
07.01.2013, 11:38 Uhr | SP
Seefeld in Tirol ist eine Olympiaregion und dementsprechend top sind auch die Langlaufloipen-Kilometer. (Quelle: Olympiaregion Seefeld)
Es gibt Loipen, die sind landschaftlich so wunderschön gelegen, dass man eine gute Ausrede hat, wenn man körperlich außer Puste kommt. Mit dem Verweis auf die atemberaubende Umgebung kann man jeden überzeugen... Und wo findet man die Loipen, die besonders gut gepflegt werden, die alles bieten von Genussstrecken bis hin zu anspruchsvollen Steigungen und herausfordernden Abfahrten? Wir haben uns für Sie bei den Vielläufern umgehört und deren ‚Favourite Spots’ zusammengetragen. Wenn Sie also bestens präparierte, abwechslungsreiche Loipen suchen, auf denen sie durchaus mal dem ein oder anderen Spitzenathleten begegnen können – hier sind die Tipps. Sehen Sie sich die Orte und Gebiete auch in unserer Foto-Show an.
Mario Felgenhauer ist verantwortlicher Redakteur des Skilanglauf-Portals www.xc-ski.de und Kommentator-Assistent im Langlauf-Redaktionsteam der ARD. Er ist in vielen bekannten Langlaufgebieten, aber auch an „exotischen“ Orten unterwegs. Auf die Rückkehr ins Heimatrevier am Bretterschachten oberhalb von Bodenmais freut er sich dennoch immer wieder aufs Neue. „Wenn man tolle Loipen vor der Haustür hat, liegt die Messlatte für andere Gebiete natürlich relativ hoch. Am Bretterschachten kommen sowohl Skater als auch Klassik-Liebhaber voll auf ihre Kosten. Die Rundstrecken sind durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen, sehr schneesicher von Ende November bis Ende März und eigentlich nie überlaufen. Ein besonderer Tipp ist die 30 Kilometer lange Höhenloipe vom Bretterschachten zum Eck."
"Wieder neu für mich entdeckt habe ich Seefeld in Österreich", gibt Felgenhauer zu. "Seit meinem letzten Aufenthalt vor mehreren Jahren hat sich dort einiges getan. Die 255 (!) Loipenkilometer sind bestens präpariert und bieten für jede Leistungsstufe den geeigneten Schwierigkeitsgrad. Um wirklich jeden Winkel der Olympiaregion erkunden zu können, benötigt man sicher zehn bis 14 Tage. Da wird es nie langweilig.“
Peter Schlickenrieder, Olympiasilbermedaillengewinner, Botschafter der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften Fiemme 2013 und Gründer des Portals mountix.com liebt das italienische Flair in Val di Fiemme im Trentino mindestens genauso, wie in seiner Heimat mit den dünnen Latten um die Ecken zu flitzen. „Im Val di Fiemme, mitten in den Trentiner Dolomiten, liegt auf bis zu 2000 Metern Höhe mein Geheimtipp: das Langlaufzentrum Passo Lavazé. Es bietet ein Netz von 85 Kilometern bestens präparierter Loipen und ist extrem schneesicher. Val di Fiemme ist 2013 zum dritten Mal Austragungsort der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften – für mich ein idealer Ort um die Kombination aus Unterhaltung, Sport, Natur und Genuss zu erleben. Und abwechslungsreich kann man seine Aufenthalte auch gestalten, denn hier kann man alles machen und auch für Alpinskifahrer bieten sich sensationelle Möglichkeiten."
Schlickenrieders zweiter Tipp: "Auf der anderen Seite der Alpen gibt es natürlich auch wunderbare Loipen für Langlauf-Fans. Hier muss ich schon meine Heimat Schliersee-Bayrischzell besonders erwähnen mit seinem großen Loipennetz, das durch wunderschöne Täler führt. Mit den vielen leichten bis mittelschweren Strecken eignet es sich auch perfekt für Einsteiger. Noch ein Tipp: Im Langlaufzentrum gibt es die 'Sport Alm' mit Umkleiden, Duschen und einem Skiverleih.“
Alexander Wörle ist Sportpädagoge, Buchautor und Teamchef des DSV Bundeslehrteams Nordic. Er leitet nicht nur viele Aus- unf Fortbildungen, sondern zieht durchaus auch noch privat seine Runden – und das, wie Peter Schlickenrieder, gerne an den oberbayerischen Seen. „Als Augsburger fährt man sehr gerne in das nahe Allgäu zum Langlaufen, aber es zieht mich immer wieder an den Tegernsee und den Schliersee. Perfekt finde ich die Strecken in Bayrischzell, weil hier tolle und vor allem schneesichere Loipen in allen Schwierigkeitsgraden zu finden sind. Ich bin ja häufig mit Kursen und Ausbildungen unterwegs. Da sind natürlich Funktionsräume, Skiausleihe und Einkehrmöglichkeiten wichtig. Außerdem ist Bayrischzell von einem richtigen „Langlauf-Flair“ geprägt. Mein Streckentipp: Start an der Sportalm und in Richtung Zipflwirt und Kloo-Ascher-Tal laufen. Unterwegs eine zünftige Einkehr nicht vergessen. Auf dem Rückweg geht’s dann durch traumhafte Natur fast immer leicht bergab: Genuss pur!"
