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Biwak im Gebirge: Die Notunterkunft bei der Klettertour

12.09.2012, 11:40 Uhr | fs (CF) / hadiet

Mit einem Biwak wie diesem lässt es sich wind- und wettergeschützt am Berg übernachten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit einem Biwak wie diesem lässt es sich wind- und wettergeschützt am Berg übernachten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Biwak – so sehen die kleinen Lager unter freiem Himmel aus

Ein Biwak im Gebirge bietet eine einfache, aber weitgehend sichere Unterkunft vor Wetterextremen für die Nacht. Dabei handelt es sich um das unbefestigte Lagern im Freien – eigentlich unter freiem Himmel, aber auch im Zelt oder in einer einfachen Hütte. Mit den richtigen Survival-Tipps schaffen Sie es auch unter widrigen Umständen ein Biwak selbst zu errichten. Wie ein Biwak-Lager aussieht, zeigen wir Ihnen in unserer Foto-Show.

Ein Biwak im Gebirge errichten

Zelten im Gebirge ist in vielen Ländern verboten. Das gilt allerdings ausdrücklich nur für geplante Ausflüge und nicht etwa für eine Notunterkunft. Wer also ein Biwak im Gebirge errichtet, weil er sein geplantes Nachtlager nicht erreichen kann, oder wenn die Tour einfach zu lang ist, um sie an einem Tag zu schaffen, der tut nichts Verbotenes. Dabei ist ein Biwak keineswegs nur etwas für Survival-Experten. Auch Kletterern und Wanderern mit wenig Erfahrung gelingt es mit ein paar Tipps, sich ein Lager für die Nacht herzurichten.

Auf die Ausrüstung kommt es an

Ohne die entsprechende Survival-Ausrüstung ist es allerdings schwer, Wind und Kälte zu trotzen. In höheren Lagen sind auch im Sommer Minusgrade in der Nacht keine Seltenheit. Vor allem im Zusammenspiel mit (Tau-)Nässe führen tiefe Temperaturen schnell zu gefährlichen Unterkühlungen. Besonders wichtig für ein Biwak im Gebirge ist daher ein geeigneter Schlafsack mit guter Isolierwirkung. Das Material sollte wind- und wasserdicht sein, dabei aber auch atmungsaktiv, damit der Wasserdampf (vom Schwitzen) von innen nach außen weggeleitet werden kann. Ein normaler Schlafsack, kann auch mit einem Biwacksack (wind- und wasserdicht) umhüllt werden. Auch eine Isomatte sollte im Marschgepäck dabei sein, um sich nicht zu unterkühlen. Wer bestens vorbereitet sein will, packt noch einen Campingkocher mit ins Gepäck, um sich auch innerlich mit Suppe, Tee oder Kaffee Wärme zuführen zu können.

Sicherheit steht an erster Stelle

Ein Biwak im Gebirge hat also nichts mit Luxus oder Bequemlichkeit zu tun. Es handelt sich in erster Linie entweder um eine Notunterkunft oder um ein geplantes Biwakieren, um das Schauspiel von Sonnenauf- und -untergang oder dem nächtlichen Sternenhimmel so nahe wie möglich zu sein. Da Sicherheit aber besonders wichtig ist, müssen Gefahren wie Steinschlag oder Lawinen weitestgehend ausgeschlossen werden. Wählen Sie daher wenn möglich einen Standort, an dem Sie auch vor Gewitter und Sturm sicher sind. Das können beispielsweise Felsvorsprünge sein. Wenn Sie eine Zeltplane dabei haben, kann auch diese gegen Unwetter aufgespannt werden. Umliegendes Geröll ergibt aufgetürmt einen gewissen Windschutz.

Mulden und Höhlen schützen vor Wind und Wetter

Wenn Sie auf dem Gipfel ein Biwak aufschlagen, suchen Sie sich eine Mulde im Gelände, um dem Wind keine Angriffsfläche zu bieten. Finden sich Höhlen auf Ihrer Bergtour, können auch diese als Notunterkunft dienen. Wenn Sie am Berg biwakieren, ist außerdem eine ausreichende Sicherung gegen Abstürze unbedingt erforderlich, indem Sie sich etwa mit dem Seil mehrfach absichern. Sollte die Übernachtung in schneereichem Gelände stattfinden müssen, graben Sie sich eine schützende Mulde, in der Sie nächtigen können. Bauen Sie Plane oder Zelt immer so auf, dass der Eingang im windgeschützten Bereich liegt.

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