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Blyde River Canyon: der Grand Canyon Afrikas

12.11.2012, 18:48 Uhr | Oliver Gerhard

Faszinierende Lichtspiele im Blyde River Canyon. (Quelle: imago)

Faszinierende Lichtspiele verleihen dem Blyde River Canyon eine mystische Atmosphäre. (Quelle: imago)

Unterwegs im Blyde River Canyon

Der Blyde River Canyon ist der zweitgrößte Canyon Afrikas und stellt einen der größten Naturschätze Südafrikas dar. Bisweilen wird er auch als der "längste grüne Canyon der Welt" bezeichnet. Wir erkunden die zerklüftete Schluchtenlandschaft auf der Panoramaroute und abseits der Touristenstraße. Neben eindrucksvollen Felsformationen wie den "Three Rondavels", dem Wahrzeichen des Blyde River Canyon begegnet uns dabei immer wieder die wilde Tierwelt Afrikas. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Unterwegs im Blyde River Canyon.

Nur für Mutige: Reiten auf afrikanischen Elefanten

Elefanten streicheln fühlt sich nicht wirklich kuschelig an! Der Rüssel: hart und rau wie ein runzliger alter Baum. Das Bein: kratzig wie ein alter Teppich. "Jetzt fass mal hier an", sagt Tierwärter Shephard und führt meine Hand an den Fuß des dreieinhalb Meter hohen Dickhäuters. An dieser Stelle ist die Elefantenhaut erstaunlich weich und samtig. Dann zeigt mir Shephard die Ohren und die Zähne von Kasper und lässt mich den Bauch kraulen. Der Elefant macht sich währenddessen an meinem Rücken zu schaffen: Neugierig tastend wandert sein Rüssel meine Wirbelsäule hinab - völlig unbeeindruckt von den Nüssen, die Shephard ihm zur Ablenkung hinhält.

Mein Adrenalinpegel steigt auf Rekordhöhe. Gab es da nicht die Regel, dass afrikanische Elefanten zu gefährlich für den Umgang mit Menschen seien? Nein, sagt Shephard, mit der richtigen Ausbildung nicht. Die Erfahrung gibt ihm Recht: Vielerorts im südlichen Afrika können Besucher heute Elefanten streicheln und sogar auf ihnen reiten. Kasper und Kitso, die beiden Bewohner des Elephant Sanctuary bei Hazyview im Nordosten Südafrikas, absolvieren jeden Tag das gleiche Programm: Morgens lassen sie sich von Kindern striegeln und streicheln, später folgen Reitstunden mit den mutigsten Besuchern. Schüchterne Besucher lassen sich zumindest aufs Händchenhalten ein: ein Spaziergang Rüssel-in-Hand übers Gelände.

Rundtour um den zweitgrößten Canyon Afrikas

Der Mini-Elefantenzoo ist eine von vielen Sehenswürdigkeiten entlang einer Tour, die zu den beliebtesten Strecken für Individualtouristen in Südafrika zählt. Sie führt rund um den Blyde River Canyon, nach dem Fish River in Namibia der zweitgrößte Canyon Afrikas. Je nach Interesse kann man unterwegs Naturwunder bestaunen, durch verschlafene Dörfer schlendern - oder kleine Tierparks besuchen.

Manchmal beginnt die Wildnis gleich hinter dem Hotel: "Bitte reisen Sie wegen der Flusspferde unbedingt vor 18 Uhr an", heißt es im Prospekt der Otter's Den River Lodge. "Koffer bitte hier abstellen", lautet die nächste Regieanweisung, diesmal auf dem Parkplatz der Unterkunft am Beginn eines Waldpfades. Die Aufklärung folgt prompt: Die Lodge auf einer kleinen Insel im Blyde River ist nur über eine Hängebrücke zu erreichen, darunter lugen große Augenpaare aus dem Wasser: Nilpferde gehören dort schon fast zur Familie. Einen Koffer möchte man dennoch nicht ohne Hilfe über die schwankende Brücke transportieren.

