
28.02.2013, 09:07 Uhr
Sir Ranulph Fiennes (links) und Expeditionsmitglied Anton Bowring am Tag vor ihrer Abreise in Kapstadt. (Quelle: AFP)
Der 68-jährige Abenteurer Sir Ranulph Fiennes wollte als erster Mensch im Winter die Antarktis durchqueren - auf Skiern und ohne Unterstützung. Gemeinsam mit fünf weiteren Expeditionsmitgliedern brach der Brite am Montag, dem 7. Januar, von Kapstadt aus mit einem Schiff Richtung Südpol auf. Im März sollte die Expedition nach weiteren Vorbereitungen vor Ort starten, doch noch vor dem eigentlichen Beginn der Durchquerung musste Fiennes das ewige Eis wegen Erfrierungen verlassen (hier im Video). Sehen Sie mehr zur Antarktis-Expedition von Ranulph Fiennes in unserer Foto-Show.
Fiennes (68) wurde am Mittwoch, dem 17. Februar, von der Antarktis-Station Princess Elisabeth nach Südafrika ausgeflogen, wo er wegen Erfrierungen an der Hand behandelt werden soll, wie der Sender BBC berichtete. Danach soll er nach Großbritannien reisen.
Er hatte sich bei minus 30 Grad Erfrierungen während des Trainings für die Südpol-Durchquerung zugezogen, als er einen Handschuh auszog, um eine Bindung am Skier festzuzurren. Er wollte ab 21. März einen nach eigenen Angaben mehr als 3200 Kilometer langen Marsch durch die Antarktis anführen, musste jetzt aber schon vorher aufgeben. Sein Team will nun ohne ihn starten. Ein halbes Jahr lang werden die Männer voraussichtlich auf ihren Skiern unterwegs sein.
Juni, Juli und August sind in der südlichen Hemisphäre die Wintermonate, in denen es fast immer dunkel ist. Dem Extremsportler Fiennes zufolge handelt es sich bei der geplanten Expedition um den ersten jemals unternommenen Versuch einer Durchquerung des "sechsten Kontinents" im Winter. Die Temperaturen können dann auf minus 90 Grad Celsius sinken. Bislang habe es derartige Expeditionen nur im Sommer gegeben.
Fiennes war der erste Mensch, der die Erde vollständig zu Fuß umrundete. 1982 segelte er zwischen Nord- und Südpol hin und her, elf Jahre später durchquerte er die Antarktis im Sommer zu Fuß. Damit erreichte als erster Mann sowohl den Nord- als auch den Südpol. Im Jahr 2003 hatte er eine Bypass-Operation. Seiner Herzerkrankung zum Trotz stellte er kurze Zeit darauf einen Weltrekord auf, indem er sieben Marathonläufe binnen sieben Tagen auf fünf Kontinenten zurücklegte. Im Mai vergangenen Jahres bezwang er den Mount Everest und ist damit der älteste Brite, der je auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt stand.
Quelle: dpa, AFP
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