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Finnland-Urlaub: ein Lappland-Reisebericht

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Lappland: mehr Rentiere als Menschen

21.11.2012, 13:48 Uhr | Hanna Engler

"Colourful Season" in Finnland. (Quelle: fintouring.de)

Die "Colourful Season", wenn sich das Laub verfärbt, ist eine der schönsten Zeiten, um Finnland zu bereisen. (Quelle: fintouring.de)

Lappland: unendliche Weiten und mehr Rentiere als Menschen

Sie lieben einsame, weite Wälder? Dann ist wohl kaum ein Urlaubs-Land besser geeignet als Finnisch-Lappland! Auf einen Quadratmeter kommen gerade mal zwei Einwohner - und das bei einer Fläche von beinahe 100.000 Quadratkilometern. Damit ist Lappland die größte und gleichzeitig am dünnsten besiedelte Landschaft Finnlands: perfekt für einzigartige Outdoor-Abenteuer abseits der Massen. Dazu kommen flache Berge, die Fjälls oder Tunturi, die Touren ohne große Anstrengungen ermöglichen. Oder man bleibt auf einem der über 180.000 Seen, da müssen Kilometer nicht nach oben bewältigt werden. Entdecken Sie die ungewöhnliche Landschaft Lapplands in unserer Foto-Show.

Lappland: Finnlands nördlichste Ecke

Baum, Baum, Baum, Rentier, Baum, Baum – warte – Rentier? Tatsächlich! Kaum eine halbe Stunde ist es her, da habe ich den Fuß auf finnischen Boden gesetzt, genauer gesagt auf die Rollbahn des Flughafens von Rovaniemi, und schon sehe ich drei der Wappentiere Finnlands. Na gut, nicht so ungewöhnlich in Lappland, wo auf 200.000 Bewohner ebenso viele Rentiere kommen – und das auch nur, weil das die maximal erlaubte Anzahl an Tieren ist. Der „Überschuss“ wird zu Fleisch verwertet, einer finnischen Delikatesse, in deren Genuss ich noch reichlich kommen sollte.

Aber für mich ist das Ren besonders – denn wo außer in Lappland, dem nördlichsten Zipfel Finnlands, leben in Europa schon Rentiere? Ich hatte bis dato keines gesehen, es sollten aber nicht die einzigen auf meiner Finnlandreise sein…

Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht

Ja, der Spruch trägt schon einen langen weißen Rauschebart, aber er trifft auf das skandinavische Land zu wie die Faust aufs Auge. Die gerade Straße wird gesäumt von langen Reihen bunt gefärbter Bäume – es ist gerade Laubfall, die Colourful Season, eine der beliebtesten Reisezeiten für Finnland. Mitte September sieht die finnische Landschaft aus wie in einen Farbtopf gefallen: Rot-, Gelb-, Grün- und Brauntöne blenden das Auge, wenn es über die schier endlosen Wälder schweift. Und schweifen kann es gut, denn in eineinhalb Stunden Fahrt sind mir gerade mal drei Autos begegnet und nur wenige wirkliche Berge unterbrechen die Weite: die sogenannten tunturi (in Skandinavien werden Bergformationen sonst allgemein als Fjälls bezeichnet), sind abgerundete, flache Hügel, die geradezu danach schreien, zu Fuß oder im Sattel erklommen zu werden, ohne danach ein Sauerstoffzelt zu brauchen.

Radtour zur Amethysten-Mine

Mein erster Ausflug im Nationalpark Pyhä-Luosto - die 142 Quadratkilometer große Landschaft liegt auf einer Landzunge zwischen Russland und Schweden - führt mich auf dem Fahrrad zu der einzigen Amethysten-Mine Europas. Ein kleiner Ausflug, der mich auf fünf Kilometern etwa 150 Höhenmeter voranbringt: Mehr ein Hinkommen zum Ziel als das übliche „der Weg ist das Ziel“. Kurz, aber dafür umso schöner – wir treffen keinen einzigen anderen Radler, kein Auto, lediglich vereinzelte Wanderer, so dass wir den Pfad mitten durch einen lichten Herbstwald für uns haben.