Wahrzeichen der Schlucht: die "Three Rondavels"

Nur wenige Kilometer von der Lodge entfernt liegt der Blyde River Stausee, an dem regelmäßig Boote zu Rundfahrten ablegen. Der Steuermann wirft mit Fakten um sich: ein 260 Hektar großer See, bis zu 50 Meter tief, angelegt zur Bewässerung der Obstplantagen und Versorgung von Minen. Bis zu 800 Meter fallen die Felswände ab, in die sich der Lauf des Flusses eingefräst hat. Das Boot passiert einen "Tufa-Wasserfall". Kalziumreiches Wasser hat bei diesem Naturphänomen eine Gesteinsformation geschaffen, die wie ein weinendes Gesicht aussieht. "Und nun erreichen wir den Fuß der Three Rondavels", kündigt der Kapitän an. Alle recken die Köpfe, um das berühmte Wahrzeichen des Canyons zu erblicken, doch aus der Tiefe sieht man nur eine wuchtige Felswand.

Um die "Drei Rundhütten" in ihrer vollen Pracht zu erleben, muss man der Autoroute nach Norden folgen bis zum meistbesuchten Aussichtspunkt der Tour: Tiefblau schimmert das Wasser des Stausees aus der Ferne, darüber ragen die drei markanten Rundfelsen in den Himmel, benannt nach drei Frauen eines örtlichen Chiefs, der in einer Schlacht siegte. Auf der Weiterfahrt führen immer wieder Stichstraßen zu Aussichtspunkten mit Namen wie God's Window oder Wonder View. Staunend steht man dann auf einer Felskante mit weiten Blick vom Rand des zentralen Hochlandes herunter ins Lowveld, die bis zu 1000 Meter tiefer gelegene Ebene.

An der Strecke liegen auch die Bourke's Luck Potholes, eine Schlucht mit Felsenpools, die im Laufe von Jahrtausenden aus den Felsen der Drakensberge gefräst wurden. Das Wasser gurgelt, sprudelt, tost. Es bildet Strudel und Wirbel, rauscht durch Kanäle und unter natürlichen Brückchen hindurch. Ein Schürfer namens Bourke stieß einst bei der Goldsuche auf das Naturschauspiel, das sich heute von stählernen Brücken aus beobachten lässt.

Abseits der Touristenroute

Wer Autokolonnen und Reisebussen aus dem Weg gehen will, hat eine Alternative: Parallel zur touristischen Route verläuft eine kaum befahrene Strecke durch das Tal von Vaalhoek. Nach dem Verkehr der Hauptstraße und den Menschenhorden an den Viewpoints findet man sich plötzlich alleine auf einer Schotterpiste wieder. In sanften Windungen schlängelt sich der Blyde River durch das Tal. Die Nachmittagssonne bringt rote Felsen zum Leuchten, darüber steht schon blass der Mond. Gescheckte Rinder grasen auf saftigen Weiden, werden kurz aufgescheucht von einer Horde Affen. Ein Schild "Hermannsburg" weist auf deutschstämmige Siedler hin, deren blitzblanke Farmhäuser in der Ferne zu sehen sind.

In der Goldgräbersiedlung Pilgrim's Rest erreicht die Piste wieder die Zivilisation. 1873 brach dort der Goldrausch aus. Mehr als 1500 Schürfer wühlten im Boden nach dem Edelmetall. Schnell entstand aus einem Zeltcamp eine kleine Stadt mit Geschäften, Kirche - und 20 Bars. Gut 100 Jahre später wurde Pilgrim's Rest komplett unter Denkmalschutz gestellt. Es gibt ein historisches Hotel, urige Kneipen, viele Galerien und Kunstateliers.

Stippvisite im Tierasyl

Zum Schluss sind wir noch einmal auf Tierbesuch. Im Moholoholo Tierasyl bilden zwei Dutzend weiß-graue Marabus das Empfangskomitee - stoisch starren die Storchentiere in eine Richtung. "Marabus und Geier sind unsere Sorgenkinder", sagt Ranger Moses. "Viele Aasfresser fallen vergifteten Ködern zum Opfer, die von Wildzüchtern gegen Raubkatzen ausgelegt werden." Jeder Besucher erhält zunächst eine Einführung in die Probleme der afrikanischen Tierwelt.

