
02.05.2012, 09:44 Uhr | Hanna Engler
"Das blaue Wunder 2012" ist gestartet: Der Schweizer Wasserbotschafter Ernst Bromeis-Camichel schwimmt 1230 Kilometer durch den kompletten Rhein. (Quelle: Andrea Badrutt, Chur)
Der Schweizer Ernst Bromeis-Camichel hat am 2. Mai sein „Blaues Wunder - Rhein 2012“ gestartet. Rund 1230 Kilometer Flussstrecke warten auf den Schwimmer, der mit der Rheindurchquerung auf die Bedeutung eines der wichtigsten europäische Flüsse hinweisen will. Denn so lang der Fluss auch sein mag - irgendwann hört sein Wasser auf zu fließen. Schon länger schwimmt, tritt und kämpft der Extremsportler für seine Überzeugung: Wasser ist kostbar und begrenzt. Um den Menschen das immer wieder vor die Augen zu halten, nimmt er wagemutige Risiken auf sich. Entdecken Sie die Schönheit und Extreme des Blauen Wunders in der Foto-Show und im Video. Was halten Sie von der "Mission" des Schweizers? Stimmen Sie rechts oben ab.
Die Erfolge seiner ersten Wasserprojekte (2008 und 2010) scheinen Ernst Bromeis-Camichel angespornt zu haben. Am Morgen des 02. Mai (nach dem letzten Facebook-Eintrag wurden gegen 9 Uhr die letzen Vorbereitungen zum Sprung in das Nass getroffen) ist er an der alpinen Quelle des Rheins, dem Tomasee in Graubünden, gestartet: Als erster Mensch wird der Schweizer in den nächsten vier Wochen bis zum 31. Mai 2012 von Rhein-Quelle bis zur Mündung in die Nordsee bei Rotterdam den 1232 Kilometer langen Fluss stromabwärts durchschwimmen. Tagesetappen um die 50 Kilometer sind geplant, dabei durchquert der Extremschwimmer die Schweiz, Deutschland, Frankreich und die Niederlande.
Rund 50 Millionen Menschen leben in den vier Ländern am und vom Rein und sollen von der Aktion für das Thema Wasser sensibilisiert werden: Wasser als unverzichtbare Grundlage alles Lebens, das Dreiviertel der Erde bedeckt, aber eben doch nicht unendlich verfügbar sein wird, wenn der Mensch nicht umdenkt. Indem Bromeis die riesige Strecke des gesamten Flusses bewältigt, zeigt er die Endlichkeit der kostbaren Ressource auf. Für jeden nachvollziehbar - auch auf der Homepage und per Tweets des Umweltschützers sowie im Blog auf der Seite von Schweiz Tourismus. Und natürlich auf Facebook, auf der man am Starttag den Eintrag seiner Frau Cornelia Camichel Bromeis findet: "Heja, heja! Nun beginnt für uns der morgendliche Familientreff vor dem Bildschirm...!" Die Unterstützung seiner Familie ist Bromeis - trotz Risiko seiner Mission und einem Monat Kommunikation nur via PC - zumindest gewiss, so wie die vieler anderer Unterstützer wahrscheinlich auch.
Geboren und aufgewachsen ist der 43-Jährige Ernst Bromeis-Camichel im schweizerischen Dorf Ardez in dem südöstlichen Kanton Graubünden, der vollständig in den Alpen liegt. Einst Primar- und Sportlehrer, bezeichnet er sich auf seiner Homepage selbst als „Schwimmer, Wasserbotschafter, Musiker, Abenteurer“ - und es gibt wohl nichts Treffenderes zu sagen. Kreativ und extrem tritt er für seine Überzeugung ein, die wohl auch aus seiner Heimat heraus entstanden ist: Die Schweiz kann mit 7000 Seen sowie 65.300 Kilometern Fluss- und Bachläufen wohl zurecht als das „Wasserschloss Europas“ betitelt werden, dazu entspringen dem Kanton Graubünden Rhein und Inn. Doch so extrem Bromeis Projekte auch sind, nie vergisst der Vater von drei Kindern die Sicherheit: „Mit Gewalt geht jedoch nichts, denn das Wasser ist immer stärker“. Ein Begleitboot wird ihn im Mai auf dem Rhein begleiten, wenn er unter der Schirmherrschaft von Schweiz Tourismus, die die Rivershow als Höhepunkt der Sommerkampagne 2012 „Land des Wassers“ präsentieren, die Endlichkeit des Flusses aufzeigt.
