
21.12.2012, 15:00 Uhr | Rainer Krause
Skigebiete gibt es viele, doch ihre Größe bestimmt für viele den Spaßfaktor beim Skiurlaub. Denn je größer das Skigebiet, desto freier können sich die Wintersportler bewegen. Kein Wunder, dass sich immer mehr Skiregionen zusammentun. Wir zeigen Ihnen die größten Skiorte in den Alpen und erzählen Ihnen, was es dort Neues gibt. Sehen Sie die Top Ten der größten Alpen-Skigebiete auch in unserer Foto-Show.
Anspruch auf den Titel "größtes Skigebiet der Welt" erheben gleich zwei Pistenregionen: die schweizerisch-französischen Portes du Soleil und Frankreichs Pistengigant Les Trois Vallées. Nicht ohne Grund gibt es dieses Gerangel: Mit dem Superlativ lässt sich bestens werben. Die reinen Zahlen sprechen für die Portes du Soleil: Südlich des Genfer Sees haben 14 französische und Schweizer Wintersportorte ihre Pisten untereinander vernetzt und kommen zusammen auf 650 Pistenkilometer. Mehr Auslauf für unermüdliche Skifahrer bietet wirklich keine andere Skiregion der Erde.
Ebenfalls Platz eins der alpinen Hitliste beanspruchen die Trois Vallées in Frankreich. Sie kommen zwar "nur" auf 600 Pistenkilometer, rechnen sich aber ihre mehr als 200 Kilometer Tiefschneeareale hinzu und schwingen so aus ihrer Sicht als flächenmäßig größtes Skigebiet der Welt locker an der Konkurrenz vorbei. Da sich die Abfahrten im freien Gelände aber nicht messen lassen und auch im offiziellen Pistenplan nicht auftauchen, müssen sich "die drei Täler" in unserer Hitliste mit dem Titel Vize-Champion begnügen.
Auf das Podest für den dritten Platz steigt eine rein Schweizer Skigroßregion: Les Quatre Vallées ("die vier Täler") am Eingang zum Wallis. Auf 412 Pistenkilometer hat das Skigebiet in den vergangenen Jahren zugelegt, dazu bieten die Hänge zu Füßen des 3330 Meter hohen Mont-Fort jede Menge Platz zum Freeriden im unpräparierten Gelände. Das Angebot lassen sich die Walliser auch bezahlen. Mit 355 Euro für den Sechs-Tage-Skipass liegen die Quatre Vallées auch in der Hitliste der teuersten Skipässe der Alpen auf vorderen Rängen.
Platz vier geht nach Italien ins Piemont zur Via Lattea - der "Milchstraße". 400 Pistenkilometer warten rund um den Olympia-Ort Sestrière auf Skifahrer. Betten gibt es genug: Durch die Olympischen Winterspiele 2006 sind so viele dazu gekommen, dass sie mit heimischen Gästen nicht mehr zu füllen sind. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum die Skipasspreise dort seit Jahren nicht erhöht wurden, und so sechs Tage immer noch relativ günstige 180 Euro kosten.
Den fünften Platz teilen sich die Dolomiten und die Zweiländerregion von Zermatt und Cervinia. In Südtirol ermöglicht der Großraumskipass Dolomiti Superski die Kombination aus vier Skiregionen. Rund um den Sellastock können alpine Langstreckenfahrer fast ohne Abschnallen der Ski gut 350 Kilometer Pisten abfahren - vom Grödnertal ins Fassatal, weiter nach Arabba mit einem Abstecher zu Italiens Bergriesen Marmolada, dann ins Gebiet von Alta Badia und übers Grödnerjoch wieder zurück zum Ausgangspunkt. Auch Zermatt und Cervinia kommen nach ein paar Pistenerweiterungen nun auf 350 Pistenkilometer. Zum Wechsel zwischen Nord- und Südseite des Matterhorns, von der Schweiz nach Italien oder umgekehrt, muss man allerdings hoch hinauf, zum Theodulpass auf 3300 Meter Höhe. In luftigen Höhen schwebt auch der Skipass: Sechs Tage kosten für Zermatt-Cervinia 398 Franken (ca. 328 Euro).
Der sechste und auch der siebte Platz gehen wieder nach Frankreich. Les Sybelles in Savoyen östlich von Grenoble bietet 310 Pistenkilometer für Genussfahrer. An anspruchsvollen Hängen mangelt es aber rund um die Orte St. Sorlin d'Avers, Le Corbier und La Toussuire. Nur zehn Kilometer weniger, dafür Pisten gleichermaßen für Könner wie Genießer bietet die grandiose Skischaukel Espace Killy zwischen den Orten Val d'Isère und Tignes mit 300 Kilometer Abfahrtsspaß.
Noch relativ neu unter den Top Ten ist die Skiwelt Wilder Kaiser/Brixental, die mit 279 Pistenkilometern den achten Platz belegt. Die Liftkette reicht inzwischen bis nach Kirchberg, das schon zum Skigroßraum Kitzbühel gehört. Nach einem kurzen Bustransfer könnten Unermüdliche dann theoretisch weitere 170 Kilometer Pisten abfahren.
Platz neun und zehn gehen dann wieder nach Frankreich an die Le Grand Massif (265 km Pisten) und Grand Serre-Chevalier (250 km Pisten). Ganz dicht dran an den Top Ten ist die Silvretta Arena, die sich Samnaun in der Schweiz und Ischgl in Tirol teilen. Die Zweiländer-Skischaukel misst aktuell 238 Pistenkilometer. Bald werden es mehr sein. Das Land Tirol hat grünes Licht gegeben für die Erschließung des Piz Val Gronda. Dort hinauf zur Bergstation auf 2811 Metern Höhe sollen künftig zwei Großgondeln für je 150 Personen ab der Fimbaalpe fahren. Die letzten Hürden haben auch die Planungen für die Verbindung der beiden Schweizer Skigebiete Arosa und Lenzerheide genommen. Mit 225 Pistenkilometern werden Lenzerheide (heute 155 km) und Arosa (heute 70 km) nach der Skigebietsverbindung zu den Top Ten Skigebieten der Schweiz zählen.
Schon sicher ist die die Verbindung von Lech (125 Pistenkilometer plus ebenso viele Tiefschneerouten) und Warth-Schröcken (56 Pistenkilometer). Zwischen den beiden Arlberg-Gebieten wird zur Saison 2012/2013 eine Bahn gebaut. Zusammen kommen die Skireviere dann auf 190 Kilometer Pisten, inklusive der Routen sind es gut 300 Kilometer Abfahrten. Damit wäre ein Platz unter den Top Ten der Pistengiganten gesichert. Nur 145 Pistenkilometer hat Ski Juwel, der zu dieser Saison neue Zusammenschluss der Skiregionen Alpbachtal und Wildschönau. Das reicht zwar nicht für einen alpenweiten Spitzenplatz, aber unter die Top Ten der Tiroler Großregionen kommt das neue Familienskigebiet. Warum dieser Drang zur Größe? Studien und Umfragen unter Wintersportlern kommen seit Jahren zum gleichen Ergebnis: Für Skifahrer sind bei der Wahl des Wintersportortes die wichtigsten Kriterien die Skigebietsgröße und das Pistenangebot. Erst danach folgt die Schneesicherheit.
Weitere Informationen:
Ausführliche Informationen zu den Skiregionen bieten "Schnee und mehr - Der Atlas", der kostenlose Skiatlas für das Ipad (Informationen und Download-Link auf www.deratlas.schneeundmehr.de) und die Internetseite www.schneeundmehr.de.
Quelle: srt
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