Das geliehene Mountainbike reicht für die geringe Steigung und den erdig-grasigen, teilweise steinigen Boden aus. Ich genieße die warmen Sonnenstrahlen auf der kalten Haut (die 10 Grad-Marke haben wir heute nicht geknackt), folge ganz in Gedanken Sauli, unserem bärtigen Guide Typ Holzfäller, und schrecke nur ab und zu kurz hoch, wenn ich vor einer Kurve wieder einmal das Gefühl habe, das mich gleich ein Rentier umrennt…

Nach etwa einer Dreiviertelstunde ist unsere kleine, gemächliche Gruppe oben am Café der Miene angelangt, das ein guter Ausgangspunkt für Cross Country Ski sowie Nordic Walking- und Hiking-Touren ist. Wer will, kann eine Führung durch die Amethysten-Miene machen – schön ist hier vor allem die erhöhte und exponierte Lage, von der aus man einen wunderschönen Rundblick über den Nationalpark mit seinen bis zu 400 Jahre alten Bäumen hat: Die weite, flache, herbstgesprenkelte Fläche, die vor uns liegt, ist Finnland pur. Ein besonderer Spaß ist die Abfahrt – die selbe Strecke wie bergauf geht es im Sattel fast ohne Bremsen hinab nach Luosto.

Wanderung in der Schlucht

Mit der Radtour haben wir unser „Aufwärmprogramm“ hinter uns und kommen zum nächsten Aktivprogramm im Nationalpark: eine Wanderung in Finnlands höchstem Canyon "Isokuru“. Die Differenz zwischen Schlucht und Bergspitze liegt bei 300 Metern – wie gesagt, das nordische Land ist tendenziell flach, nicht bergig (der höchste BergHaltitunturi misst keine 1330 Meter). So ist die fünf Kilometer lange Wanderung zum „Holy Place of Forest Samen“ und zurück auch nicht beschwerlich, sondern führt über einen schönen Holzsteg, der jedes Jahr nach dem Winter wieder neu errichtet wird, da er dem Frost nicht standhält.

Wir wandern gemütlich durch die steinige, 400 Millionen Jahre alte Quarz-Schlucht, in der man – anders als im gesamten Rest des Nationalparks (hier herrscht noch das „Jedermanns-Recht“) – nicht zelten darf. Muss man aber auch nicht: in etwa zwei Stunden sind Hin- und Rückweg aus dem Canyon zu schaffen. Unsere Führerin erklärt uns nebenbei die Herkunft und Außergewöhnlichkeit der Felsformationen, bringt uns die Geschichte der Samen näher und bestimmt die Pflanzenwelt um uns herum (die Sonne lässt alles in tiefem Rot und Gelb erstrahlen) – Schneehühner und Braunbären, die es im Park auch gibt, sehen wir (leider) nicht… Zurück in der urgemütlichen Holzhütte der Aurora Chalets, geht es direkt in die Sauna – ich fühle mich schon fast wie ein echter Finne!

Auf Skiern hinter Rentieren

Am nächsten Tag wollen wir die finnische Landschaft auf anderem Wege erkunden, nämlich zu Wasser. Dafür verschlägt es uns nach Salla. In dem Kreis kommen auf 10.000 Rentiere gerade mal 4000 Menschen. Bevor wir uns ins Kanu schwingen, lernen wir das Ren erst einmal näher kennen: Im Salla Reindeer Park Jotos erklärt uns Lars alles über die wilden Herden in Lappland und über den 200 Hektar großen Park, in dem interessierte Menschen mit 38 Rentieren auf Tuchfühlung gehen können. Dazu werden Schlittenfahrten und Rentier-Safaris angeboten, und auch der einzige Reindeer Race Cup findet hier statt: Der Weltrekord liegt auf einer Strecke von einem Kilometer bei 1.14 Minuten. Wirklich einzigartig ist in Salla, dass Privatpersonen ausprobieren können, wie es ist, auf Skiern mit bis zu 50 Stundenkilometern hinter Rentieren hergezogen zu werden.

Nicht nur die Tiere, denen wir bei der Fütterung sehr nahe kommen, gefallen uns ausgesprochen gut, auch die Landschaft im geschützten Park mit viel uraltem Wald strahlt – selbst im Dauerregen – eine Ruhe aus, die sich auf das Gemüt überträgt. Der Park ist beliebtes Hiking-Gebiet, drei lange Pfade stehen für Wanderfreunde bereit, und auch Husky-Touren werden angeboten.

