
07.03.2013, 14:05 Uhr | Klaus G. Millarg
Die meisten Läufer unterschätzen Trinken beim Sport - sagt der Laufexperte Carsten Eich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Carsten Eich kann wohl zu Recht als Experte im Bereich Laufsport gelten: 15 Deutsche Meistertitel sowie den Deutschen Rekord im Halbmarathon und über zehn Kilometer auf der Straße verbucht er auf seinem Konto. Heute berät der Ex-Profi und Gesundheitsmanager ambitionierten Sportler, die sich mehrmals pro Woche mindestens eine halbe Stunde betätigen wollen. Besonders wichtig ist ihm neben ausreichender Bewegung die Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr. Lesen Sie im Artikel die Profi-Tipps zum richtigen Trinken beim Lauftraining. Ebenfalls wichtig für ein erfolgreiches Training ist die richtige Laufhaltung; wir haben acht Tipps zur Verbesserung des Laufstils zusammengestellt.
Carsten Eich weiß, wovon er spricht, wenn es um die Verbindung von sportlicher Leistung und Ernährung geht. In seiner über 20-jährigen Laufbahn als Langstreckenläufer hat er alleine 15 Deutsche Meistertitel 'eingesammelt' und hält noch heute den Deutschen Rekord im Halbmarathon und über zehn Kilometer auf der Straße. Seit seinem Karriereende arbeitet Carsten Eich als Gesundheitstrainer und beschäftigt sich dabei sehr intensiv mit den Zusammenhängen zwischen gesunder Ernährung und Leistungsfähigkeit im Sport und Alltag.
Dem Thema 'Trinken' widmet Eich sein besonderes Augenmerk: "Sport - insbesondere Ausdauersport", erklärt der Ex-Profi, "kostet eine Menge Energie und Flüssigkeit. Beides kann man durch ein geeignetes Sportgetränk mit basischen Mineralstoffen, wertvollen Spurenelementen und Kohlenhydraten rasch ersetzen. So wird die körpereigene Leistungsfähigkeit mobilisiert. Um bei Ausdauerleistungen die Energiespeicher zu füllen, reicht eine Apfelschorle einfach nicht aus."
"Was immer wieder falsch gemacht wird", fasst Eich seine Erfahrungen aus vielen Laufveranstaltungen zusammen, "ist, dass dem Trinken nicht die notwendige Beachtung geschenkt wird. Es kommt wirklich darauf an, was, wann und wie viel getrunken wird. Ganz wichtig ist es, mit dem richtigen Getränk die Energieversorgung sicher zu stellen, das heißt vor, während und nach dem Training beziehungsweise dem Wettkampf. Schon zwei Stunden vor dem Laufen trinke ich zum Beispiel 250 Milliliter von einem speziellen Sportgetränk aus der Apotheke, um den Körper mit Flüssigkeit und Energie zu versorgen. Während längeren Belastungen, also Training oder Wettkampf empfehle ich alle 15 bis 20 Minuten 100 Milliliter nachzutanken, um Defizite an Flüssigkeit und Mineralstoffen zu vermeiden."
Der Läufer fährt fort: "Für die Regeneration ist es von entscheidender Bedeutung, gleich nach der Belastung noch einmal 250 bis 500 Milliliter zu trinken, um Flüssigkeit und Kohlenhydrate zu ersetzen. Gerade das wird oft vergessen. Je intensiver ich Sport treibe, desto mehr Gedanken muss ich mir um den bestmöglichen 'flüssigen Nachschub' machen. Wer nach dem Sport fix und fertig ist, hat meiner Erfahrung nach bei der Intensität der Trainingsreize überzogen und auch beim Trinken etwas falsch gemacht. So können Defizite auftreten, die nicht sein müssen."
Profis ist das Thema 'Säure-Basen-Gleichgewicht' bekannt, Freizeitsportlern oft nicht. "Nur mit einem ausgeglichen Säure-Basen-Haushalt ist man leistungsfähig. Bei zu hoher Trainingsbelastung geht die Leistungsfähigkeit verloren, wir fühlen uns müde und antriebslos", so Eich. Auch hier sind Ernährung und Trinken zu erwähnen. "Die Ausdauer ist höher, wenn ich mich regelmäßig überwiegend basisch ernähre, wenn also das Fundament stimmt. Basischen Mineralstoffe wirken der gefürchteten Belastungsübersäuerung entgegen."
Regelmäßiges Sporttreiben ist für Carsten Eich eine Voraussetzung, um sich zu entwickeln: "Wer sich nur ab und zu einmal aufrafft, erreicht in Punkto Ausdauerfähigkeit nicht viel. Da empfehle ich schon, sich alle zwei bis drei Tage mindestens 30 bis 45 Minuten zu bewegen, damit der Körper mit einer Anpassung der Leistungsfähigkeit auf die regelmäßigen Trainingsanreize reagieren kann." Stimmt es, dass regelmäßiger Ausdauersport trotz aller Strapazen ein Glücksgefühl vermittelt? Auf diese immer wieder gestellte Frage antwortet der Experte: "Wir haben heute oft einen allzu hektischen Alltag durch Beruf und Familie. Ausdauertraining wie Laufen oder Radfahren hilft beim Stressabbau, es versorgt unseren Körper mit Sauerstoff, macht den Kopf frei und sorgt immer wieder für positive Erlebnisse - Sport beflügelt Körper und Geist."
Regelmäßiger Ausdauersport ist neben einer gesunden Ernährung die effektivste Form um das Gewicht zu reduzieren. "Aber dabei müssen wir durch geringe Intensitäten unseren Fettstoffwechsel aktivieren, nur so kann es zu einer anhaltenden Gewichtsabnahme kommen", erklärt der Experte. Deshalb geht es hierbei immer um eine möglichst lange Belastungsdauer und nicht um eine hohe Anstrengung beziehungsweise Überanstrengung. "Wird dagegen, zum Beispiel durch intensive Trainingsbelastungen oder bei einer Diät, nur der Kohlenhydratspeicher abgebaut, nehme ich in kurzer Zeit wieder zu, erreiche also langfristig gar nichts." Die gute Nachricht zum Schluss: Eine leichte Gewichtszunahme kann auch eine Erfolgsmeldung sein, wenn durch Sport Fett ab- und die Muskulatur aufgebaut wird. "Ich bekomme dann zwar keine neuen Muskeln, aber sie werden stärker und leistungsfähiger, was in der Folge zu einem höheren Grundumsatz führt und mein Gewicht langfristig reduziert', so der Gesundheitsmanager.
Carsten Eich bietet Lauf- und Tagesseminare an: www.carsten-eich.de.
Quelle: sid
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