In Moholoholo werden verletzte oder verwaiste Tiere aufgepäppelt und danach wieder ausgewildert. Beim Rundgang durch die Käfige und Freigehege erzählt Moses tragische Geschichten seiner Patienten, zum Beispiel der Löwen, die völlig verwahrlost aus einem Zoo befreit wurden. Der Guide füttert einen Leoparden, der sich wild knurrend gegen den Zaun seines Geheges wirft, und setzt seinen Zuhörern einen ausgewachsenen Greifvogel auf den Arm. "Wie niedlich" rufen alle beim Anblick zweier knurrender Honigdachse - bis Moses von deren letzten Ausbruchsversuch berichtet: "Sie haben unseren Löwen überfallen. Ein Honigdachs saß ihm im Nacken, der andere biss ihm in die Hinterbeine." Also lieber nicht streicheln!

Weitere Informationen:

Anreise: Die Region um den Blyde River Canyon ist am besten von Johannesburg aus zu erreichen. Anfahrt zunächst über die N12, dann über die N4. Kurz vor Nelspruit weiter über die R538 oder R539. Die Reise lässt sich mit einem Abstecher in den Krüger-Nationalpark verbinden.

Veranstalter: Individuell zusammengestellte Rundreisen um den Blyde River Canyon sind bei Umfulana Reisen buchbar, Tel. 02268/90980, www.umfulana.de.

Unterkunft: Forever Resort Blyde Canyon, im Blyde River Naturreservat, Unterkünfte für Selbstversorger in Chalets sowie Stellplätze für Wohnmobile und Zelte. Private Bag X 405, Graskop 1270, Tel. 0027/0861/226966, www.foreverblydecanyon.co.za;
Otters Den River Lodge, nur in Kombination mit einem Ballonflug buchbare Lodge mit Chalets im afrikanischen Stil am Ufer des Blyde River, Hoedspruit, Tel. 0027/087/8062079, www.ottersden.co.za;
Royal Hotel, über 100 Jahre altes Hotel mit originalgetreuer Einrichtung aus der Goldgräberzeit, Main Street, Pilgrim's Rest, Tel. 0027/13/7681100, www.royal-hotel.co.za;

Auskunft: Informationen zu Südafrika: www.dein-suedafrika.de sowie unter der kostenfreien Service-Nummer 0800/1189118.

Sehenswert: Blyde River Canyon Nature Reserve: Schutzgebiet rund um das Schluchtengebiet, mit mehr als 1000 Pflanzenarten. Der Park ist teilweise mit Wanderwegen erschlossen. Besucher sehen Affen, Kudus, Nilpferde, Krokodile und Klipspringer. Internet: www.nature-reserve.co.za;
Chimpanzee Eden:Schimpansenreservat des Jane Goodall Instituts im 1000 Hektar großen Umhloti Naturreservat, einziges seiner Art in Südafrika, 15 km von Nelspruit entfernt, www.janegoodall.co.za;
Echo Caves: 1923 entdecktes Höhlensystem mit Funden aus der Steinzeit. Die Tropfsteine werfen ein Echo zurück, Führungen 8.30-16.30 Uhr, zwischen Abel Erasmus Pass und Origstad, Tel. 0027/013/2380015, www.echocaves.co.za.
Elephant Sanctuary, privater Tierpark in einem Waldgebiet, tägl. Erlebnisprogramme mit Elefanten von Füttern bis Reiten, an der R536 westlich von Hazyview, Tel. 0027/079/6249436, www.elephantsanctuary.co.za;
Lowveld National Botanical Garden: Gärten mit verschiedenen Vegetationsformen Südafrikas mit Wasserfällen und Hängebrücken, in Nelspruit an der R40 Richtung White River, Sept.-März tägl. 8-18 Uhr, sonst 8-17.15 Uhr, www.sanbi.org;
Moholoholo Wildlife Rehab Center: Asyl für verletzte Wildtiere, zweimal täglich rund zweistündige Touren, Tel. 0027/015/7955236, www.moholoholo.co.za;
Shangana Cultural Village: Dorf der Shangana, das als Freilichtmuseum konzipiert ist. In ein- bis mehrstündigen Programmen wird die traditionelle Lebensweise dieses Stammes vermittelt. Reservierung unter Tel. 0027/013/7375804, www.shangana.co.za.

Quelle: srt

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