Kanutour in Salla

Doch wir wollen nicht zu Lande, sondern zu Wasser die lappische Natur erkunden – auf dem See Hangasjärvi starten wir eine gemütliche Tour von etwa zwei Kilometern. Ganz ruhig gleiten wir – dick eingemummt in Tarnkleidung, die uns gegen das Nass von oben schützt – auf dem See dahin und treffen keine Menschenseele. Nur das Wasser, zugegeben von unten und von oben, der Wald und das Paddel, das gleichmäßig durch das Nass gleitet – ein lautloser, zufriedener Seufzer entlockt sich meinem Inneren.

Nach einer Dreiviertelstunde legen wir an, Lars macht uns ein gemütliches Feuer an einem der vielen Unterstände, die im Wald verteilt sind. Wir teilen ihn mit ein paar Finnen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstehen. Wir essen gegrillte Rentier-Burger, süße Gebäckspezialitäten („Tortu“) und trinken extrem starken und leckeren Kaffee – alles über dem offenen Feuer zubereitet, nicht mal 15 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Wir reden über die finnische Lieblingsbeschäftigung Saunieren oder schauen schweigend in das Feuer – und ich komme ins Träumen. Beim nächsten Besuch will ich viel mehr von der weiten Landschaft Lapplands im Sattel, zu Fuß oder im Kanu entdecken… und vor allem die einzigartigen Polarlichter sehen, die ich bei meinem ersten Aufenthalt leider nicht zu Gesicht bekommen habe.

Weitere Informationen

Schöne Reisen nach Finnland bietet der Finnland-Spezialist fintouring an: Zur Alten Burg 7, 30938 Burgwedel, Telefon (05135) 92 90 30, E-Mail: info@fintouring.de, www.fintouring.de.

Nationalpark Pyhä-Luosto: Pyhä-Luosto Visitor and Culture Centre, Naava, Luontotie 1, 98530 Pyhätuntuti, Tel. +358 (0) 205 64 7302, pyhaluosto@metsa.fi, www.pyha.fi, www.luosto.fi;

Wandern/Trekking im Nationalpark: Möchte man längere Wanderungen oder eine Trekkingtour unternehmen, steht der ganze Nationalpark dafür offen. In drei Tagen kann man ihn komplett durchwandern. Es gibt zwar keine bewirteten Hütten, dafür aber etablierte Schlafstätten mit Naturklo und Feuerholz. Die Hütten sind offen für jeden, einige muss man allerdings vorher reservieren.

Nordic Fitness Sports Park Luosto: Strecken von 300 Kilometern Länge stehen für Langlauf, Nordic Walking und Schneeschuhwanderungen bereit.

Amethysten-Miene: www.amethystmine.fi; Führung 14 Euro für Erwachsene, acht Euro für Kinder

Snow Games bieten Fahrradverleih, Rad- und Huskytouren an.

Aurora Chalet: Neben gemütlichen Hütten mit eigener Sauna werden verschiedene Schnee-Safaris angeboten. Natürlich gibt es einen Aurora Alarm, der die Polarlichter ankündigt. Buchbar über Luostotunturi Hotel und fintouring.

Region Salla-Savukoski: 12.500 Quadratkilometer warten mit 160 Kilometern Skiloipe und 400 Kilometern Wanderpfaden auf; www.salla.fi, +358 (0) 400 269 838, tourist.info@salla.fi.

Salla Reindeer Park/Safari Centre Jotos: Das Area Ticket für den Park kostet 7,50 Euro. Kanuverleih und geführte Kanu-Touren mit und ohne Übernachtung im Park ab etwa 45 Euro möglich (es herrscht das Jedermanns-Recht; Übernachtung in Hütten umsonst).

Rentier-Touren und -Safaris werden in kleinen Gruppen in unterschiedlicher Länge durchgeführt: Ein Gast wird in einem Schlitten von einem Rentier gezogen; mit und ohne Übernachtung möglich (ab 49 Euro/Person); Auch Husky-Touren werden angeboten. Salla Reindeer Park, Hautajärventie 111, 989000 Salla, Tel. +358 (0) 16 837 771, sallan.poropuisto@jotos.inet.fi, www.sallareindeerpark.fi

Quelle: trax.de

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