd-Pass-Wanderweg auf der Ostseite der Sierra Nevada. Die Tour ist von Ost nach West und von West nach Ost möglich.

Skitour: Mehrere Veranstalter bieten geführte Skitouren in der Sierra Nevada an. Eine Skitouren-Woche mit Übernachtung im Zelt, Abendessen, Gruppenausrüstung und Führergebühr kostet rund 750 Euro. Anreise mit dem eigenen Fahrzeug oder Mietwagen zum Anfangspunkt der Skiwanderung.

Anreise: Mehrere Fluggesellschaften fliegen direkt von Deutschland nach San Francisco. Von dort geht es per Mietwagen weiter. Jeder Reisende benötigt einen eigenen Reisepass. Alle Besucher, die ohne Visum einreisen, müssen im Internet eine elektronische Einreiseerlaubnis einholen. Auch ein Reisebüro kann den Antrag übernehmen.

Quelle: dpa-tmn

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