
13.02.2012, 18:10 Uhr | Sissi Pärsch
Funktionelle Bekleidungsschichten halten den Körper im optimalen Temperaturbereich und sorgen für Komfort und Flexibilität. (Quelle: Craft)
Der Mensch ist ziemlich intolerant – zumindest was seine Wohlfühltemperatur angeht. Der Körper kann aber Unterstützung erfahren, gerade beim Sport bei unterschiedlichen Wetterbedingungen: Das Zwiebelprinzip aus funktionellen Bekleidungsschichten hilft dem Körper, im optimalen Temperaturbereich zu bleiben. Obendrein sorgt es für viel Komfort und Flexibilität. Hier eine Einführung in die Funktionsweise des textilen Gelages. Einen schnellen Überblick gibt auch unsere Foto-Show.
Unter dem textilen Zwiebel- oder Lagenprinzip, von dem man so häufig hört, versteht man mehrere Bekleidungsschichten, die zusammen ein Funktionssystem darstellen. Von der Unterwäsche bis zur äußersten Schicht trägt man ein Gesamtsystem, das je nach Witterungsbedingungen und Aktivität schnell angepasst werden kann, um dem Körper das bestmögliche Klima zu bieten. Um das zu gewährleisten, müssen alle Schichten möglichst feuchtigkeitsleitend bzw. wasserdampfdurchlässig sein. Nur dann kann auch die Außenschicht ihre volle Stärke ausspielen. Allerdings sollte man das Zwiebelprinzip nicht als starres System verstehen. Ist es warm genug, kann ein Funktions-T-Shirt auch die einzige Lage sein, die man trägt. Genauso kann die Wärmeschicht aus zwei Lagen Fleece bestehen. Schließlich zeichnet sich das Zwiebelprinzip gerade durch seine Flexibilität aus.
Die normale Körpertemperatur des Menschen liegt bei knapp 37°C und diese Temperatur erlaubt kaum Ausschläge nach oben oder unten. Deshalb verfügt der Körper über ein eingebautes ‚Regelprogramm’: Wenn ihm warm wird, beginnt er zu schwitzen – zuerst in Form von Wasserdampf, bei stärkerem Schwitzen in Form von flüssigem Wasser, das auf der Haut verdunstet und so kühlt. Wenn es kalt wird, sind die Möglichkeiten sehr begrenzt: Muskelzittern ist eine solche Reaktion, später wird Blut aus den Extremitäten abgezogen, um Gehirn und Organe ausreichend zu durchbluten. Mehr kann der Körper nicht „tun“. Um Unterkühlung oder Erfrierungen zu vermeiden, muss man sich also wärmer anziehen.
Die Funktionsbekleidung im Schichtenprinzip hilft nun dabei, den Temperaturhaushalt zu regeln. Sie leitet überschüssige Schwitzfeuchtigkeit rasch von der Haut an die nächste Schicht ab, sorgt für Kühlung bei warmen Temperaturen und isoliert bei Kälte. Ganz wichtig zu beachten: Das Schichtensystem funktioniert nur als System! Wer den größten Kombinationsfehler begeht und ein T-Shirt aus Baumwolle auf der Haut trägt, darf sich nicht wundern, wenn es sich unter der Gore-Tex®-Jacke klamm anfühlt...
Funktionswäsche muss direkt auf der Haut aufliegen, denn nur so können die Fasern ihre ‚Arbeit’ verrichten. Beim Kauf deshalb die eng anliegende Größe wählen. Dank ihrer hohen Elastizität empfindet man die Funktionswäscheteile auch nicht als unangenehm einengend. Generell gibt es für die unterschiedlichsten Einsatz- und Temperaturbereiche entsprechende Bekleidung.
Bei hoher körperlicher Belastung und/oder warmen Temperaturen soll die Funktionswäsche kühlen, den Schweiß rasch vom Körper ableiten und für angenehme Belüftung sorgen. Hier kommt textiles High-Tech zum Einsatz: Das Material fördert den Feuchtigkeitstransport von der Haut nach außen und spezielle Strukturen sowie Bodymapping (luftige Mesh-Einsätze an den jeweiligen Schwitzzonen) garantieren zusätzliche Kühlung. Das Material hat einen weiteren Vorteil: Es trocknet extrem rasch.
An kalten Tagen und weniger intensiver körperlicher Aktivität hat die Funktionswäsche die Aufgabe, gut zu wärmen. Da die Isolation von der Fähigkeit abhängt, Luft zu speichern, kommen hier häufig synthetische Hohlfasern zum Einsatz –die rohrartige Struktur ermöglicht einen höheren Lufteinschluss. Immer beliebter wird zudem Funktionswäsche aus feiner Merinowolle – sie überzeugt durch eine tolle Wärmeleistung und neutralisiert (im Gegensatz zu Synthetik) unangenehmen Geruch auf natürliche Weise.
Die zweite Lage wärmt und leitet die Schwitzfeuchtigkeit weiter an die nächste Schicht bzw. nach außen. Neben den unterschiedlich dicken Fleeceteilen werden auch so genannte Isolationsjacken immer populärer. Diese Jacken mit Kunstfaserfüllung bieten ein hervorragendes Wärme-Gewichts-Verhältnis und sind zudem sehr klein zu packen. Allerdings sind sie nicht so atmungsaktiv wie Fleeceprodukte und eignen sich somit eher für weniger bewegungsintensive Sportarten wie Skifahren oder als Wärmespender bei der Gipfelrast.
Die äußere Schicht trotzt Wind und Wetter und lässt dennoch Schwitzfeuchtigkeit nach außen passieren. Das Funktionsprinzip, das hier am häufigsten eingesetzt wird, verwendet eine mikroporöse Membran, wie man sie unter anderem von Gore-Tex® kennt. Diese hauchdünne Membran ist mit extrem kleinen Poren versehen – so klein, dass kein Wasser in flüssiger Form (wie Regentropfen) durchdringen kann, jedoch so groß, dass Wasser in Dampfform (Schwitzfeuchtigkeit) nach außen entweicht.
Hält man sich an die technischen Schichten (d.h. keine Baumwolle – ob als Unterhose oder Sweatshirt!), ist man mit dem Zwiebelprinzip für die unterschiedlichsten Situationen und sportlichen Einsätze bestens gerüstet.
Quelle: KGK
derzwickauer schrieb:
am 27. Februar 2012 um 14:11:19
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normale kleidung
baumwolle saugt sich aber voll ,da hilft auch kein zwiebelprinzip
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Hendrik schrieb:
am 27. Februar 2012 um 14:02:18
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Funktionswäsche
Natürlich lache ich mich auch schief, wenn ich an der HH Alster die Schickimickis Mengen an Auspuffdämpfen einatmen sehe.
Da geht es nicht um Sport. Gesehen werden ist alles. Aber - lassen wir auch die Kirche im Dorf. Es gibt sehr wohl gute und bezahlbare Funktionswäsche und diese ist auch sinnvoll. Es geht aber auch ohne.
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louveteau schrieb:
am 27. Februar 2012 um 13:27:29
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KGK Quelle
KGK ist möglicherweise zu einem Unternehmen assoziiert, das Folien und Beschichtungen herstellt, die für Textilien geeignet
sind.
Also, eher noch mal nachfragen, wer Interesse hat, den normalen Menschen ihre normale Kleidung madig zu machen.
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