
12.04.2012, 17:21 Uhr | nz (CF)
Zu den bekanntesten Taucherkrankheiten zählt die Dekompressionskrankheit. Ihre Symptome treten besonders dann auf, wenn Sie zu schnell aus großer Tiefe auftauchen. Von der Behandlungsmethode hat wohl jeder schon einmal gehört: der Druckkammer.
Die Dekompressionskrankheit ist eine Taucherkrankheit, die meist durch Stickstoffablagerungen im Körpergewebe oder im Blut des Tauchers ausgelöst wird. Denn beim Atmen unter Überdruck, so mit Hilfe von Tauchflaschen und bei einer ausreichenden Tauchtiefe, wird dem Körper vermehrt Stickstoff zugeführt, der in der Luft enthalten ist. Mit zunehmender Dauer des Tauchgangs und des steigenden Wasserdrucks nehmen die Stickstoffablagerungen im Körper zu. Eigentlich wird der Stickstoff über die Lunge wieder ausgeatmet. Sollte ein Taucher aber zu schnell auftauchen, kann sich das stickstoffhaltige Gewebe nicht im gleichen Maße anpassen – und es kommt zur Dekompressionskrankheit.
Tauchschule beim Dekompressionsstop. (Quelle: imago)
Bei der Dekompressionskrankheit unterscheidet man medizinisch normalerweise zwischen zwei Typen. Bei Typ I machen sich milde Symptome bemerkbar, die zwar Schmerzen verursachen, aber nicht lebensgefährlich sind – beispielsweise Muskel- und Gelenkschmerzen. Sie kommen dadurch zustande kommen, dass sich Blasen an der Haut oder in den Gelenken ablagern. Schlimmer sieht es bei Typ II aus, da hier das Nervensystem, der Hör- und Gleichgewichtssinn sowie das Gehirn und das Rückenmark betroffen sein können. Zu den Symptomen der Dekompressionskrankheit zählen bei diesem Typ Lähmungserscheinungen, Gedächtnisverlust, Halluzinationen, Übelkeit oder auch Hörverlust – eine Folge von Gasblasen, die sich im Rückenmark angesammelt haben. Daneben gibt es noch einen dritten Typ, unter dem Langzeitschäden zusammengefasst werden.
Sollten Sie innerhalb von 24 Stunden nach dem Tauchgang solche Symptome aufweisen, könnten Sie unter der Dekompressionskrankheit leiden – und müssen unbedingt behandelt werden. In der Regel geschieht dies in einer Druckkammer und unter ärztlicher Aufsicht. Um Vorsorge gegen das Auftreten der Taucherkrankheit zu treffen, sollten Sie die folgenden Ratschläge berücksichtigen: Vermeiden Sie stickstoffreiche Tauchgänge, dazu gehören sehr tiefe Tauchgänge - in über 30 oder 40 Metern Tiefe - oder sogenannte Jojo-Tauchgänge mit ständigen Wechseln der Tauchtiefe. Achten Sie auf die eigene Tauchtauglichkeit achten - Risikofaktoren sind etwa der Körperfettanteil, das Alter, Krankheiten, Alkohol- und Tabakgenuss, aber auch Stress oder Müdigkeit. Beugen Sie Dehydrierung vor, warten Sie mit dem Trinken nicht erst ab, bis Sie Durst haben. Tauchen Sie langsam auf beziehungsweise halten Sie sich an die einschlägig empfohlenen Auftauchzeiten und legen Sie unter Umständen Dekompressions-Stopps ein - ein Tauchcomputer leistet hier wertvolle Dienste.
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