"Und dann wäre da natürlich noch direkt ums Eck das wunderschöne Langlaufgebiet in der Valepp, oben am Spitzingsee.", verrät Wörle. "Es bietet noch mehr Schneesicherheit und es ist ein ideales Trainingsgebiet. Für meine Kurse und Schulungen bietet das Gelände rund um die Albert-Link-Hütte perfekte Bedingungen. Und weil ich auch auf die Kulinarik besonderen Wert lege: Wer es sich richtig schön verdient hat, muss in der Hütte seinen Kohlenhydratspeicher unbedingt wieder füllen: und zwar mit dem legendären Kaiserschmarrn."
Die Biathletin Kathrin Lang ist zweimalige Weltcup-Siegerin (damals noch unter ihrem Mädchennamen Hitzer). Sie lebt mit ihrem Ehemann Toni Lang (ebenfalls ehemaliger Spitzenbiathlet) in Ruhpolding und steigt nun nach der Geburt ihrer Tochter wieder in den Rennzirkus ein. Sie läuft besonders gerne von der Haustür weg. „Die Loipen in meiner Wahlheimat Ruhpolding kenne ich am Besten – und liebe ich zudem sehr! Das liegt natürlich zum einen daran, dass ich von der Haustür beziehungsweise dem Ortskern weg starten kann. Aber sie sind einfach auch wunderschön gelegen und sehr variantenreich. Eine Lieblingsstrecke führt am Biathlonzentrum vorbei bis zum Seengebiet. Weitsee und Seegatterl liegt zwischen Ruhpolding und Reit im Winkel und von dort geht es hoch zur berühmten Winkelmoos Alm. Einmal dort oben die große Runde drehen und das alles wieder zurück. Da kommen schon 40 Kilometer zusammen – also eine gute Ausdauereinheit... Aber natürlich kann man auch super variieren und von steilen Anstiegen bis flachen Passagen unterschiedliches Terrain integrieren."
"Mein Ehemann Toni ist hingegen internationaler unterwegs", erzählt Lang. "Seine Lieblingsloipe liegt in Niederbayern, an der deutsch-österreichischen Grenze, unweit von Tschechien. Die Strecken um Rastbüchl sind immer hervorragend präpariert und man läuft in einer idyllischen Mittelgebirgslandschaft, die gleichzeitig wild und urig ist, mit Blick in die Berge des Bayerischen und des Böhmerwaldes. Und durchaus auch extrem schneesicher. Was die Streckenwahl anbelangt, ist für wirklich jeden etwas dabei: von ganz leichten Anfängerloipen bis hin zur Wettkampfstrecke.“
Steffen Potratz beschäftigt sich als Redakteur bei dem Magazin Nordic Sports nicht nur mit dem Langlauf-Rennsport und der neuesten Ausrüstung, sondern natürlich auch mit den schönsten Strecken. Einer seiner Favoriten ist das Tannheimer Tal in Tirol. „Zum Langlaufen ist das Tannheimer Tal ein echter Geheimtipp. Es liegt in Tirol – aber ist dem Allgäu ganz nah... Hier findet man zu jeder Zeit bestens präparierte Loipen zum Skating, genauso wie für die klassische Technik. Ganz besonders gut geeignet ist das Gebiet für Langlauf-Einsteiger, die das erste mal auf den schmalen Brettern stehen. Viele Loipen sind einfach und an zahlreichen Skischulen kann man sich die passende Unterstützung für den optimalen Start holen. Und dazu gibt es wirklich zahlreiche Strecken für ambitionierte Läufer. Dann wäre da noch die Landschaft: Das Tal ist überhaupt nicht eng und drückend wie so manch anderes Tal. Die Berge rundum sind einfach traumhaft und es wundert nicht, dass hier auch so viele andere Sportler unterwegs sind. Es gibt rundum an fast jedem Berg Liftanlagen und am Himmel tummeln sich immer viele Gleitschirmflieger. Wer also die Abwechslung sucht..."
Zum Abschluss hat auch die trax-Redaktion einen Tipp für Sie: Auf knapp 1000 Meter Höhe wartet am Kniebis im Schwarzwald ein vergleichsweise schneesicheres Loipenparadies mit insgesamt 70 Kilometern klassischen und Skating-Spuren auf Langlauffreunde. Die 14 gespurten Loipen sind überwiegend leicht bis mittelschwer und miteinander verbunden, zudem besteht Anschluss an den Skifernwanderweg Nordschwarzwald. Ein besonderes Highlight stellt die vollständig beschneibare und bis 22 Uhr beleuchtete Nachtloipe dar. Das Gebiet liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße, Deutschlands ältester Panoramastraße, und ist gut zu erreichen.
www.xc-ski.de
www.aktivzentrum-bodenmais.de
www.peter-schlickenrieder.de
www.ausbildungszentrum-bayern.de
www.fiemme2013.com
www.ruhpolding.de
www.tannheimertal.com
www.kathrin-hitzer.de
www.kniebis.de
Quelle: KGK
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