Der Anfang der Wassertriologie begann im Sommer 2008. Als Wasserbotschafter - „Wenn ich das Wasser liebe, schätze und wertschätze ich es auch." - schwamm Bromeis innerhalb von einem Monat durch 200, zum Teil gletscherkalte Seen in seinem Heimatkanton. Die Eckdaten seiner sportlichen Extremleistung: 44 Etappen mit 200 Seen, 45 Kilometer bei Temperaturen von vier bis sieben Grad, 80.000 Höhenmeter und 1500 Kilometer zurückgelegt zwischen den Seen mit dem Rad oder zu Fuß, unterwegs im Auftrag des Wassers im Schnitt elf Stunden am Tag. Die Mission klar: auf die Schönheit des Elements aufmerksam machen und auf die einfache und doch oft in Vergessenheit geratene Prämisse „Ohne Wasser kein Leben“ hinweisen. Gehört wurde Bromeis über die Grenzen der Schweiz hinaus: die Aktion erhielt einen so guten Anklang, dass zwei Jahre später das nächste „Wunder" folgte.
Erneut nahm der Umweltkämpfer das Schwimmen durch die Seen des Heimatlandes in Angriff, doch diesmal durch das jeweils größte Binnengewässer in jedem einzelnen Schweizer Kanton (es gibt 26 Kantone: bestehend aus 23 Kantonen und sechs Halbkantonen). Vom 1. Juli bis zum 1. August 2010 legte er rund 310 Kilometer schwimmend und an die 1500 Kilometer radfahrend zwischen den Seen zurück. Wer sich solchen Strapazen bewusst aussetzt, dessen Überzeugung wirken nicht nur reell, sie sind es: „Wir Menschen müssen uns mit den eigenen Ressourcen in Bewegung setzen, um unsere Existenz zu sichern. Und das jetzt."
Weitere Informationen
Homepage von Ernst Bromeis-Camichel und seinem Projekt: www.dasblauewunder.ch
Ernst Bromeis-Camichel bei Twitter: www.twitter.com/#!/ErnstBromeis
Ernst Bromeis-Camichel bei Facebook: www.facebook.com/dasblauewunder
Ab 17.04.2012 Berichterstattung über "Das blaue Wunder - Rhein 2012" im Blog auf www.myswitzerland.com/blue
Quelle: trax.de
Lupus schrieb:
am 2. Mai 2012 um 13:08:16
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@Rudolf
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Schweden ist nicht in Mitteleuropa, deshalb stimmt die Behauptung zweitgrößter See in Mitteleuropa.
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Laurent schrieb:
am 2. Mai 2012 um 12:46:32
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Reinsprung
Natürlich war ein Deutscher viel besser, wer hätte was anderes gedacht. Der Schweizer hat sicher einen deutschen Trainer oder
seine Grossmutter mütterlicher seits war Deutsche. Das ist ja schlimmer als bei den Östreichern.
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KÄTE schrieb:
am 2. Mai 2012 um 10:11:00
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Schwimmer
Ok, dann mal los. Wenn man bedenkt dass das nicht so ungefährlich ist wie es sich anhört. Hoffentlich ist er mehr wie in TOPform,
denn das Wasser ist noch extrem kalt um die 13°-14°, auch wenn er sich bewegt und nen Neopren an hat. Mal sehn wie lange er schwimmt. Hoffentlich sehen ihn auch die vielen Schiffe wo da unterwegs sind. Alles alles gute und genug Kraft für diese Tat.
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