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Auf Safari durchs Okavango-Delta in Botswana

16.11.2012, 12:41 Uhr | Fabian von Poser

Auf Safari durchs Okavango-Delta in Botswana (Quelle: imago)

Auf Safari durchs Okavango-Delta in Botswana (Quelle: imago)

Botswana - die afrikanischen Schönheit

Wandern durch Botswana; das hört sich nach einem echten Abenteuer an - ist es auch: Zu Fuß Wälder durchstreifen oder mit dem Einbaum-Boot durch Lagunen fahren, im Labyrinth aus Inseln und Flussläufen - eine Safari durch das Okavango-Delta ist ein echtes Naturerlebnis. Erleben Sie die Natur und Tierwelt Botswanas in unserer Foto-Show.

Dem Büffel ganz nah

Es ist längst zu spät, irgendetwas zu bereuen. Wir liegen im mannshohen Gras. Es riecht nach zerbrochenen Spelzen. Links und rechts die anderen in der Gruppe, vorne TK, unser Führer, hinten Rael, der Einbeinige. TK hält die Luft an und presst den Zeigefinger auf die Lippen. Kleine Schweißperlen kullern über seine Stirn. Eben war in zehn Metern Entfernung die gesamte Büffelherde an uns vorbeigeschossen. Der Boden vibrierte. Und jetzt steht einer der Nachzügler direkt vor uns. Keiner traut sich zu atmen, niemand sagt etwas. Der Büffel schnaubt, die Nüstern zucken. 500 Kilogramm Muskeln, Horn und Knochen. Einen Moment lang hält der Riese inne. Dann stiebt er durch das Gras davon. Als der Zauber vorbei ist, klopfen wir den Staub aus den Kleidern und marschieren weiter durch das unendliche Labyrinth aus Inseln und Flussläufen des Okavango-Deltas.

Per Fuß und Boot durchs Delta

Ein paar Stunden zuvor waren wir mit der Cessna auf der sandigen Piste der Oddballs Lodge auf Chief's Island im Herzen des Deltas gelandet. Wenig später brachen wir zu unserer dreitägigen Safari mit dem Mokoro, einem Einbaum-Boot, und zu Fuß auf. Wir stakten durch Lagunen, schritten über weite Ebenen, durchquerten lichte Mopane-Wälder und suchten Schatten unter dem Dach eines Leberwurstbaums, von dessen Ästen die Früchte tatsächlich wie riesige Würste hingen. Immer wieder fanden wir Knochen und Hörner im Sand. Einmal nahm TK einen kindskopfgroßen Haufen Elefantendung in die Hand, steckte seinen nackten Zeigefinger hinein und sagte: "Noch warm, vielleicht eine Stunde alt." Hinter jedem Busch vermuteten wir ab diesem Moment einen Elefanten, einen Löwen oder sonst irgendein wildes Tier. Doch dass es ausgerechnet die Büffel auf uns abgesehen hatten, damit hatten wir nicht gerechnet.

Große Artenvielfalt im Delta

Das Mündungsdelta des Okavango im Norden Botswanas bildet mit einer Fläche mehr als 20.000 Quadratkilometern das größte Binnendelta der Erde. Vom Hochland Angolas kommend, fließt der Okavango ein kurzes Stück durch den Caprivi-Streifen in Namibia und dann weiter in die Weiten der Wüste Kalahari, wo er langsam versickert. Bevor das Wasser vom sandigen Boden aufgesogen wird, schenkt der Fluss Hunderten von Tier- und Pflanzenarten Leben, darunter Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffeln, Antilopen, Flusspferden und Krokodilen. Die starke Verzögerung der Flut nach den Regenfällen im Dezember und Januar, die auf die enorme Vegetationsdichte im Delta zurückzuführen ist, hat große Bedeutung für die Tierwelt, denn nur durch sie gelangt das Wasser erst in der Trockenzeit am Ende des Deltas an - und schafft somit die Grundlage für das reiche Tierleben rund ums Jahr.

Löwengebrüll aus der Ferne

Wir pirschen weiter durchs Delta. Meist gehen wir in einer Reihe: vorne TK, dahinter die Gruppe, ganz am Ende der einbeinige Rael auf seinen Krücken. Ob ein Löwe, ein Büffel oder ein Flusspferd ihn sein Bein gekostet habe, frage ich Rael, als wir zum Mittagessen im Schatten eines Mopane-Baums sitzen und Minztee aus Blechtassen schlürfen. "Nein", sagt er, das sei ganz unromantisch gewesen. "Ein Autounfall." Zumindest das kann einem im Delta nicht passieren, denn Autos gibt es hier keine. In drei Tagen sehen wir noch nicht einmal einen Menschen. Dafür aber riesige Herden Zebras, Impala-Antilopen und Springböcke. An uns ziehen Kolonnen von Gnus und Büffeln vorbei. Hin und wieder sehen wir in der Ferne Elefanten. Langsam nähern wir uns dann an, sehen ihnen eine Weile beim Äsen zu und setzen danach unseren Weg fort. Löwen dagegen hören wir nur in der Ferne.

Nahezu unberührtes Paradies

Das Okavango-Delta ist eines der letzten nahezu unberührten Paradiese Afrikas. Doch auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar. Jahre lang hatte der Okavango mit zu wenig Wasser zu kämpfen. Viele Arme trockneten aus. In der vergangenen Regenperiode regnete es aber so viel, dass viele Flächen, die sonst nicht überflutet werden, sich in riesige Seen verwandelten. "Solche Extreme haben großen Einfluss auf die Pflanzen, die Wanderwege der Tiere und somit auf das gesamte Ökosystem", sagt TK. "Selbst die abgelegensten Flecken der Erde bleiben von der globalen Erwärmung und menschlichen Eingriffen nicht unbeeinflusst." Zum Glück wurden bislang wenigstens die Pläne der namibischen Regierung, am Oberlauf des Okavango mit einer Pipeline Wasser für seine durstige Hauptstadt Windhoek abzuzapfen, bislang nicht realisiert. Sie droht dem Okavango im wahrsten Wortsinn das Wasser abzugraben.

Großes Naturschutzprojekt geplant

Im Gegenteil: Um das einmalige Ökosystem in Zukunft besser zu schützen, haben sich vor einiger Zeit die fünf Länder Namibia, Botswana, Sambia, Simbabwe und Angola zusammen getan und wollen den größten Nationalpark der Erde schaffen. Die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area, kurz KAZA-Park, soll fast so groß sein wie Italien und sich über mehr als 287.000 Quadratkilometer erstrecken. Das Gebiet umfasst mehr als 40 verschiedene Naturschutzgebiete, darunter das Okavango-Delta und der Chobe-Nationalpark in Botswana, die Nationalparks Mudumu und Mamili im Caprivi-Streifen in Namibia, die Victoria-Fälle an der Grenze von Sambia und Simbabwe und der Hwange-Nationalpark in Simbabwe. Durch den KAZA-Park sollen neue, grenzüberschreitende Lebensräume für die Tiere gewonnen und eine Rückkehr auf ihre alten Wanderrouten ermöglicht werden - vor allem die Überpopulation an Elefanten in Botswana erhofft man damit in den Griff zu bekommen. Schon heute sprechen die Initiatoren vom bedeutendsten Naturschutzprojekt in Afrika in den vergangenen 100 Jahren.

In der Wildnis zelten

Drei Tage lang sind wir zu Wasser und zu Lande im Delta unterwegs. In unserer letzten Nacht liegen wir in den Zelten. Die Dunkelheit hat tausend Geräusche: das unablässige Quaken der Frösche, das Röhren der Flusspferde, das Kichern der Hyänen, das Kreischen der Paviane, wenn sich ein Raubtier nähert. Nur die Zeltwand trennt uns von ihnen. Irgendwann ein Rascheln im Gebüsch. Erst ist es weit entfernt, dann kommt es immer näher. Es muss etwas Großes sein. Ich bleibe regungslos in meinem Schlafsack liegen. Der Atem geht schneller, das Herz pocht in der Brust. Dann sehe ich durch das Moskitonetz die Konturen eines Elefanten nur drei Meter von uns entfernt. Lautstark äst er zwischen den Zelten: Palmwedel brechen, Äste bersten. Eine halbe Stunde dauert das Spektakel. Schließlich verschwindet das Tier im Dunkel der Nacht. Dann wird es still. Selbst die Frösche sind nun verstummt. Nur noch das Plätschern des Wassers ist zu hören. Der Riese hat das Weite gesucht, der Adreanalinfluss in unseren Adern aber dauert noch eine Weile an.

Weitere Informationen:

Anreise: Mit Lufthansa oder South African Airways nach Johannesburg, von dort weiter mit Air Botswana nach Maun. Oder mit Air Namibia über Windhoek nach Maun.
Einreise: Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für die Einreise kein Visum. Bei einem Aufenthalt bis 90 Tage genügt ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass.
Beste Reisezeit: Botswana ist ein ganzjähriges Reiseziel. Die Jahreszeiten sind unseren genau entgegengesetzt. Im Sommer steigt das Thermometer auf mehr als 40 Grad, im Winter zwischen Juni und September immerhin noch auf bis zu 30 Grad. Eine gute Reisezeit für das Okavango-Delta sind die Monate April bis November. In der Regenzeit zwischen Dezember und März sind viele Camps geschlossen.
Gesundheit: Botswana-Reisende sollten ihren Impfschutz gegen Tetanus, Polio und Hepatitis A auffrischen. Besonders in der Regenzeit ist zusätzlich Malaria-Prophylaxe empfehlenswert. Ob tatsächlich medikamentöse Prophylaxe notwendig ist oder ob man nur ein Stand-by-Präparat mitnimmt, sollte vorher mit dem Tropenarzt abgeklärt werden. Unerlässlich zu jeder Jahreszeit ist Mückenschutz durch lange, helle Kleidung und Anti-Mücken-Lotion. Wer aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet einreist, der muss zudem eine entsprechende Impfbescheinigung vorlegen.
Unterkunft: Aufgrund der klar ausgerichteten Politik der Regierung, eher qualitativ hochwertigen als den Massentourismus zu fördern, galt Botswana bislang als sehr exklusives Reiseziel. Doch es gibt mittlerweile auch eine ganze Reihe relativ preiswerter Unterkünfte im Delta, zum Beispiel die Oddballs Lodge (www.oddballscamp.com, Übernachtung ab 210 Euro pro Person) und Moremi Crossing (www.moremicrossing.com, ab 230 Euro).

Weitere Auskünfte: Botswana Tourism Organisation, Karl-Marx-Allee 91a, 10243 Berlin, Tel. 030/42028464, E-Mail: info@botswanatourism.de, Internet: www.botswanatourism.de

Quelle: srt

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